Arbeitsmarkt

Zahlen verheißen nichts Gutes: Droht Deutschland eine Arbeitslosenwelle?

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Bald wird es wohl wieder mehr Arbeitslose geben.

Das Wachstum auf dem Arbeitsmarkt ist vorbei. Das Bruttoinlandsprodukt schleppt sich gerade noch so über die Ziellinie. Wird es in Deutschland mehr Arbeitslose geben?

Der ewige Brexit und die weltweiten Handelskonflikte hinterlassen nun auch in der deutschen Wirtschaft ihre Spuren. Viele Jahre lang ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland gesunken, in den besten Zeiten auf etwa fünf Prozent. Viele Regionen können quasi Vollbeschäftigung vorweisen und viele Unternehmen suchen dringend nach Arbeitskräften. Doch aus der jüngsten Analyse von Zahlen des Statistischen Bundesamts geht hervor, dass uns bald wieder mehr Arbeitslose drohen.

Die Phase der Verbesserung am Arbeitsmarkt ist vorbei

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit war im Juli um 13 Punkte niedriger als im Juli des Vorjahres. Daran, wie sich die Leiharbeit entwickelt, können Experten ablesen, wie sich der Arbeitsmarkt verändert. Hier gab es laut der Bundesagentur für Arbeit deutliche Rückgänge bei den Beschäftigungszahlen: 2018 gab es 32.000 weniger Leiharbeiter als 2017. "Die Phase kontinuierlicher Verbesserungen am Arbeitsmarkt ist vorbei", warnt Stefan Kipar, Ökonom der Bayerischen Landesbank. "Es ist ganz eindeutig, dass die Unternehmen nicht länger neue Arbeitsplätze schaffen."

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"Die heimische Festung bröckelt"

Die Schwäche der Industrie werden sich bald auf die Gesamtwirtschaft auswirken, befürchtet Carsten Brzeski, Chef-Ökonom der ING-Diba AG in Frankfurt. "Lange war die Story: 'Klar haben wir einen Handelskonflikt, Unsicherheit auf dem Markt in China, aber das ist nur auf die Industrie beschränkt, auf das produzierende Gewerbe in der gesamten Eurozone, aber der deutsche Binnenmarkt ist stabil'", schreibt die britische Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die heimische Festung bröckelt nicht nur in Deutschland, sondern auch in allen anderen Wirtschaften."

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Bundesbank warnt vor zurückgehendem Wachstum in der Wirtschaft

Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Volker Treier sieht für das Jahr 2019 nur ein mageres Exportplus voraus: "Wenn wir mit einer schwachen Null - und somit mit dem schlechtesten Ergebnis seit der Finanzkrise - aus dem Jahr gehen würden, wäre das angesichts der konflikt- und krisenbeladenen Weltwirtschaft schon ein Erfolg."

Im ersten Quartal 2019 wuchs das Bruttoinlandsprodukt zwar im Vergleich zum Vorjahr noch um 0,4 Prozent, doch die Bundesbank begründet dies mit Sondereffekten und warnt vor einem zurückgehenden Wachstum. Laut den Zahlen für Industrie-Produktion stellen Industrie, Bau und Energieversorger im Juni 1,5 Prozent weniger her als im Vormonat, im Jahresvergleich sogar um fünf Prozent. Dabei machen Industrie und Baugewerbe über 30 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus, schreibt das Karriere-Portal Business Insider.

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