Das steckt hinter dem Trend

E-Scooter in Münster: Deshalb sind Elektro-Roller plötzlich überall zu sehen

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Diese mintfarbenen Roller der Firma Tier prägen seit Kurzem das Stadtbild in Münster. (Symbolbild)

Ein neuer Trend hat Münster erfasst: Mintfarbene E-Scooter prägen seit Kurzem das Stadtbild, überall sind die modernen Roller zu sehen. Doch wer kommen sie so plötzlich?

  • Neues Leih-Konzept in Münster
  • 15 Cent pro Minute
  • Parken nur innerhalb des Rings

Münster – Seit Mitte Juni sind sie in der Domstadt überall zu sehen, die mintfarbene Elektro-Scooter. Sie werden von den unterschiedlichsten Personen genutzt: vom Mann in Anzug auf dem Weg ins Büro bis zum Seniorenpärchen, das eine gemütliche Runde um die Promenade macht. 

Obwohl die elektrischen Fahrzeuge erst am 15. Juni vom Bundesrat in NRW erlaubt worden sind, scheint plötzlich fast jeder Bewohner von Münster eins zu haben. Doch der Schein trügt, denn die E-Scooter sind nur ausgeliehen – und stammen von der Firma "TIER".

Die Vision des Unternehmens: Eine saubere, autofreie Zukunft. Dazu sollen die E-Scooter beitragen. Denn "TIER" hat allein in der Domstadt rund 200 Fahrzeuge stehen: Um 7 Uhr morgens verteilt die Firma die Geräte im Innenstadtgebiet von Münster – also innerhalb des Rings – und sammelt sie abends wieder ein. 

E-Scooter in Münster ausleihen: So geht's

Anhand der gleichnamigen App des Unternehmens "TIER", die sich Nutzer vorher herunterladen müssen, lässt sich der nächste freie E-Scooter in der Umgebung lokalisieren. Nach der Anmeldung muss das Fahrzeug noch freigeschaltet werden, dann kann die Tour durch Münster beginnen. Der Verleiher rät allerdings, einen Helm zu tragen. 

Auf die Nutzer in Münster kommen eine Pauschale von einem Euro für die Freischaltungsgebühr sowie 15 Cent pro gefahrener Minute zu. Gezahlt werden kann derzeit nur mit der Kreditkarte – weitere Methoden sollen aber bald folgen. 

Münster: So funktioniert der E-Scooter

Um loszufahren müssen die Nutzer sich mehrmals vom Boden abstoßen – wie bei einem nicht-motorisierten Roller. Sobald beide Füße auf dem Brett stehen, kann man mit dem rechten Hebel am Lenker dann Gas geben. Bremsen ist – je nach Modell – mit dem linken Hebel oder der hinteren Trittbremse möglich. 

Wer die Fahrt beenden will, muss das Gerät zunächst an einem Ort abstellen, wo es auch parken darf – das ist nicht überall in Münster erlaubt. In den "No-Parking-Areas", wie etwa dem Gebiet rund um den Aasee oder dem Kanal, können die Fahrzeuge nicht zurückgelassen werden. Wer es doch tut, zahlt weiterhin minütlich Geld. 

Welche Verkehrsregeln gelten in Münster für E-Scooter? 

Dass Elektroroller auf dem Fahrradweg fahren müssen, dürfte in der Domstadt kein Problem darstellen, auch wenn Münster nicht mehr die Fahrradhauptstadt in Deutschland ist. Ansonsten gelten die gleichen Verkehrsregeln, wie für Radler – auch bei der Promillegrenze. Die E-Scooter fahren maximal 20 km/h. Um einen der E-Scooter fahren zu dürfen, muss der Nutzer mindestens 14 Jahre alt sein. 

Bereits jetzt ist das wilde Abstellen von Fahrrädern auf Gehwegen in Münster vielerorts ein Problem. Auch die E-Scooter müssen auf dem Bürgersteig geparkt werden. Ob sich die Situation in der Domstadt dadurch verschlechtert, bleibt abzuwarten. Erst kürzlich sorgte der Fahrer eines E-Scooters für einen Polizeieinsatz: Der Mann aus Münster tätigte nachts den Notruf. Seine Geschichte konnten die Beamten ihm jedoch nicht ganz glauben. 

Wer zunächst jedoch statt mit dem E-Scooter lieber weiterhin mit dem Drahtesel fährt, den könnte dieses Leihkonzept in der Domstadt begeistern: Die Firma Swapfiets verleiht Fahrräder in Münster – erkennbar sind diese an den blauen Reifen. 

Ein Ausbau am Kanal könnte auch den E-Scooter-Fahrern zugute kommen: Die Stadt Münster will den Radweg am Ufer ausbauen – auf einer Strecke von 27 Kilometern. Die Stadt Münster testet außerdem ein neues Konzept: Der Umwelt zuliebe installiert sie am Kanal in Münster intelligente Laternen. Bis Mitte November sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Die Stadt Münster will ab 2020 die Anzahl der Parkplätze pro Gebäude regulieren. Damit will sie eine Verordnung des Landes NRW umgehen.

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