FFP2-Masken

Reinigen? Waschen? FFP2-Masken wiederverwenden – so geht es richtig

FFP2-Masken sind eigentlich ein Einwegprodukt. Auf msl24.de lesen Sie, wie sie die Masken dennoch wiederverwenden können – ganz ohne Reinigung oder Waschen.

Nachdem FFP2-Masken bereits zur Pflicht in Bayern gemacht würden, könnten auch andere Bundesländer schon bald dem Vorstoß von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) folgen. So wurde auch bereits in NRW über eine FFP2-Maskenpflicht gesprochen. Aber ob Tragepflicht oder nicht – die Filter-Masken sind nachweislich wirksamer im Schutz vor einer Coronavirus-Infektion als herkömmliche Alltags- oder chirurgische Masken. Und wer ein paar Dinge beachtet, kann sie sogar wiederverwenden. Und das geht ganz einfach.

Das ist beim Tragen von FFP2-Masken zu beachten

Doch eines vorweg: FFP2-Masken sind Einwegprodukte. Sie sind für den einmaligen Gebrauch gedacht und sollten nicht länger als acht Stunden getragen werden. So lautet die Empfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Wenn die Maske beim Tragen stark durchfeuchtet ist, sollte sie sogar schon früher durch eine neue ersetzt werden. Da FFP2-Masken zudem sehr eng am Gesicht anliegen, sollten Träger nach spätestens 75 Minuten eine 30-minütige Pause einlegen. Auf msl24.de erfahren Sie, wo sie FFP2-Masken kaufen können und was sie kosten.

Dennoch gibt es Methoden, die die Viruslast auf der Oberfläche der FFP2-Masken drastisch senken können. Dies wurde an der FH Münster durch Tests gezeigt. So könnte eine FFP2-Maske auch wiederverwendet werden. Auch das Robert-Koch-Institut hat Empfehlung zur Wiederverwendung herausgegeben.

FFP2-Masken wiederverwenden: „Reinigung“ im Backofen – Test der FH Münster

Dieser Kniff ist seit Beginn der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020 vermutlich schon vielen Menschen bekannt: Denn die Viruslast auf Stoffmasken kann drastisch reduziert werden, wenn sie bei einer bestimmten Temperatur über einen bestimmten Zeitraum hinweg im Backofen erhitzt werden. Dies ist auch bei FFP2-Masken möglich, wie die FH Münster erfolgreich getestet hat.

Dazu müssen die Masken eine Stunde lang bei 80 Grad Ober- und Unterhitze erhitzt werden. Bei diesem Verfahren wird das Virus Sars-CoV-2 vollständig inaktiviert, lautet das Fazit der Forschungen an der FH Münster. Höher als 80 Grad sollten die Temperatur im Backofen aber nicht sein, denn sonst könnte sich das Gewebe verformen. Zudem sollte der Mund-Nasen-Schutz nicht in der Mikrowelle erhitzt werden. Die meisten FFP2-Masken enthalten Metall-Bügel, und Metall darf bekanntermaßen nicht in das Gerät.

  • Was Sie beachten müssen:
  • Lassen Sie die FFP2-Maske nach der Benutzung mindestens bis zum nächsten Tag an der Luft trocknen, bevor Sie die Ofen-Methode anwenden.
  • Anhand eines Bratenthermometers kann die exakte Temperatur ermittelt werden – bei den Probemessungen der FH in verschiedenen Öfen wurden immer wieder starke Schwankungen festgestellt. Temperaturen von 100 Grad sollten auch kurzfristig nicht überschritten werden.
  • Sie sollten ihre FFP2-Maske nur maximal fünfmal auf diese Weise sterilisieren – danach sollten Sie sie im Hausmüll entsorgen.
  • Die Masken unterschiedlicher Träger sollten so gekennzeichnet sein, dass man die Masken auseinanderhalten kann.
  • Die Ofen-Methode ist ungeeignet für formstabile FFP2-Masken (Körbchenmodell) sowie Masken mit Atemventil.
  • Lassen Sie während des Backvorgangs die Masken nicht unbeobachtet im Ofen.
  • So funktioniert die Backofen-Methode:
  • Heizen Sie den Ofen bei Ober- und Unterhitze auf 80 vor. (Heiß- und Umluft wurden bei den Tests nicht geprüft.)
  • Legen Sie die Masken auf einen sauberen oder mit Backpapier ausgelegten Rost.
  • Ist der Ofen heiß, schieben Sie den Rost samt Masken in den Ofen.
  • Dabei sollten die Masken mindestens zehn Zentimeter Abstand zu den Ofenwänden haben. Kleinere Öfen sind ungeeignet.
  • Lassen Sie die Masken für 60 Minuten im Ofen. Öffnen Sie auch während dieser Zeit nicht die Ofentür.
  • Nach 60 Minuten holen Sie den Rost mit den Masken heraus und lassen Sie außerhalb des Ofens auf dem Rost abkühlen.
FFP2-Masken sind in Deutschland zur Zeit heiß begehrt.

FFP2-Masken wiederverwenden: Trocknen lassen – Test der FH Münster

Ein weiteres Ergebnis der FH Münster: Wenn FFP2-Masken nach dem Tragen für sieben Tage bei Raumluft getrocknet werden, kann so die Viruslast mit dem Erreger Sars-CoV-2 bis zu 95 Prozent reduziert werden. Erst dann sollten die Masken ein weiteres Mal getragen werden. Die Forscher empfehlen, sich für jeden Tag in der Woche eine Maske anzuschaffen. Dabei sollte jedoch wie auch bei der Ofen-Methode darauf geachtet werden, dass immer dieselbe Person dieselbe Maske trägt.

