Gendefekt

Kein Schmerzmittel bei der Geburt: Folgende Frauen sind „immun“ gegen Geburtsschmerz

Mutter hält Hand von Baby
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Ist das Baby erst mal auf der Welt, ist der Geburtsschmerz bei den meisten Müttern schnell vergessen.

Die meisten Frauen beschreiben die Geburt ihres Kindes als wenig angenehm. Manche werden sogar ohnmächtig vor Schmerz. Doch es soll auch ganz andere Fälle geben.

  • Schmerzempfinden ist subjektiv, was der eine als extrem unangenehm empfindet, kann für den anderen nur leichten Schmerz bedeuten.
  • Einer Studie zufolge soll es tatsächlich Frauen geben, die wenig Schmerz bei der Geburt verspüren.
  • Grund dafür soll ein seltener Gendefekt sein.

Eine der schönsten und gleichzeitig schmerzhaftesten Erfahrungen, die sie je gemacht haben: So ähnlich beschreiben viele Frauen die Geburt ihres Kindes*. Selbst Frauen, die von sich behaupten, eher schmerzunempfindlich zu sein, können bei einer Geburt nie dagewesenen Schmerz empfinden. Doch es gibt auch Mütter, die ihr Kind ohne große Schmerzen auf die Welt bringen - obwohl sie keine Schmerzmittel einnehmen. Diesem Phänomen haben sich britische Wissenschaftler der University of Cambridge in einer Studie gewidmet.

Die Forscher untersuchten Frauen mit Kind auf ihr Schmerzempfinden. Dafür nutzten Sie beispielsweise Eiswasser: Die Frauen hielten ihre Arme hinein und es wurde getestet, wie lange sie dies ausgehalten haben, beziehungsweise wie schmerzhaft es empfunden wird. Auch während der Stimulation mit Hitze und Druck mussten die Frauen angeben, wie schmerzhaft sie dies einstufen. Das Ergebnis der Forscher: Frauen, die bei ihrer Geburt kein Schmerzmittel verlangt hatten, zeigen auch in den Versuchen eine höhere Schmerztoleranz als Mütter, die Medikamente gegen ihre Schmerzen verlangt hatten.

Im Video: Seltenes Phänomen - Frau bringt „schwangeres“ Baby zur Welt

Gendefekt als Ursache für höhere Schmerztoleranz

Bei den schmerzunempfindlichen Müttern wiesen die britischen Wissenschaftler eine Variante des Gens KCNG4 nach, wie aus ihrer Studie hervorgeht. Dieses soll ein Eiweiß produzieren, das im Körper die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn hemmt - und so zur Folge hat, dass die Trägerinnen weniger oder sogar keinen Schmerz empfinden können. Etwa eine von 100 Frauen soll den Gendefekt in sich tragen, der sie sozusagen „immun" gegen Geburtsschmerz macht. „Tatsächlich wirkt dieser Defekt wie eine natürliche PDA“, zitiert das Portal desired.de Dr. Ewan St. John Smith, einen der leitenden Forscher. „Wir hoffen, dass dies Wege für die Entwicklung neuer Medikamente zur Schmerzbehandlung eröffnen kann“, heißt es in der Studie. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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