Coronavirus

"Wirklich toll": Markus Lewe dankt Gründern der Einkaufshilfe

Das Coronavirus ist unter anderem für Ältere und Vorerkrankte eine echte Gefahr. Mit jedem Schritt nach draußen setzen sie sich einem Risiko aus. Studenten aus Münster wollen diesen Menschen nun helfen. 

  • In Münster steigt die Zahl der Coronavirus-Patienten weiter an.
  • Viele Menschen gehören zu Risikogruppe.
  • Für diese haben Studenten nun eine Einkaufshilfe gegründet.

Update: 15. April. Die Resonanz für die Einkaufshilfe, die von Studenten aus Münster organisiert wurde, um Risikogruppen des Coronavirus das alltägliche Leben zu erleichtern, war groß. "Ich habe das Gefühl, dass in Münster wirklich jeder mit anpackt und seinen Beitrag leisten möchte", sagte Marius Mehling, der gemeinsam mit Lena Balitzk und seinem Team das Projekt ins Leben gerufen hat.

Über 350 Freiwillige haben sich seit dem ersten Aufruf vor einigen Wochen gemeldet, um für Hilfesuchende einkaufen zu gehen. "Ja, die Münsteranerinnen und Münsteraner sind wirklich toll. Ihre Idee der Einkaufshilfe ist in diesen Corona-Zeiten wirklich hilfreich und alltagstauglich. Da kann ich nur besonders herzlich danke sagen", zeigte sich jetzt auch Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe begeistert von der Hilfsaktion. Deutschland kehrt erst nach und nach zur Normalität zurück: Für Münster und NRW wurden weitere Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Gleichzeitig sollen jedoch einige Geschäfte wieder öffnen dürfen. 

Das Team der Einkaufshelfer aus Münster vermittelt die Freiwilligen, die sich telefonisch (0157/33 20 17 96) oder per Mail (einkaufshilfe.ms@gmail.com) anmelden, an die Hilfesuchenden, die in Zeiten der Coronavirus-Krise besonders auf Solidarität angewiesen sind. Um Missbrauch zu vermeiden, werden die Freiwilligen zunächst per Video-Chat und Nachweis des Personalausweises identifiziert. 

Bislang seien über 130 Patenschaften zwischen Helfern und Hilfesuchenden entstanden. "Münster zeigt, dass man sich aufeinander verlassen kann", erklärt Medizinstudentin Lena Balitzki freudig, die auch auf der Intensivstation des Franziskus-Hospitals aushilft. Das Fazit der Initiatoren der Einkaufshilfe: "Münster funktioniert auch in der Krise sehr gut". Sie ermuntern weiterhin Personen, die eine Risikogruppe für das Coronavirus darstellen, sich bei ihnen zu melden.  

OB Markus Lewe (Mitte) bedankte sich - mit entsprechendem Abstand - bei den Initiatoren Lena Balitzki und Marius Mehling.

Münster: Studenten gründen Einkaufshilfe für Risikogruppen

Erstmeldung: 20. März. Münster – "Hi, wir sind's, die Risikogruppe" – mit diesen Worten stellten sich dieser Tage acht junge Menschen in den sozialen Medien vor, für die das Coronavirus eine besondere Gefahr darstellt. Sie sind weder alt, noch todkrank, sondern Querschnittsgelähmt.

Neben der älteren Generation sowie den Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen stellen auch sie eine Risikogruppe für das Coronavirus Sars-CoV-2 dar. Für sie könnte eine Ansteckung mit Covid-19 tödlich sein. Jeder Schritt für sie nach draußen bedeutet fast schon Lebensgefahr. Und genau all diesen Menschen wollen nun drei Studenten aus Münster helfen.

Coronavirus: Studenten aus Münster kaufen für Risikogruppen ein

Die Medizinstudenten Lena Balitzki, Marius Mehling und Franziska Breulmann haben eine ehrenamtliche Einkaufshilfe für Covid-19-Risikogruppen gegründet. "Eine Infektion mit dem Coronavirus hat für ältere und vorerkrankte Menschen zum Teil schwere Folgen. Dies kann besonders gerade entlassene Patienten aus den Krankenhäusern betreffen", erläutern die Mitinitiatoren Lena Balitzki und Marius Mehling aus Münster den Hintergrund der Kampagne.

Und die funktioniert so: Um die Risikogruppen vor einer Ansteckung des Coronavirus zu schützen, organisieren sie mit ihren Kommilitonen der WWU Münster kostenlose Besorgungsgänge – beispielsweise in Supermärkten und Apotheken. Somit soll diesen Menschen vor den Gefahren beschützt werden, an Covid-19 zu erkranken, indem sie zum Beispiel in Geschäften an der Schlange stehen.

Die Initiatoren der "Einkaufshilfe Münster" brauchen weiterhin Verstärkung.

"Einkaufshilfe Münster" sucht Kontakt zu Risikogruppen des Coronavirus

Über 200 Freiwillige haben sich bislang gemeldet und wollen das Projekt der drei Studenten unterstützen. Unter der Rufnummer 0157/33 20 17 96 sowie per E-Mail (einkaufshilfe.ms@gmail.com) sind die Organisatoren für weitere Interessenten erreichbar. In Münster ist die Zahl der Covid-19-Erkrankungen in den vergangenen Tagen stark angestiegen

Die Initiatoren der "Einkaufshilfe Münster" bieten ihr Angebot gezielt in Krankenhäusern und Behörden an, um noch mehr Menschen helfen zu können. "Wir suchen Kontakt zu Covid-19-Risikogruppen, vor allem solchen, die von Nachbarn, Freunden und Verwandten zurzeit nicht ausreichend unterstützt werden können", erklärt Marius Mehling, der mit seinen Mitstreiterinnen beweist: Nur solidarisch kommen wir gemeinsam aus der Krise. 

Viele Menschen fürchten sich derzeit vor dem Gang in den Supermarkt. In Zeiten des Coronavirus fahren noch einige Lieferdienste in Münster Essen aus. Dies geschieht jedoch unter bestimmten Vorkehrungen. Wer an Covid-19 erkrankt oder eine Kontaktperson ist, muss sich in Isolation begeben. Was während der Coronavirus-Quarantäne zu beachten ist, erfahren Sie hier

Viele Unternehmen bangen derzeit um ihre Existenz. So ist auch das Café Issel aus Münster durch das Coronavirus schwer getroffen. Während das öffentliche und kulturelle Leben momentan stillsteht, gibt es gute Nachrichten für Filmfans: In Münster soll wegen der Coronavirus-Krise bald ein Autokino eröffnen.

Rubriklistenbild: © Fotomontage: dpa / picture alliance/Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

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