Neue Taktik

So soll in NRW endlich schneller gegen Corona geimpft werden

Sie ist nach wie vor der große Haken, an dem der Erfolg der Corona-Bekämpfung hängt: Die Impfung. Doch noch immer stockt der fließende Ablauf. In NRW soll nun der Turbo eingelegt werden.

NRW – Seit vielen Wochen ist das Thema der Corona-Impfung Dauergast in den Bund-Länder-Treffen, in diversen Talkrunden und in den Nachrichten. Doch viel scheint sich noch nicht geändert zu haben. Arztpraxen und Impfzentren haben massenhaft Kapazitäten, alles stünde bereit, nur wirklich Fahrt aufnehmen will die Impfkampagne in Deutschland und NRW nicht. Der immer gleiche Grund: Zu wenig Corona-Impfstoff. Dies soll sich nach Ostern ändern. (Welche Corona-Regeln bis dahin über das Osterfest in Münster gelten, lesen Sie bei msl24.de.)

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Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)

Corona in NRW: So soll die Impfung beschleunigt werden

Der Hauptgrund für die langsame Impfkampagne, der chronische Impfstoffmangel, soll nach WDR-Informationen nach Ostern der Vergangenheit angehören. Rund 650.000 Impfdosen erwartet das Gesundheitsministerium, Ende April sollen pro Woche eine Million Corona-Impfungen verabreicht werden. NRW will zusätzlich die Strategie des Impfstoff-Managements ändern.

Bislang wurde in NRW bei jeder Erstimpfung die Dosis für die Zweitimpfung zurückgelegt, um im Falle eines Mangels, etwa durch Lieferengpässe der Hersteller, eine ordnungsgemäße Immunisierung des Patienten gewährleisten zu können. So kommt es zu großen Ansammlungen verwendbarer Impfdosen, die sich in den Lagern stapeln, während andere Bundesländer um jede Dosis ringen müssen. Nun also der Kurswechsel: NRW baut die Lager ab und behält nur noch so viel Vorrat zurück, dass die Zweitimpfungen in der folgenden Woche gewährleistet sind.

Alle Impfzentren im Münsterland in der Übersicht.

Mehr Corona-Impfstoff für NRW: Doch wer darf impfen?

Die Frage, wer denn nun Corona-Impfungen durchführen wird, bleibt jedoch bestehen. Die Hausärzte haben schon lange ihre Bereitschaft signalisiert, durften und konnten bislang aber noch nicht loslegen. Denn aktuell wird weiterhin nur in den Impfzentren und von mobilen Einsatzteams in beispielsweise Seniorenheimen gespritzt. Nach Ostern, mit Erhalt der höheren Impfstoff-Menge, sollen dann jedoch endlich landesweit rund 11.000 Hausarztpraxen in die Kampagne einsteigen.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Ärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, betonte dem WDR gegenüber seine Zuversicht, dass durch die Durchführung in den Praxen einen großen Vorteil habe: Die vertraute Umgebung könne, gerade in ländlichen Gegenden, wo die Wege zum Impfzentrum recht lang sein können, noch einmal zu einer höheren Impfbereitschaft führen.

Die 53 Impfzentren sollen laut einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums noch bis Ende September 2021 in Betrieb bleiben. Ab sofort sollen die Zentren jedoch flexibler mit übrig gebliebenen Impfdosen umgehen können. So sollen auch unter 80-Jährige mit Vorerkrankungen in NRW direkt mit den übrigen Dosen geimpft werden können.

Alle Impfzentren in Ostwestfalen-Lippe in der Übersicht*.

Das Land NRW will bei den Corona-Impfungen Tempo machen.

Corona-Impfkampagne in NRW: Betriebs- und Tierärzte wollen helfen

Auch die deutschen Tierärzte wollen helfen: Bereits seit Anfang Dezember 2020 signalisierten die Veterinäre ihre Bereitschaft, haben laut Siegfried Moder, dem Präsidenten des Bundesverbandes für praktizierende Tierärzte, jedoch seitens der Regierung noch keine Rückmeldung bekommen. In den USA und Frankreich sind Tierärzte bereits an den Impfkampagnen beteiligt. In Deutschland könnten durch diese Maßnahme rund zwei Millionen Menschen zusätzlich gegen das Coronavirus geimpft werden.

Genügend Impfstoff vorausgesetzt, sollen Impfungen auch in Unternehmen möglich sein. Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte sprach sich dafür aus und verwies auf die jährliche Grippeschutzimpfung, die beweise, dass solch eine Maßnahme möglich und durchführbar sei. (*owl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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