Stadt setzt Messungen fort

Nach dem Fischsterben: Patient Aasee auf dem Weg der Genesung

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So langsam erholt sich der Aasee vom dramatischen Fischsterben.

20 Tonnen tote Fische schwammen am Donnerstag und Freitag im Aasee. Der Sauerstoffgehalt des Gewässers war über Nacht dramatisch gesunken. Das Ausmaß ist verheerend und trifft nicht nur die Fische. Die Situation verbessert sich jedoch am Aasee.

Update Samstag, 06.31 Uhr – Münsters Aasee erholt sich von der Katastrophe

Gute Neuigkeiten für den Aasee: Der Sauerstoffgehalt des Gewässers pendelt sich mittlerweile wieder bei soliden Werten von 13 bis 15 Milligramm pro Liter ein. Regenschauer der vergangenen Tage haben zudem für einen Anstieg des Wasserstands geführt. 

Auch die Temperatur des Aasees ist wieder auf 21 Grad abgesunken, wie die Stadt Münster mitteilt. Das Stillgewässer bleibt jedoch weiter unter Beobachtung: Das Tiefbauamt und das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit wird auch am Wochenende weiterhin Kontrollgänge durchführen. 

Es werden zudem weitere Pumpen abgebaut. Sorge bereitet indes das erhebliche Blaualgenvorkommen im Aasee. Sollte es erforderlich werden, wird das Boot - wie schon erfolgreich am Donnerstag (16. August) - durch den Algenteppich pflügen und damit versuchen, die übel riechenden Aufrahmungen vor der Bildung von Toxinen zu zerstören.

Update Freitag, 06.58 Uhr – Blaualgen könnten zum Problem werden

Die Sauerstoffwerte im Aasee sind weiterhin stabil. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Jetzt bereiten allerdings Blaualgen Sorgen. Diese belasten momentan vor allem den alten Teil des Aasees sowie die Uferbereiche des neuen Abschnitts. Solange die Algen noch grün sind, sind sie aktiv und unschädlich. Fangen sie aber an, sich zu zersetzen, werden sie im Uferbereich übel riechende "Aufrahmungen" und dadurch noch mehr Toxine bilden. 

Um es nicht so weit kommen zu lassen, "wird die Feuerwehr mit einem Hartschalenbot durch den Algenteppich fahren und ihn auf mechanischem Weg zerstören", so Umweltdezernent Matthias Peck. Intensiver Kontakt mit dem Wasser soll weiterhin vermieden werden, um Hautreizungen zu vermeiden. Hundebesitzer sollen ihre Vierbeiner nicht aus dem Aasee trinken lassen.

Update: Donnerstag, 15.51 Uhr – Diskussion in der Lokalpolitik

Das große Fischsterben am Aasee hat jetzt auch die Lokalpolitik auf den Plan gerufen. FDP und Grüne attackieren sich gegenseitig und schieben sich die Schuld und die Schuhe. Alles zur Diskussion in Münsters Lokalpolitik rund um das Aasee-Drama lesen Sie hier.

Update: Mittwoch, 16.27 Uhr – Ökosystem stabilisiert sich

Langsam kehrt wieder Normalität ein in einem Gewässer, das inzwischen nur noch wenige Fische beherbergt. Messungen am Dienstagabend haben einen Sauerstoffgehalt von 13 bis 15 Milligramm pro Liter ergeben. In der Nacht sank der Wert – wie üblich – auf 8 Milligramm. 

Umweltdezernent Matthias Peck erklärte die Entwicklung: "Die Grünalgen im See sind teilweise zurück und produzieren tagsüber wieder Sauerstoff". Trotzdem wurden noch weitere tote Wasservögel gefunden. Insgesamt stieg die Zahl sogar auf 50 verendete Tiere. Die Stadt mahnt, tote Vögel nicht selbst zu entsorgen, sondern zum Telefon zu greifen: 0251/4 92 67 01. 

