Maßnahme gegen Covid-19

Coronavirus: Kontaktverbot beschlossen! Was Sie dürfen – und was nicht

Viele wollten die Ausgangssperre, nun kommt sie aber doch nicht. Ab heute gilt in NRW ein Kontaktverbot. Wir erklären, was das für die Einwohner von Münster bedeutet.

  • Das oberste Ziel der Regierung ist es momentan, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.
  • Die Bundeskanzlerin sprach dazu mit den Ministerpräsidenten der Länder über eine mögliche Ausgangssperre.
  • Das Ergebnis der Einigung hat auch Auswirkungen auf die Einwohner von Münster.

Münster – Seit Sonntag ist es beschlossene Sache: In ganz NRW gilt ein sogenanntes Kontaktverbot. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten unter anderem über eine mögliche Ausgangssperre auf Bundesebene beratschlagt, wie sie bereits in entschärfter Form als Ausgangsbeschränkung in Bayern und mittlerweile auch in Sachsen angewandt wird. 

Doch die Politiker entschieden sich gegen die eher drastische Maßnahmen einer Ausgangssperre und versuchen zunächst mit einem Kontaktverbot, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Dieses wird nun auch in Münster umgesetzt.

Maßnahme gegen das Coronavirus: Diese Maßnahmen gelten ab sofort in Münster

Ziel der nun beschlossenen Maßnahmen ist es, den Kontakt zwischen den Menschen außerhalb ihres Haushaltes drastisch zu reduzieren. So soll eine weitere, schnelle Ausbreitung des Coronavirus gebremst werden. Kurz gesagt gilt im öffentlichen Raum ein Verbot für Menschenansammlungen ab drei Personen. Ausgenommen davon sind Familienmitglieder, die in einem Haushalt zusammen leben, sowie Wohngemeinschaften – in der Studentenstadt Münster absolut keine Seltenheit.

Die Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus sinke praktisch auf null, wenn man genügend Abstand voneinander wahre, so Merkel in ihrer Presseerklärung am Sonntag. Dazu kommen folgende Maßnahmen, die ab sofort auch in Münster und ganz NRW bindend sind, die auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf einer Pressekonferenz vorstellte:

  • Gruppen ab drei Personen sind im öffentlichen Raum verboten (ausgenommen: Familien aus einem Haushalt und Wohngemeinschaften).
  • Im öffentlichen Raum ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten (ausgenommen: Familien aus einem Haushalt und Wohngemeinschaften).
  • Folgende Wege und Aktivitäten im öffentlichen Raum sind weiterhin erlaubt: der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft, Beerdigungen, Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.
  • Partys in Gruppen sind verboten – sowohl auf draußen, als auch in privaten Einrichtungen und Privatwohnungen. 
  • Gastronomiebetriebe müssen schließen, aber Lieferung und Abholung von Speisen bleibt weiterhin erlaubt.
  • Geschäfte und Dienstleister im Bereich der Kosmetik und Hygiene werden geschlossen. Dazu gehören: Friseure, Tattoo-Studios, Kosmetikstudios und Massagepraxen.
  • In allen Betrieben, Unternehmen o.Ä. sollen die Hygiene-Vorgaben erfüllt werden.

Coronavirus in Münster: Kontaktverbot statt Ausgangssperre für mehrere Wochen

Laut Kanzlerin Merkel sollen die Maßnahmen mindestens zwei Wochen gelten. NRW-Ministerpräsident Laschet ordnete dagegen an, dass das Kontaktverbot in NRW erst einmal bis zum 19. April gelten werden, dem Ende der Osterferien. Damit läuft der aktuelle Erlass zur Verlangsamung der Coronavirus-Ausbreitung auch in Münster parallel zur Schließung von Kitas und Schulen. 

Zudem kündigte Laschet während seiner Presseerklärung an, dass beim Verstoß gegen die neuen Regelungen mit hohen Strafen zu rechnen sei: "Empfindliche Bußgelder von bis zu 25.000 Euro bei leichten und strafrechtliche Verfolgung bei schweren Verstößen", so Laschet. Auch in Münster werden nun Polizei und Ordnungsamt die Einhaltung der neuen Maßnahmen kontrollieren. So müssen die Einsatzkräfte zum Beispiel auch Wohnungspartys auflösen. Dies alles diene dem Schutz vor der weiteren Ansteckung mit dem Coronavirus.

Über die aktuellen Zahlen zur Coronavirus-Infektion in Münster informieren wir Sie in unserem Newsticker. Zudem erfahren Sie bei uns, wie viele Menschen im Münsterland bereits mit dem Coronavirus infiziert sind. Viele Unternehmen bangen derzeit um ihre Existenz. So ist auch das Café Issel aus Münster durch das Coronavirus schwer getroffen.

Rubriklistenbild: © Fotomontage: dpa

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