Ein Tipp der FH ist es nun, dass für jede Person des Haushalts eine „Masken-Reihe“ an der Wand befestigt wird – zum Beispiel mit Nägeln, Haken oder auch an einer Leine mit Wäscheklammern. Wichtig ist, dass die FFP2-Masken zueinander ausreichend Abstand haben und ebenso zu weiteren Masken-Reihen. Dann sollten diese Reihen und die einzelnen Masken für die jeweiligen Träger und die jeweiligen Wochentage markiert werden. So hat jede Person im Haushalt eine Maske für jeden Wochentag. So sollten Sie dann den Mund-Nasen-Schutz verwenden:

  • Fangen Sie zum Beispiel an einem Montag an und nehmen sie an diesem Tag die dementsprechend maskierte Maske für den Tag.
  • Nach dem Ende der Tragezeit hängen Sie die Maske wieder zurück – achten Sie aber darauf, dass Sie dabei die Vorderseite der FFP2-Maske nicht berühren.
  • Die Maske bleibt nun bis zum nächsten Montag zum Trocknen dort hängen.
  • Am darauffolgenden Tag nehmen Sie sich die Maske für den Dienstag und verfahren wie zuvor beschrieben.
  • So verwenden Sie an jedem Wochentag eine Maske, die im Anschluss sieben Tage trocknen kann.
  • Am achten Tag wären Sie dann wieder bei der Montags-Maske angelangt.

Ebenso wie bei der Ofen-Trocknung gilt, dass die FFP2-Masken nur fünfmal verwendet werden sollten. Danach sollte die jeweilige Maske in den Hausmüll wandern. Die FH rät dazu, da die Tests der Forscher nur auf fünf „Zyklen“ ausgelegt waren. Ein längerer Zeitraum wurde unter anderem aus Zeitmangel schlicht nicht überprüft. Dennoch liege die Vermutung nahe, dass durch das Tragen der Masken zu viele Ablagerungen auf den Masken landen – zum Beispiel durch Make-Up aber auch durch Sprechen und Atmung. Was sich dann auf dem Stoff absetzt, könnte das Filtergewebe verstopfen. Zudem sollten die FFP2-Masken, die als Einwegprodukt hergestellt wurden, nicht überstrapaziert werden – spätestens nach fünf „Reinigungen“ sollten die Träger zu einer neuen Maske greifen, so die Empfehlung. Eine Übersicht über die Tipps und Ergebnisse stellt die FH Münster online bereit.

Waschen in der Waschmaschine? Wie sollte die FFP2-Maske NICHT gereinigt werden?

Neben den beiden durch die FH Münster getesteten Methoden wären auch weitere Reinigungsmethoden denkbar – doch die meisten kommen aus einem einfachen Grund nicht infrage: Sie schädigen das Gewebe oder verringern die Filterleistung. Deswegen wird unter anderem davon abgeraten, die FFP2-Maske in der Spül- oder Waschmaschine zu waschen. In beiden Geräten werden die Masken sehr stark mechanisch und chemisch belastet. Ebenso trifft dies für das Trocknen in der Mikrowelle zu.

Das Licht einer UV-Lampe inaktiviert zwar Coronaviren – allerdings nur auf der Oberfläche der FFP2-Maske. Die Viren, die sich innerhalb des Gewebes befinden, werden kaum inaktiviert, heißt es von der FH dazu. „Zudem kann das UV-Licht negative Auswirkungen auf die Kunststoffe der Maske haben.“ Eine weitere Möglichkeit, die die FH nicht empfehlen kann, ist das desinzifieren von FFP2-Masken mit Wasserdampf.

Die Materialien werden häufig geschädigt. Die Nasenschaumstoffpolster können sich lösen, vorgeformte Masken (Körbchenmodelle) zerstört werden und die Haltebänder deutlich an Elastizität verlieren. Momentan verfügen wir über keine gesicherten Erkenntnisse und können dieses Verfahren daher nicht empfehlen.

FH Münster

Umgang mit FFP2-Masken: Das sollte beim Tragen beachtet werden

Auch das Robert-Koch-Institut hat Tipps für den Umgang mit FFP2-Masken gegeben, wenn diese mehrfach verwendet werden. Folgendes sollte beachtet werden:

  • Beim Absetzen der getragenen Maske sollten Einweghandschuhe getragen werden. Dies soll eine Verbreitung des Virus aus Händen, Gesicht und Oberflächen verhindern.
  • Auch beim erneuten Aufsetzen einer Maske werden Einweghandschuhe empfohlen.
  • Beim Auf- und Absetzen sollte darauf geachtet werden, niemals die Innenseite des Filtervlieses zu berühren.
  • Nach dem Tragen sollte die Maske nicht in einem geschlossenen Behälter, sondern frei an der Luft aufbewahrt werden. Am besten wird sie aufgehängt. Dieser Ort sollte zudem regelmäßig desinfiziert werden.
  • Nicht getragene und getragene Masken sollten nicht vertauscht werden – eine Maskierung der FFP2-Masken, zum Beispiel eine farbige am Halteband, kann helfen.

Gerade in Hinblick auf die grassierenden Coronavirus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika, die noch ansteckender sind als die Vorgänger-Variante von Sars-CoV-2, ist die richtige Verwendung von FFP2-Masken wichtig. Erst vor wenigen Tagen kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein entschiedeneres Vorgehen bei der Suche nach Corona-Mutationen an. Auf msl24.de erfahren Sie mehr zu den aktuellen Coronavirus-Regeln sowie zur Corona-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch

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