Kampf gegen Corona

Kommt das Impfen jetzt ins Rollen? So soll es ab April weitergehen

Angela Merkel sieht Licht am Ende des Tunnels: Denn ab April soll es mit dem Impfen in Deutschland endlich vorangehen.

Die Impfungen in Deutschland hinken im internationalen Vergleich weiter hinterher. Während in Israel über die Hälfte der Bevölkerung bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind und auch in Chile fast jeder Dritte zumindest eine Dosis erhalten hat, geht es in der Bundesrepublik bislang nur schleppend voran.

Knapp 7,7 Millionen Menschen wurden bundesweit mindestens einmal gegen Corona geimpft, das sind erst 9,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wegen des schleppenden Impfstarts in Deutschland wurde die Bundesregierung, allen voran Jens Spahn, heftig kritisiert. Doch jetzt soll alles ganz schnell gehen – glaubt man einem Schreiben des Gesundheitsministeriums.

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
Mindestens einmal geimpfte Personen in Deutschland7.692.386
Vollständig geimpfte Personen in Deutschland3.416.592

Impfungen im April: Bis zu 20 Millionen Dosen erwartet

So erwartet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Lieferung von knapp 20 Millionen Dosen im April. Dies geht aus einem Papier zur Impfstoffbeschaffung hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. So sollen ab Ostermontag (5. April) 2.515.500 Impfdosen von Biontech/Pfizer nach Deutschland geliefert werden. Vom Vakzin des Unternehmens Moderna sollen bereits ab kommender Woche mehr als 1,7 Millionen Dosen bis Ende April ankommen.

Für denselben Zeitraum erwartet das Gesundheitsministerium von Jens Spahn 4.587.200 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca. Dem Papier nach werden im zweiten Quartal des Jahres weitere 70,5 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert – darin enthalten sind auch knapp 1,4 Dosen des Impfstoffs von Curevac, der in der EU noch nicht zugelassen ist. Bisher dürfen vier Impfstoffe europaweit verabreicht werden.

Impfung in Deutschland: Arztpraxen erhalten ab April mehr Impfstoff

Noch vor wenigen Wochen hatte sich der Bundesgesundheitsminister noch skeptisch bezüglich des Impftempos im April gezeigt. 10 Millionen Impfungen pro Woche, so Jens Spahn vor über zwei Wochen, würden noch nicht möglich sein. Doch jetzt soll es doch alles ganz schnell gehen. Corona-Impfungen bei Hausärzten sollen nach Ostern möglich sein. Kanzlerin Angela Merkel betonte am Dienstag (23. März) in einer Fraktionssitzung, dass die Praxen ab April mehr Impfdosen erhalten sollen als die Impfzentren, von denen es im Münsterland fünf Stück gibt.

Ab April soll das Impfen in Deutschland vorankommen.

Das Impfen sei der Weg aus der Krise, betonte die Kanzlerin. Sie sagte jedoch auch, dass ein Erfolg beim Verabreichen des Coronavirus-Impfstoffs nur dann erreicht werden könne, sollte die Zahl der Neuinfektionen gering gehalten werden. Christoph Krupp (SPD),  Impfstoffbeauftragter der Bundesregierung, geht davon aus, dass das Impftempo in Deutschland nun durch eine Steigerung der Impfstoffproduktion im Land deutlich erhöht werden könne, wie merkur.de* berichtet. „Meine Einschätzung ist, dass wir im Mai auf eine wöchentliche Produktionsrate von ungefähr sechs Millionen (Dosen) kommen können und dass die auch noch weiter steigen kann“.

Nach dem jüngsten Corona-Gipfel hat das Land NRW zunächst die Notbremse gezogen, nachdem die Inzidenz mehrere Tage lang über 100 gelegen hatte. Bevor das Impfen in Deutschland vorangetrieben werden soll, steht Deutschland noch ein besonders ruhiges Osterfest bevor. Gründonnerstag gilt in diesem Jahr als Ruhetag – ob das auch für Arbeitnehmer gilt, ist noch unklar. (*merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © Michel Spingler/dpa

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