Bund-Länder-Treffen

Nach Astrazeneca-Impfstopp: Corona-Gipfel wird verschoben

In Deutschland steigen die Corona-Neuinfektionen weiter an, gleichzeitig wird in einigen Bereichen gelockert. Mit Spannung wurde daher der bevorstehende Corona-Gipfel erwartet. Dieser wurde nun verschoben.

Alle paar Wochen blicken Millionen Deutsche gespannt nach Berlin – seit fast einem Jahr beraten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer über das gemeinsame Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie*. Nachdem der vergangene Corona-Gipfel einige Lockerungen mit sich gebracht hatte, wurde mit Spannung das kommende Bund-Länder-Treffen erwartet, wie msl24.de* berichtet.

Am Mittwoch (17. März) wollte sich die Runde erneut zusammensetzen und über weitere Maßnahmen beraten. Doch der Corona-Gipfel wurde nun offiziell verschoben. Dies teilte ein Regierungssprecher am Dienstagvormittag (16. März) mit. Grund ist der Impfstopp für Astrazeneca in Deutschland*.

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
Bestätigte Fälle in Deutschland 2.581.329
Bisher geimpfter Menschen in Deutschland6.507.159

Corona-Gipfel vertagt: Drei Todesfälle nach Astrazeneca-Impfung

„Die für Mittwochabend vorgesehene Telefonkonferenz zwischen Bund und Ländern zum Thema der Impfkampagne und der Einbeziehung der Hausärzte wird verschoben, bis eine Entscheidung der EMA zum Astrazeneca-Impfstoff* vorliegt“, hieß es seitens eines Regierungssprechers dazu. Beim kommenden Corona-Gipfel sollte es vor allem darum gehen, wie die flächendeckende Verimpfung der Bürger bei den Hausärzten bewerkstelligt werden könne.

Am Montagnachmittag hatte das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU)* mitgeteilt, dass Deutschland, nach Dänemark und Spanien, den Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca vorerst ebenfalls nicht mehr verimpfen wolle. Zuvor hatte es Meldungen über Blutgerinnsel im Zusammenhang mit der Corona-Impfung des Vakzins gegeben. Von den sieben in Deutschland aufgetretenen Fällen verliefen drei tödlich. Für die Stadt Hamburg zum Beispiel hat der Astrazeneca-Stopp große Auswirkungen*.

Corona-Gipfel verschoben – Kritik am Impfstopp von Astrazeneca

Das Präparat von Astrazeneca wurde in Deutschland bereits 1,6 Millionen Mal verimpft und ist eine von vier bislang zugelassenen Coronavirus-Impfstoffen* in der EU. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Entscheidung von Jens Spahn derweil kritisiert. „Ich hätte es nicht getan“, sagte er am Montag in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ zum Impfstopp. Der Nutzen des Impfstoffs sei im Vergleich zum Schaden gut vertretbar. „Das Risiko ist wirklich sehr gering“, so der Politiker.

Am Mittwoch sollte der nächste Corona-Gipfel stattfinden. Dieser wurde nun verschoben.

Die vorzeitige Aussetzung des Impfstoffs von Astrazeneca hatte auch Auswirkungen in Münster.* So mussten kurzfristig 3000 Impftermine abgesagt werden. „Für die laufende Impfkampagne ist das in jedem Fall ein schwerer Rückschlag. In einer ersten Maßnahme haben wir sichergestellt, dass im Impfzentrum der Stadt Münster zum Schutz der Bevölkerung kein Astrazeneca mehr verimpft wird, bis die Lage sich klärt““, sagte Krisenstabs-Chef Wolfgang Heuer. (*msl24 und 24hamburg sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa

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