Das Gesundheits- und Veterinäramt hat mehrere tote Vögel beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe untersuchen lassen. Dort wurden Hinweise auf Botulismus, eine durch Bakterien hervorgerufene Krankheit, und auf Vergiftung durch Blaualgen gefunden. Als nächstes soll noch überprüft werden, ob eine Infektion als Todesursache infrage kommt.

Update: Dienstag, 13.01 Uhr – Bereits 20 Vögel nach Fischsterben tot

Die Katastrophe vom Aasee beschäftigt Münster weiterhin. Von einem auf den anderen Tag ist fast der komplette Fischbestand im berühmtesten Gewässer der Domstadt erstickt. Das Sterben der Fische hat mittlerweile eine Kettenreaktion ausgelöst, die auch andere Arten betrifft.

Mindestens 40 Vögel sind nach dem Fischsterben am Aasee verendet. Schuld könnten sogenannte Faulgase und wuchernde Bakterien sein. Möwen fehlt zudem die Nahrung, die sie bis jetzt in dem Gewässer gefunden hatten.

Auch kleinere Lebewesen wie zum Beispiel Plankton wurden durch das Drama am Aasee komplett vernichtet. Wie groß das Ausmaß letztlich sein wird, ist schwer zu sagen. 

Derweil hat sich die Situation im Aasee stabilisiert. "Der Sauerstoffgehalt des Wassers hat sich deutlich über dem kritischen Wert stabilisiert", berichtete Umweltdezernent Matthias Peck nach einer Sitzung des städtischen Krisenstabes am Dienstag.

Update: Dienstag, 8.01 Uhr – Empörung über "Krokodilstränen" der Angler

Seit Tagen wird über das schreckliche Fischesterben am Aasee in Münster diskutiert: Die Frage nach der Schuld ist derzeit ein beliebtes Thema – besonders in den sozialen Netzwerke. 

Viele Menschen sind empört über die Geschehnisse. Auch Horst Kröber, der Chef des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe, zeigte sich in einem Interview mit dem WDR sehr bestürzt.

Seine Reaktion wird derzeit heiß diskutiert. Denn im Interview sagte er dem WDR: "Vor allem ist man so emotional dadurch, dass das Fische sind, die man selbst oft geangelt hat, die man selbst gerne fangen wollte und mochte – und jetzt sowas, wie dort vorgekommen ist, trifft mich ganz tief in meiner Seele." 

Seine Trauer über die toten Fische löste bei einigen Zuschauern enorme Wut auf: "Was sind das denn für Krokodilstränen? Geht es ihm nun um die armen Fische – oder um sich selbst und sein leibliches Wohl Irgendwie eine scheinheilige Äußerung!", kommentiert Brigitte B. bei Facebook. 

Update: Montag, 17.45 Uhr – Sauerstoffgehalt des Aasees hat kritische Marke verlassen

Für eine Entwarnung rund um das Aasee-Drama in Münster ist es noch zu früh. Dennoch: Die Hochleistungspumpen, die seit Freitagabend (10. August) im Einsatz sind und Wasser in den Aasee pumpen, zeigen ihre Wirkung. Die Chancen stünden gut, erklärt die Stadt Münster in einer Pressemitteilung, dass nicht der komplette Fischbestand des Gewässers vernichtet wurde. "Auch die Sauerstoff-Werte haben sich stabilisiert", bilanziert Stadtrat Matthias Peck den aktuellen Stand.

Der Sauerstoffgehalt des Aasees hat sich mittlerweile auf 9 bis 14 Milligramm pro Liter erhöht. Vergangenen Donnerstag (9. August) war er noch auf zwei Milligramm gefallen. Die Hochleistungspumpen sollen noch bis Dienstag (14. August) frisches Wasser in den Aasee befördern. 

Dieser Wasseraustausch habe insbesondere dem oberen Aasee-Bereich gut getan, so die Stadt Münster: Dort hat der Fischereiverein "Frühauf Münster" Fischbewegungen ausmachen können. Diese Restbestände seien überaus wichtig für den Wiederbaubau, so der Vorsitzende Horst Kröber, der sich zuvor noch zutiefst traurig über das große Fischsterben am Aasee zeigte. In den kommenden Tagen entscheidet die Stadt, ob die Pumpen weiterhin in Betrieb bleiben.

