Corona-Pandemie

Intensivärzte schlagen Alarm – und fordern sofortigen Lockdown

Rein oder raus aus dem Lockdown? Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage in Deutschland sprechen sich Deutschlands Intensivärzte ganz klar für eine Option aus. Zudem steigt die Sorge vor dem Osterfest.

6604 Neuinfektionen mit dem Coronavirus* vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag (15. März) – das sind 1593 mehr als noch vor einer Woche. Auch die 7-Tage-Inzidenz ist bundesweit erneut gestiegen und liegt nun bei 82,9, wie msl24.de* berichtet.

Aufgrund der derzeitigen Lage schlagen jetzt vor allem Deutschlands Intensivärzte Alarm. Sie fordern von der Politik eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. Dieser wurde beim vergangenen Corona-Gipfel mit Angela Merkel* wieder aufgeweicht – obwohl die Zahlen zum damaligen Zeitpunkt schon wieder angestiegen waren.

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
Bestätigte Fälle Deutschland2.575.849
7-Tage-Inzidenz82,9 (15. März 2021)

Coronavirus: Ärzte warnen vor Anzahl an Intensivpatienten

„Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern“, betonte Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), am Montag. Er appellierte zudem an die Politik, sich an die beschlossene Notbremse bei einer Inzidenz von 100 zu halten. Vor der dritten Welle hatte kürzlich bereits RKI-Chef Lothar Wieler gewarnt.

Sollte eine Inzidenz von 100 erreicht werden, die in Deutschland mittlerweile nicht mehr weit ist, „würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen“, sagte Karagiannidis beim RBB-Sender Radioeins. 2800 Covid-19-Patienten befinden sich momentan bundesweit auf Intensivstationen. „Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell jetzt wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben“, so der DIVI-Chef weiter.

Coronavirus: Inzidenz von 350 an Ostern?

Es bringe zudem nichts, so Christian Karagiannidis, in den kommenden ein bis zwei Wochen Lockerungen durchzuführen, „weil wir ganz schnell auf einem hohen Niveau ankommen und es auf dem hohen Niveau doppelt so schwierig sein wird, von den Zahlen wieder herunterzukommen“. Gegen Schulöffnungen in NRW hatten sich nun auch zahlreiche Eltern ausgesprochen, da sie aufgrund der steigenden Infektionen kontraproduktiv seien. Bereits vor wenigen Tagen hatte das RKI vor einem enormen Anstieg der 7-Tage-Inzidenz bis Ostern gewarnt*.

2800 Covid-19-Patienten liegen derzeit auf Deutschlands Intensivstationen.

Grund dafür sei vor allem die rasche Ausbreitung der britischen Coronavirus-Mutation*, die laut RKI mittlerweile über 50 Prozent aller Infektionen in Deutschland ausmache. Sollte sich die Variante B.1.1.7 in derselben Geschwindigkeit wie bisher ausbreiten, werde ein Niveau der Fallzahlen wie an Weihnachten 2020 erreicht. Bis Mitte April könnte der Inzidenzwert demnach bei 350 liegen. Daher appellierte RKI-Chef Lothar Wieler in Sachen Impfungen einen Zahn zuzulegen. „Wir müssen so viel wie möglich impfen, so schnell wie möglich, strategisch.“ Bundesweit wurden bislang erst 7,4 % der Menschen geimpft. (*msl24 und ruhr24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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