Corona

Kinderimpfung: Minderjährige erhalten ab 7. Juni Impfangebot

Bereits vor den Sommerferien könnte in Deutschland die Corona-Impfung von Kindern beginnen. Dabei würde sich Jens Spahn auch notfalls gegen die Entscheidung der Stiko stellen.

Update: 27. Mai, 18.22 Uhr. Nach Beendigung des Impfgipfels in Berlin verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahre bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden solle. Die Corona-Impfungen für Kinder mit dem Biontech-Impfstoff sollen am 7. Juni starten – parallel zur Aufhebung der Priorisierung. Voraussetzung ist jedoch, dass zuvor die EMA das Vakzin auch für 12- bis 15-Jährige zulässt. Zusätzliche Impfstoffdosen solle es aber nicht geben.

Erstmeldung: 27. Mai, 17.15 Uhr. Berlin – Kurz vor Beginn des aktuellen Impfgipfels zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs am Donnerstag (27. Mai) in Berlin gab es bereits Neuigkeiten zu den geplanten Corona-Impfungen bei Kindern: Wie die Welt berichtet, soll das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) planen, schon bald mehr als sechs Millionen Impfdosen für die Impfung von Minderjährigen bereitzustellen.

Dies gehe aus einem Schreiben hervor, dass der Redaktion vorliege. Demnach rechne das Ministerium damit, dass diese Menge für die Erst- und Zweitimpfung Minderjähriger benötigt werde. Dabei wird eine Impfbereitschaft von 60 Prozent vorausgesetzt, die im Ergebnis je 3,18 Millionen Dosen für die Erst- und Zweitimpfung vorsehe.

Gesundheitsministerium plant mit Impfbereitschaft bei Kindern von 60 Prozent

Das Schreiben habe das Ministerium zur Vorbereitung auf den Impfgipfel an die 16 Länderchefs verschickt, wie es weiter heißt. Bei dem Vakzin handelt es sich um den mRNA-Impfstoff von Biontech, der in der EU bereits ab 16 Jahren zugelassen ist. Mit diesem Vakzin würden in Deutschland die rund 5,3 Millionen Minderjährigen der Altersgruppe 12 bis 18 Jahre bis Ende August ein Angebot für die Erstimpfung erhalten.

Die Bundesregierung wolle die entsprechenden Impfdosen „schrittweise aus den Gesamtliefermengen für Juni, Juli und August zusätzlich zur Verfügung stellen“, wird aus dem Schreiben zitiert. Wann genau es mit der Corona-Impfung für Kinder losgehen kann, hänge jedoch von der weiteren Zulassung durch die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) ab, die für die 12- bis 15-Jährigen noch ausstehe. Am Freitag wird eine Entscheidung der EMA erwartet.

Debatten um Corona-Impfungen bei Kindern: Jens Spahn stellt sich gegen Stiko-Empfehlung

Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) berät derzeit über den Einsatz des Vakzins bei Minderjährigen unter 16 Jahren. Eine generelle Empfehlung werde die Kommission vermutlich nicht aussprechen, heißt es. Stiko-Mitglied und Kinder- und Jugendarzt Martin Terhardt sagte kürzlich im Interview mit dem rbb Inforadio, die Datenlage sei dafür „zu gering, um seltene Komplikationen nach der Impfung vorhersagen zu können.“ Eine mögliche Empfehlung werde sich nach der Zulassung durch die EMA deshalb vor allem auf Kinder mit chronischen Vorerkrankungen beziehen. Auch Kommissionsmitglied Rüdiger von Kries sagte gegenüber dem rbb, dass eine generelle Empfehlung unwahrscheinlich sei.

Generell müssen wir das Krankheitsrisiko für die einzelne Person berücksichtigen, und dieses ist bei Kindern und Jugendlichen deutlich geringer. Dagegen müssen wir das Risiko der Impfung setzen und den Nutzen für die Gesellschaft.

Martin Terhardt im Gespräch mit dem Inforadio des rbb (21. Mai 2021)
Eine Krankenschwester verabreicht einem Jugendlichen eine Coronavirus-Impfung. (Symbolbild)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigte jedoch bereits an, auch ohne Stiko-Empfehlung die Corona-Impfungen bei Kindern vorantreiben zu wollen. „Wenn die Zulassung da ist, werden wir dann nach und nach – nicht allen auf einmal – Kindern und Jugendlichen über zwölf Jahren ein Angebot machen, sich impfen zu lassen“, sagte Spahn gegenüber RTL und NTV. Weitere Entscheidungen werden voraussichtlich am Donnerstag nach dem abgehaltenen Impfgipfel von Bund und Ländern sowie nach der Entscheidung der EMA am Freitag bekanntgegeben werden.

Rubriklistenbild: © Paul Hennessy/dpa

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