Update: Montag, 11.25 Uhr – 3,5 Millionen Liter Wasser pro Stunde

Zwei Hochleistungspumpen sind seit Freitagabend (10. August) am Aasee im Einsatz. Sie sollen verhindern, dass noch mehr Fische im Aasee sterben. Bislang sind rund 20 Tonnen von ihnen erstickt. Der Grund: Sauerstoffmangel in dem stehenden Gewässer.

Hochleistungspumpen spritzen stündlich 3,5 Millionen Liter Wasser in den Aasee, um das Gewässer mit Sauerstoff anzureichern.

Deshalb werden aktuell jede Stunde – rund um die Uhr – 3,5 Millionen Liter an Wasser in den Aasee gepumpt, um das Gewässer wieder mit Sauerstoff anzureichern. Trotzdem trieben am Samstagmorgen (11. August) erneut kleinere Mengen verendeter Fische im Wasser. Diese wurden mit einem Saugwagen des städtischen Tiefbauamtes entfernt. Auch waren zahlreiche Freiwillige mit Keschern unterwegs, um die toten Fische an der Wasseroberfläche einzusammeln. 

Horst Kröber (Fischereiverein), Willi Kemper (Feuerwehr Emsdetten), Lutz Hirschmann (Umweltamt), Umweltdezernent Matthias Peck und Heiner Bruns (Umweltamt).

Über das Wochenende hat sich die Anzahl der toten Fische, die am Freitagmorgen bei 20 Tonnen lag, nochmals um mehrere Zentner erhöht. "Es muss davon ausgegangen werden, dass der weit überwiegende Teil der Fische in dem aufgeheizten Gewässer erstickt ist, dessen Zuflüsse wegen der Trockenheit fast versiegt sind", heißt es von der Stadt in einer Pressemitteilung. 

Update: Freitag, 18.30 Uhr – Hätte das Fischsterben verhindert werden können?

Hätte das Fischsterben im Aasee vorhergesehen werden können? Diese selbstkritische Frage stellten sich die Fachleute aus Ämtern und vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe am Freitagnachmittag im Krisenstab der Stadt. Einhelliges Urteil: "Nein". Noch am Mittwoch hätten Messungen des Umweltamtes überdurchschnittlich hohe Sauerstoffwerte von zwölf bis 14 Milligramm pro Liter Wasser ergeben, wie die Stadt Münster mitteilt. In der Nacht auf Donnerstag sei die Situation dann schlagartig gekippt.

Alle Fische im Aasee gestorben? Diese Frage ist noch nicht geklärt

Die für die Fische lebensnotwendigen Grünalgen seien auf einen Schlag abgestorben und hätten dabei selbst Sauerstoff verbraucht. Der Wert sank auf die kritische Schwelle von zwei Milligramm. Die Folge: 20 Tonnen Fische sind mittlerweile im Aasee verendet. Diese wurden mit Saugwagen und Keschern eingesammelt, wie Umweltdezernent Matthias Peck berichtet.

In Container wurden die toten Fische gebracht.

Ob überhaupt Fische das Drama überlebt haben, lässt sich erst Mitte September sagen, sobald sich die Situation im Gewässer normalisiert hat. Die Stadt Münster rät zudem weiterhin: Hunde nicht ins Wasser lassen und keine toten Fische mitnehmen. Ab Samstag ist der See wegen des Einsatzes von Hochleistungspumpen stellenweise eventuell nur eingeschränkt zugänglich.

Update: Freitag, 13.27 Uhr – Knapp 80 Prozent des Fischbestandes im Aasee verendet

Schätzungen zufolge sind seit Donnerstag etwa 80 Prozent des gesamten Fischbestands des Aasees gestorben. Laut Informationen der WN betrug der Sauerstoffwert im Wasser am Freitagmorgen immer noch nur zwei Milligramm pro Liter. Fische brauchen zum Überleben mindestens vier. Die Wassertemperatur habe sich allerdings durch den Wetterumschwung gestern auf 22 Grad abgekühlt. 

