Pandemie

„Nicht zur privaten Nutzung empfohlen“: Experten üben Kritik an FFP2-Masken

Das Tragen einer FFP2-Maske in bestimmten Lebenssituationen ist in Kürze Pflicht. Wenige Tage vorher wird Kritik an den Mundschutzen laut.

Ab Montag (25. Januar) gilt in NRW und ganz Deutschland eine verschärfte Maskenpflicht. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen. Mit Beginn der kommenden Woche muss also beim Einkaufen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP2-Maske oder eine medizinische OP-Maske getragen werden.

Kritik an FFP2-Masken: „Nicht zur privaten Nutzung empfohlen“

Die FFP2-Masken bieten dabei besonderen Schutz: Sie schützen durch ihre Filterwirkung nicht nur die Mitmenschen, sondern auch den Träger selbst, da sie 95 Prozent der Aerosole filtern können. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Maske überall eng anliegen muss, um tatsächlich dicht zu sein. Für Männer mit Bart ist dies beispielsweise nicht möglich.

Wenige Tage vor der Umsetzung der neuen Corona-Regel wird Kritik an den FFP2-Masken laut, die ursprünglich für die Verwendung auf Baustellen vorgesehen war. Am deutlichsten äußert sich das RKI in einem Absatz zur Maskennutzung: „FFP2-Masken werden nicht zur privaten Nutzung empfohlen“, heißt es in einem FAQ-Artikel zu dem Gesichtsschutz.

Diese Gefahren drohen bei der Nutzung von FFP2-Masken

Und weiter: „Die Anwendung durch Laien, insbesondere durch Personen, die einer vulnerablen Personengruppe angehören (z.B. Immunsupprimierte) sollte grundsätzlich nur nach sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Wirkungen erfolgen. Sie sollte möglichst ärztlich begleitet werden“. Sind FFP2-Masken also doch nicht so empfehlenswert, wie bisher von der breiten Masse angenommen?

In einem Interview mit rbb24 äußerte sich auch Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausygiene kritisch zu den Gefahren der FFP2-Pflicht: „Die Gefährdung ist eine Beeinträchtigung der Atmung, Atemnot, Verschlechterung von Begleitkrankheiten“. Gerade Risikopatienten könnten also eine Benachteiligung durch das Tragen der Masken haben.

Erhöhter Atemwiderstand und Hautreizungen: Diese Folgen kann das Tragen einer FFP2-Maske haben

Das liegt am erhöhten Atemwiderstand, der durch das Tragen der dichten Maske zustande kommt. Daher gibt es schon eine Regelung für die FFP2-Pflicht am Arbeitsplatz: Dort muss nach 75 Minuten Tragezeit eine Pause von 30 Minuten ohne die Maske gemacht werden.

Darüber hinaus kann das Tragen der FFP2-Masken auch zu Hautreizungen führen. Gerade Menschen, die den Gesichtsschutz viel und lange verwenden, können an einer Hautdermatitis erkranken. Das liegt daran, dass die Maske so dicht sitzt und abschließt, dass Bakterien teilweise nicht nach außen gelangen können und sich auf der Haut im Mund- und Nasenbereich absetzen. Wie Sie eine FFP2-Maske korrekt reinigen, erfahren Sie bei msl24.de

Das Nutzen der öffentlichen Verkehrsmitteln ist künftig nur noch mit einer FFP2-Maske erlaubt. (Symbolbild)

Achten Sie beim Kauf von FFP2-Masken auf dieses CE-Siegel

Ein weiteres Problem: Viele der FFP2-Masken, die sich derzeit auf dem Markt befinden, entsprechen nicht den gültigen Standards. Der Grund dafür ist der Lieferengpass, der zu Beginn der Coronavirus-Pandemie herrschte. Aufgrund der großen Nachfrage war es erlaubt, auch ungeprüfte Masken zu importieren – und diese dürfen auch jetzt noch, ganz legal, weiterverkauft werden.

Jedoch sind nur FFP2-Masken mit dem CE-Siegel 0158 wirklich dicht und halten das, was sie versprechen. In einem Test des ZDF sind 12 von 24 Masken durch die Prüfung gefallen. Darunter befanden sich auch mehrere Masken aus Apotheken. Deshalb sollten Verbraucher unbedingt auf die eingestanzte Norm achten, um keine minderwertigen Produkte zu verwenden.

Die verschärfte Maskenpflicht wurde eingeführt, um zu verhindern, dass eine Corona-Mutation in Deutschland die Zahlen ansteigen lässt. Dazu war es jüngst in Großbritannien gekommen. Derweil gibt es jedoch auch gute Neuigkeiten in der Pandemie: So ist der Inzidenzwert in Münster deutlich unter 50 gesunken. Es handelt sich dabei um den niedrigsten Wert in ganz NRW.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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