Beschluss

In diesen 22 Kommunen in NRW gibt es vorerst keinen Präsenzunterricht

Kommando zurück: Weil die Inzidenz in 22 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW über 200 liegt, wird dort doch kein Präsenzunterricht angeboten.

Update: 19. April, 7.35 Uhr. Einen holprigen Start in die Schulwoche müssen die Schüler und Eltern in NRW nun hinnehmen. Eigentlich sollten am heutigen Montag die Schulen in den Präsenzunterricht im Wechselmodell zurückkehren. Doch die hohe Inzidenz in vielen Kommunen macht den Plänen der Landesregierung einen Strich durch die Rechnung.

Bereits am frühen Freitagabend (16. April) gab die NRW-Regierung bekannt, dass die Schulen in 13 Kreisen und kreisfreien Städten weiterhin im Distanzunterricht bleiben würden, da die regionale Inzidenz über 200 liege. Nun gilt das Aussetzen vom Präsenzunterricht in 9 weiteren Kommunen, deren Inzidenz mittlerweile ebenfalls den Grenzwert überschritten hat.

Folgende 22 Kreise und kreisfreien Städte bleiben am Montag vorerst weiterhin im Distanzunterricht:

  • Stadt Bielefeld
  • Stadt Bonn
  • Stadt Dortmund
  • Stadt Duisburg
  • Stadt Gelsenkirchen
  • Kreis Gütersloh
  • Stadt Hagen
  • Stadt Hamm
  • Stadt Herne
  • Stadt Krefeld
  • Leverkusen
  • Märkischer Kreis
  • Kreis Mettmann
  • Stadt Mülheim an der Ruhr
  • Oberbergischer Kreis
  • Kreis Recklinghausen
  • Stadt Remscheid
  • Rheinisch-Bergischer Kreis
  • Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Stadt Solingen
  • Kreis Unna
  • Stadt Wuppertal

In diesem 22 Kommunen wird weiterhin Präsenzunterricht für Abschlussklassen sowie Notbetreuung angeboten. Nach langem Hin und Her darf nun auch der Kreis Gütersloh* weiter auf Distanz unterrichten - vorherige Anträge des Kreises hatte das Land NRW zuvor abgelehnt. Eine neue Allgemeinverfügung des Landes regelt nun, wann Schulen in den Distanzunterricht gehen und wann sie wieder in den Präsenzunterricht im Wechselmodell zurückkehren. Mehr dazu lesen Sie weiter unten im Artikel.

In 13 Kreisen und Städten in NRW wird geplanter Präsenzunterricht an Schulen gestoppt

Erstmeldung: 16. April. NRW – Noch bevor die geplante Bundes-Notbremse in Kraft treten wird, hat das Land NRW beschlossen, eine der kommenden Maßnahmen bereits jetzt umzusetzen. In einer Pressemitteilung teilte die Landesregierung mit, dass in 13 Kreisen und kreisfreien Städten der geplante Präsenzunterricht an Schulen in NRW ab Montag (19. April) doch nicht eingeführt werden wird, wie msl24.de* berichtet.

Bundesland:NRW
Einwohner:17,93 Millionen (2019)
Landeshauptstadt:Düsseldorf

13 Kreise und Städte in NRW werden den Präsenzunterricht nicht wie geplant einführen

Die Entscheidung basiert auf einer Bestimmung der Bundes-Notbremse, die besagt, dass der Präsenzunterricht in Schulen dann ausgesetzt wird, wenn die Inzidenz des Kreises oder der kreisfreien Stadt über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt. Dies ist in 13 Kommunen in NRW derzeit der Fall, wie die Landesregierung in einer Pressemeldung schreibt.

In 13 Kreisen und kreisfreien Städten liegt die 7-Tages-Inzidenz heute bei über 200. Die Schulen in Nordrhein-Westfalen starten am Montag in den Wechselunterricht mit Ausnahme der Schulen in den Kommunen, die über einer Inzidenz von 200 liegen. In diesen Kommunen bleibt daher der Wechselunterricht auch ab Montag (19. April 2021) ausgesetzt.

