Start nach Ostern

Ab sofort: Corona-Impfung beim Hausarzt – doch Patienten brauchen Geduld

Im Kampf gegen das Coronavirus ist die Impfung wohl das wirksamste Mittel. Ab sofort dürfen auch Hausärzte diese verabreichen – doch das kann dauern.

Update: 6. April. Ab heute werden die Hausärzte endlich in die Impfkampagne in Deutschland mit einbezogen. Das bedeutet, dass Patienten, die in die entsprechenden Priorisierungsgruppen fallen, bald einen Impftermin bekommen können. Da am Dienstag die Impfdosen erst angeliefert werden, finden Termine erst ab Mittwoch (7. April) statt.

Doch da den Praxen zunächst nur etwa 20 Impfdosen pro Woche zur Verfügung stehen, müssen sich Patienten auf längere Wartezeiten einstellen. Ab dem 12. April soll dann langsam Schwung in die Kampagne kommen und ab Ende April sollen bereits drei Millionen Dosen pro Woche auf die Praxen verteilt werden. Derweil sorgte in NRW die außerplanmäßige Terminvergabe für Astrazeneca-Impfungen für enormen Andrang in den Impfzentren. Bereits nach einem Tag waren fast alle der 450.000 Termine ausgebucht.

NRW-Chef Armin Laschet (CDU) verkündete nach Ostern seinen Plan für einen „Brücken-Lockdown“. Mit dieser Idee, die sich der Ministerpräsident über Ostern ausgedacht hat, stößt er allerdings an vielen Stellen auf Kritik und Spott.

Corona: Impfungen bei Hausärzten nach Ostern

Erstmeldung: 24. März. Die Impfung gegen das Coronavirus kam in Deutschland bislang nur schleppend voran. Auch drei Monate nach dem Impfstart in den Impfzentren, von denen es im Münsterland fünf Stück gibt, mangelt es in der Bundesrepublik an Impfstoff. Nach Ostern soll sich dies nun ändern. Auch Hausärzte sollen in ihren Praxen Patienten gegen das Virus SARS-CoV-2 impfen lassen können. Was Sie jetzt über die Corona-Impfung beim Hausarzt wissen müssen, lesen Sie bei msl24.de.

ThemaCorona-Impfung beim Hausarzt
Geplanter Start6. April
LandDeutschland

Corona-Impfung beim Hausarzt startet nach Ostern

Ab dem 7. April (Mittwoch) dürfen Hausärzte in Deutschland ihre Patienten offiziell gegen das Coronavirus impfen. Zu dieser Entscheidung sind Bund und Länder beim Corona-Gipfel am Montag (22. März) gekommen. Der Impfstarttermin in den Hausarztpraxen wackelt jedoch, wie msl24.de berichtet. Zunächst war sogar ein früheres Datum angedacht. Doch für den 29. März fand sich keine Mehrheit. Die Impfzentren sollen weiterhin vorrangig beliefert werden. Lediglich der Impfstoff, der in Zentren übrig bleibt, wird an die Praxen abgegeben.

„Die Menge der pro Woche verfügbaren Impfstoffe, die die wöchentliche Lieferung an die Länder übersteigt, wird gemäß Bevölkerungsanteil der Länder an die Arztpraxen ausgeliefert“, heißt es im Beschluss des Impfgipfels. Bislang stehen Deutschland insgesamt vier zugelassene Corona-Impfstoffe zur Verfügung. Als besonders gut geeignet gilt das Vakzin von Astrazenca, da es nicht so aufwendig gelagert werden muss, wie die anderen drei zugelassenen Impfstoffe. Der Wirkstoff geriet wegen möglicher Nebenwirkungen jedoch stark in die Kritik.

Corona-Impfung beim Hausarzt – wie viel Impfstoff steht den Praxen zur Verfügung?

Den Hausärzten in Deutschland stehen nach Ostern zunächst nur rund eine Million Impfdosen pro Woche zur Verfügung. Bei insgesamt 50.000 Hausarzt-Praxen bedeutet dies, dass die Mediziner knapp 20 Impfdosen wöchentlich verabreichen können. Den Wirkstoff erhalten sie von Apotheken und dem Pharma-Großhandel. Ab dem 12. April wird aufgestockt auf etwa 1,2 Millionen Dosen. Ende des Monats sollen es dann 3,2 Millionen Dosen für die Praxen geben. Rund 60 Patienten könnten dann pro Woche immunisiert werden.