Update: Freitag, 07.46 Uhr – Fischesterben am Aasee: Keine Besserung in Sicht

Auch am Freitag ist keine Besserung in Sicht. Am frühen Morgen wurden bei Facebook bereits Fotos veröffentlicht, welche die Nutzer schockierten. Darauf sind rund 500 tote Fische zu sehen, die nahe der Freitreppe im Aasee an der Wasseroberfläche treiben. Der Regen, der gestern in Strömen fiel, könnte die Lage noch verschlimmert haben. 

Am Freitag scheint sich die Lage noch verschlimmert zu haben. 

Wie der WDR berichtet, suchen Anglerverein, Stadt und Feuerwehr derzeit nach freiwilligen Helfen: Die Tiere sollen möglichst schnell aus dem See gekeschert werden. Aktuelle Aufnahmen zeigen die dramatische Situation:

Erstmeldung von Donnerstag (9. August)

Münster – Es ist ein trauriges Bild: Hunderte Fische schwimmen mit dem Bauch nach oben an der Oberfläche des Aasees. Einige von ihnen versuchen noch hektisch zu atmen. Ihnen fehlt der Sauerstoff. 

Seit dem frühen Morgen erhielt die Stadt Münster Anrufe von besorgten Bürgern, berichtet Lutz Hirschmann von der Umweltbehörde. Bilder, die bei Facebook auftauchten, schockierten die Nutzer. Viele richten auch Vorwürfe an die Stadt. 

Ausmaß des Fischsterbens in Münster nicht absehbar gewesen

Zu den Vorkehrungen sagt Horst Kröber, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Fischerei und Gewässerschutz Frühauf Münster: "Das Fischsterben ist in dieser Form vielleicht vorhersehbar gewesen, jedoch in seiner Konsequenz nicht." 

Hunderte tote Fische im Aasee

Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben Feuerwehr
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben
 © Stefanie Masuch
Aasee Münster Fischsterben
 © Stefanie Masuch

Die Wassertemperatur im Aasee beträgt momentan 26 Grad, die Sauerstoffsättigung sank überraschend schnell. Die Stadt Münster hat in der vergangenen Woche regelmäßig die Sauerstoffwerte im Wasser gemessen. Anfang der Woche waren es noch über 14 Milligramm pro Liter – vier müssen es mindestens sein. 

Aasee in Münster: Fischsterben kam unerwartet

In der vergangenen Nacht kam es durch den Wetterumschwung allerdings zu einem großen Algenabsterben. Zuvor hatten sich die Blaualgen aufgrund der Hitze massenhaft vermehrt (msl24 berichtete). Durch den heftigen Regen am Mittwoch (8. August) sind diese dann gestorben und haben dabei große Mengen an Sauerstoff verbraucht. Und genau dieser Sauerstoff fehlt jetzt den Fischen.

Am Ufer des Sees finden sich hunderte Fische, die ums Leben kämpfen.

Die Stadt Münster hat sich an die Feuerwehr gewandt. Diese hat nun eine Pumpe an einer kritischen Stelle installiert, die das Wasser aufwirbelt. So soll das Wasser wieder mehr Sauerstoff aufnehmen können. Die Stadt hofft, so wenigstens noch die Fische retten zu können, die noch in der Notatmung sind. Auch das Tiefbauamt soll im Laufe des Tages noch eine Pumpe aufstellen. 

Lesen Siedazu auch unseren Artikel über die Folgen der Hitzewelle: Bäche trocknen aus – Fische kämpfen ums Überleben.

Tote Fische im Aasee: Tiere werden vom Tiefbauamt Münster entsorgt

"Abzuwarten bleibt, wie sich das Unwetter auf den Aasee auswirkt, das für den Nachmittag erwartet wird", sagt Kröber. Eigentlich hätte der Mann heute arbeiten müssen. Doch er hat sich freigenommen, um zu helfen. Viele seiner Vereinskollegen sind ebenfalls gekommen. Für die Entsorgung der toten Fische ist das Tiefbauamt Münster zuständig. "Die meisten Fische werden wohl von der AWM genommen", sagt Hirschmeyer. 

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