Laschet im Landtag

Corona: Bestimmte Personengruppen in NRW sollen jetzt geimpft werden

Hohe Inzidenzen dürfen nicht von der Postleitzahl abhängen, sagte Armin Laschet im Landtag. Deshalb sollen mobile Impf-Teams in Ballungszentren geschickt werden.

NRW/Düsseldorf – In seiner Rede vor dem Landtag NRW am Mittwoch (28. April) hat sich Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) dafür ausgesprochen, die Impfungen in dicht besiedelten Regionen der Städte stärker voranzutreiben. Dabei könnte die Vorgehensweise seiner Meinung nach ähnlich aussehen wie zu Anfang der Impfkampagne in Deutschland, als mobile Impf-Teams in Pflegeeinrichtungen fuhren, um die dortigen Bewohner zu impfen. Ähnliches plane er auch für Ballungszentren.

BundeslandNRW
Einwohner 17,93 Millionen (2019)
Hauptstadt Düsseldorf

Coronavirus in NRW: Mehr Impfungen in Ballungsräumen

Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, sei in dicht besiedeltem Wohnraum deutlich höher als im großzügigen Einfamilienhaus, sagte Armin Laschet in seiner Landtags-Rede. Daraus entstehe nun „eine soziale Frage“. Deshalb sei eine Verschiebung der Impf-Schwerpunkte der nächste Schritt. Seine Idee sind mobile Impf-Teams, die direkt vor Ort agieren. So solle verhindert werden, dass Ballungszentren eine höhere Inzidenz aufweisen als der Rest der Region.

 Wenn die ganze Gesellschaft zusammenhalten soll in dieser Frage, darf es nicht von der Postleitzahl abhängen, wo die Inzidenzen hoch sind.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

In vielen großen Städten wie Köln fällt auf, dass Viertel mit einem höheren Armuts- und Migrationsanteil eine höhere Inzidenz aufweisen. Besondere Impf-Angebote sollen Abhilfe schaffen. Gleichzeitig sollen auch Info-Kampagnen gestartet werden, die noch Unentschlossene zur Impfung bewegen könnten. Laut Laschet könnten damit auch Menschen, die der Corona-Impfung „aus einer anderen kulturellen Erfahrung“ heraus skeptisch gegenüberständen von der Chance der Immunisierung überzeugt werden. Bei seinem Vorhaben setzt der Ministerpräsident auf die Unterstützung der lokalen Impfzentren, die genau benennen könnten, wo besondere Hilfe gebraucht werde. In der Praxis sei die Aktion ohne diese Hilfe „nicht so einfach umzusetzen“.

Armin Laschet (CDU) will die Impfungen in Ballungsräumen vorantreiben.

Diskussion um Privilegien für Geimpfte laut Laschet „falsche Debatte“

In seiner Rede ging der Ministerpräsident auch auf die aktuelle Diskussion um eventuelle Lockerungen für bereits Geimpfte ein. Diese sehe er als „falsche Debatte“. Denn „[e]in Grundrechtseingriff ist eine Einschränkung, und ein Grundrecht ist kein Privileg.“ Deshalb bekämen Geimpfte erstmal nur ihre Grundrechte zurück und keine Privilegien gegenüber anderen. Man solle alles dafür tun, „Grundrechtseingriffe für alle, auch für die Nichtgeimpften, so schnell wie möglich zurückzunehmen“.

Aktuell sei der Zeitpunkt dafür jedoch noch nicht da. Die Impfreihenfolge und die Lockerungen für Geimpfte waren große Themen beim Impfgipfel am Montag. Zum weiteren Vorgehen in der Frage sagte Laschet am Mittwoch: „Es ist richtig, dass wir hier abgestimmt mit dem Bund und den anderen Ländern vorgehen.“ Damit versetzte er denjenigen Bundesländern einen Seitenhieb, die die Lockerungen für Geimpfte bereits im Alleingang durchboxen wollen. Dazu zählen unter anderem Bayern und Rheinland-Pfalz.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm, dpa Bildfunk

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