Um die anvisierte Menge an Impfstoff zu erhalten, setzt der Bund auf einer Zusatzlieferung von Biontech/Pfizer. Das Serum des Unternehmens erhielt in Deutschland als erster Wirkstoff gegen das Coronavirus eine ordentliche Zulassung. Die Gesundheitsminister des jeweiligen Bundeslandes sind dafür zuständig, dass die Corona-Impfstoffe an alle Hausarzt-Praxen gleichermaßen verteilt werden. In NRW übernimmt Karl-Josef Laumann (CDU) diese Aufgabe.

Corona-Impfung beim Hausarzt – welche Patienten werden geimpft?

Bei der Corona-Impfung in den Hausarztpraxen* müssen sich die niedergelassenen Ärzte in Deutschland an die Priorisierungsvorgaben halten. „Für die Impfungen in Arztpraxen gilt die Priorisierung gemäß der Impfverordnung als Grundlage, die flexibel anzuwenden ist“, heißt es in dem Beschlusspapier von Bund und Ländern. Pflegefälle und Patienten mit Vorerkrankungen haben Vorrang, da bei ihnen ein höheres Risiko für einen schweren oder tödlichen Corona-Krankheitsverlauf besteht. Immobile Patienten können in der eigenen Häuslichkeit geimpft werden. In der Impfverordnung wurden die Vorerkrankungen genauer definiert:

  • Demenz
  • Organtransplantation
  • Krebserkrankungen
  • Lungenerkrankung
  • Diabetes mellitus
  • chronische Leber- oder Nierenerkrankung
  • Fettleibige Menschen mit einem Body-Mass-Index von über 40

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kündigte am Mittwoch (24. März) im Landtag an, dass er die Priorisierungsgruppe 2 bei der Corona-Impfung auflockern wolle. Das NRW-Gesundheitsministerium werde einen Erlass dazu herausgeben, so der CDU-Politiker. Damit könnten die Ämter vor Ort noch schneller und flexibler agieren. Menschen zwischen 70 und 80 Jahren sowie die Personen mit Vorerkrankungen könnten so noch schneller geeimpft werden.

Corona-Impfung beim Hausarzt – so bekommen Sie einen Termin

Die Terminvergabe zur Corona-Impfung beim Hausarzt wird zunächst nicht telefonisch über den Patienten gesteuert sein. Die Hausärzte werden viel mehr aktiv und gezielt auf ihre Patienten zugehen. In den Impfzentren, von denen es in Ostwestfalen sieben Stück gibt*, ist die Herangehensweise eine andere. Hier erfolgt die Terminvergabe telefonisch über die Hotline 116 177 oder online. Genauere Informationen zum Ablauf lesen Sie in unserem Artikel: „Impfung gegen Coronavirus: So bekommen Sie einen Termin“.

Nach Ostermontag soll das Impfen beim Hausarzt starten (Symbolbild).

Dürfen neben den Hausärzten auch die Fach- und Betriebsärzte impfen?

Fachärzte sollen bei der Corona-Schutzimpfung vorerst nicht zum Einsatz kommen. Da es aktuell noch nicht genügend Impfstoff gibt, könnten die Mediziner nicht beliefert werden. „Bei steigenden Impfstoffmengen werden auch die Fachärzte sowie Betriebsärzte entsprechend einbezogen“, heißt in der aktuellen Beschlussvorlage des Bundes.

Firmen wie RWE, Deutsche Post und Bayer boten bereits an, dass ihre Betriebsärzte in die Impfung mit einsteigen können. Ausgeschlossen wurde hingegen, dass die Bundesländer selbst entscheiden können, wie sie den Impfstoff auf die Praxen und Impfzentren verteilen. Der Stadtstaat Bremen hatte sich dafür ausgesprochen. Der Vorschlag stieß bei den anderen Ländern und auch bei der Bundesregierung auf Ablehnung. (*owl24.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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