Auszug aus der Presseerklärung des Landes NRW (16. April)

Folgende 13 Kreise und kreisfreien Städte in NRW werden deswegen ab Montag für ihre Schülerinnen und Schülern – mit Ausnahme der Abschlussklassen und der angebotenen pädagogischen Not-Betreuung – weiterhin Distanzunterricht anbieten:

  • Stadt Duisburg
  • Stadt Gelsenkirchen
  • Stadt Hagen
  • Stadt Krefeld
  • Märkischer Kreis
  • Stadt Mülheim an der Ruhr
  • Oberbergischer Kreis
  • Rheinisch-Bergischer Kreis
  • Stadt Remscheid
  • Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Stadt Solingen
  • Kreis Unna
  • Stadt Wuppertal

Ein anderer Kreis hatte sich kürzlich ebenfalls darum bemüht, den Präsenzunterricht nicht einführen zu müssen. Doch die NRW-Landesregierung hatte die Anträge des Kreises Gütersloh abgelehnt. Die Inzidenz liegt derzeit knapp unter der 200er Marke. Als „absurd“ bezeichnete der Kreis die Entscheidung. Auch in dem heutigen Beschluss des Landes NRW wird der Kreis Gütersloh in Ostwestfalen* nicht berücksichtigt.

Neue Allgemeinverfügung: NRW ändert künftige Inzidenz-Grenze für Unterrichtsformen

Gleichzeitig ändert die NRW-Landesregierung die Coronabetreuungsverordnung zu den Schulen entsprechend ab. Nun gilt bis auf Weiteres: Sollte die Inzidenz drei Tage in Folge unter 200 liegen, kann der Präsenzunterricht im Wechselmodell eingeführt werden; liegt sie drei Tage in Folge über 200, wird wieder Distanzunterricht eingeführt. Nicht von dieser neuen Regelung betroffen sind pädagogische Betreuungsangebote in Schulen für die Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause betreut werden können, sowie für folgende Klassen:

  • Abschlussklassen (einschließlich der Prüfungen) der allgemeinbildenden Schulen, der Berufskollegs und der Förderschulen sowie die entsprechenden Semester im Bildungsgang Realschule des Weiterbildungskollegs
  • Schüler in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe, des beruflichen Gymnasiums und der Bildungsgänge des Weiterbildungskollegs

Das Aussetzen des Präsenzunterrichts im Falle einer Inzidenz-Überschreitung wird durch das Gesundheitsministerium NRW erfassst und per Allgemeinverfügung offiziell festgestellt. Darin wird dann auch das Datum genannt, ab dem die betroffenen Schulen in den Distanzunterricht gehen. Ist die Inzidenz der betroffenen Region dann drei Tage in Folge unter 200, erfolgt erneut die Feststellung über das Gesundheitsministerium und in Form einer Allgemeinverfügung. Die Rückkehr zum Präsenzunterricht erfolgt dann immer zu Beginn der nächsten Schulwoche.

Überschreitet ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt künftig die Grenze einer 7-Tages-Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, stellt das Gesundheitsministerium dies durch eine Allgemeinverfügung fest und bestimmt darin den Tag, ab dem Distanzunterricht stattfindet. Dies ist im Regelfall ab dem zweiten Tag nach Feststellung der Fall. Die Feststellung wird öffentlich bekanntgemacht.

Auszug aus der Presseerklärung des Landes NRW (16. April)

Zuletzt hatte es außerdem teils massiven Widerstand gegen die Schnelltest-Pflicht in NRW-Schulen gegeben. Mehrere Schüler aus NRW hatten sogar am Oberverwaltungsgericht Klage gegen die Testpflicht an Schulen eingereicht. Am Montag (19. April) brach ein Schüler an einem Gymnasium in Paderborn bei einem Corona-Selbsttest zusammen*, die Schule gab jedoch schnell Entwarnung. (*msl24.de und owl24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © dpa/ picture alliance/ Marijan Murat

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