Präsenzunterricht

NRW-Schulen: Diese Corona-Regeln gelten ab dem 31. Mai

Präsenzunterricht in voller Klassenstärke – das wird ab dem 31. Mai in NRW wieder zum Alltag in den meisten Schulen gehören. Klare Regeln sollen dies möglich machen.

NRW – Die Corona-Fallzahlen in ganz Deutschland sinken weiter: Die 7-Tage-Inzidenz auf Bundesebene liegt am Mittwoch laut Robert Koch-Institut bei 46,8, in Nordrhein-Westfalen liegt der Wert bei 51,6. Nach ersten allgemeinen Corona-Lockerungen in NRW vor und um Pfingsten soll nun auch für die SchülerInnen die Rückkehr in den Präsenzunterricht anstehen – und das noch vor den Sommerferien.

Die sechswöchigen Ferien beginnen in NRW dieses Jahr am 5. Juli. In den fünf Wochen davor, ab dem 31. Mai, sollen jedoch bereits alle SchülerInnen in NRW in den vollständigen Präsenzunterricht zurückkehren – ganz ohne Wechselmodell. Dafür gibt es jedoch klare Regeln, die die Besetzung in voller Klassenstärke möglich machen sollen.

Bundesland:NRW
Einwohner:17,93
Landeshauptstadt:Düsseldorf
Ministerpräsident:Armin Laschet (CDU)

Rückkehr in den Präsenzunterricht: Fast alle Kommunen in NRW unter 100er Inzidenz

Ab dem 31. Mai sollen in NRW also nicht mehr nur die Abschlussklassen, sondern SchülerInnen aller Klassen und Schulformen in den wochentäglichen Präsenzunterricht zurückkehren. Voraussetzung hierfür ist eine stabile 7-Tage-Inzidenz von unter 100 im jeweiligen Landkreis oder in der jeweiligen kreisfreien Stadt, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vergangene Woche im Landtag in Düsseldorf sagte.

Spitzenreiter bei der Kennzahl ist derzeit Münster mit einer Corona-Inzidenz von 15,5, knapp gefolgt von Coesfeld (18,1), ebenfalls im Münsterland gelegen. Derzeit (Stand: 26. Mai) sind von den 53 Landkreisen und kreisfreien Städten in NRW 52 unter der Inzidenz-Grenze von 100, von diesen liegen wiederum 22 unter 50. Nur die Stadt Hagen liegt mit 106 noch über der kritischen Marke. Somit können wahrscheinlich alle Kommunen in NRW am 31. Mai in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Maskenpflicht, Testpflicht: Diese Corona-Regeln gelten in NRW-Schulen ab dem 31. Mai

Zwar wird das Wechselmodell bei einer stabilen Inzidenz unter 100 abgeschafft, aber dennoch kann nicht von normalem Schulalltag in NRW die Rede sein. Die Landesregierung spricht deswegen auch von einem „angepassten Präsenzunterricht“. Dieser umfasst auch weiterhin wichtige Corona-Regeln, um den Unterricht in voller Klassenstärke zu ermöglichen, wie das Schulministerium in NRW ankündigte. Auch die Betreuung in Offenen Ganztagsschulen (OGS) und Schulsport sollen wieder möglich sein. Die wichtigsten Regelungen an den NRW-Schulen im Überblick:

  • Die Hygiene-Vorgaben in Schulen gelten weiter (zum Beispiel Abstand halten und Hände desinfizieren).
  • Es gilt weiterhin eine Maskenpflicht am Sitzplatz im Klassenraum.
  • Mindestens zweimal die Woche sind SchülerInnen und LehrerInnen zu Corona-Schnelltests verpflichtet (Lolli-Test an Grund- und Förderschulen). Dabei bleiben aller Voraussicht nach die vier Pool-Testtagen Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bestehen.
  • Kehrt eine Schule in den vollständigen Präsenzunterricht zurück, dürfen auch „Offene und gebundene Ganztagsangebote und Betreuungsangebote“ (zum Beispiel OGS) wieder aufgenommen werden. „Grundsätzlich ist soweit wie möglich ein regulärer Angebotsumfang anzustreben.“
  • Schulmensen dürfen bei der Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht ebenfalls wieder geöffnet werden. Dies betrifft auch Angebote der Zwischen- und Mittagsverpflegung durch Dienstleister, Kioske oder Bistros.
  • Das Angebot der Notfallbetreuung entfällt bei Wiedereinsetzen des Präsenzunterrichts. 
  • Schulsport darf wieder stattfinden, sollte allerdings an der frischen Luft stattfinden. Dort herrscht, wie beim Schwimmunterricht, keine Maskenpflicht. Sollte der Schulsport wegen schlechten Wetters in einer Turnhalle stattfinden, gilt dort Maskenpflicht für die SchülerInnen. „Intensive ausdauernde Belastungen in Sporthallen sind unzulässig.“
  • Der Präsenzunterricht in Abschlussklassen des dualen Systems der Berufsausbildung soll drei Wochen vor dem Prüfungstermin beendet und als Distanzunterricht fortgeführt werden. Noch ausstehende, schriftliche Prüfungen können in Präsenz abgehalten werden. Diese Regelung kann auch bei allen anderen Abschlussklassen getroffen werden.

„Wichtiges Stück Normalität“ – Yvonne Gebauer steht hinter Rückkehr zum Präsenzunterricht

Dass die Schulen in NRW so kurz vor den Sommerferien noch einmal in den Präsenzunterricht zurückkehren, dürfte auf geteilte Meinungen unter den Eltern und SchülerInnen aber auch Lehrkräften stoßen. Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) sieht diesen Schritt jedoch als „wichtiges Signal für die Familien“ und insbesondere für die SchülerInnen: „Es ist für die Landesregierung stets selbstverständlich gewesen, dass wir bei sinkenden Infektionszahlen auch wieder mehr Präsenzunterricht ermöglichen wollen“, erklärte Gebauer in einer Pressemeldung des NRW-Schulministeriums zur Rückkehr in den Präsenzunterricht. „Für mich persönlich haben die Entwicklung der Kinder und ihre Bildungschancen Priorität bei gleichzeitig größtmöglichem Gesundheitsschutz in den Schulen.“

Kinder brauchen Kinder. Kinder brauchen Bildung. Kinder brauchen Strukturen und wieder mehr regulären Alltag. Ich bin am heutigen Tage zuversichtlich, dass wir durch Schützen, Testen und Impfen der Lehrkräfte den jungen Menschen und der gesamten Schulgemeinschaft zum Schuljahresende ein wichtiges Stück Normalität zurückgeben können.“

Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung in NRW
Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP)

Der Präsenzunterricht an den NRW-Schulen hängt jedoch weiterhin von den Inzidenzen ab: Übersteigt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt die 100er Inzidenz, wird an den Schulen erneut das Wechselmodell eingeführt (die Bundesnotbremse greift). Wird die 165er Inzidenz überschritten, gehen die SchülerInnen wieder in den vollständigen Distanzunterricht.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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