Kunstwerk von Gerhard Richter

Bilanz: So viele Menschen haben sich bereits das Foucaultsches Pendel in Münster angesehen 

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Das Foucaultsche Pendel: Eine Sehenswürdigkeit in Münster. 

Das Foucaultsches Pendel, ein Geschenk des Künstler Gerhard Richter an die Stadt Münster, hat seit seiner Einweihung Tausende Menschen fasziniert – auch über das Internet.

Das Fouaultsche Pendel in Münster

foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möl ler
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller
foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche
 © Presseamt Münster, Michael C. Möller

Foucaultsche Pendel Münster Künstler Gerhard Richter Dominikanerkirche bildergalerie

Update: 12. Februar. Münster – Seit dem 17. Juni 2018 schwingt das Foucaultsches Pendel durch die Dominikanerkirche (Salzstraße 10). Bereits 250 000 Gäste haben sich die Installation „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ von Gerhard Richter angesehen. 

"Als publikumsintensivster Monat erwies sich dabei der September", erklärt die Stadtverwaltung. 40.900 Besucher seien in den Spätsommer-Wochen gezählt worden, 10.000 allein während der "Nacht der Museen und Galerien" (1. September). 

"Manche Gäste schauen in der Woche sogar mehrfach in der Dominikanerkirche vorbei, einige verweilen über Stunden und lassen Stille und Spiritualität auf sich wirken", so die Stadtverwaltung in Münster. Besucher können das Foucaultsches Pendel immer dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr besichtigen – oder die Webcam nutzen. 

Das Foucaultsches Pendel, an dem sich die Erdrotation ablesen lässt, wird von zwei grauen Doppelspiegeln flankiert. "Eine Kamera ist in der knapp 30 Meter hohen Kuppel installiert und überträgt rund um die Uhr das Schwingen des Pendels", heißt es von Seiten der Stadtverwaltung in Münster. 

Über 37.000 Zugriffe wurden bislang gezählt. Allein im Januar sahen fast 4000 Menschen dem Foucaultsches Pendel per Webcam beim Schwingen zu. 

Foucaultsches Pendel in Münster: Kunstwerk in ehemaliger Kirche aufgebaut

Erstmeldung: 18. Juni 2018. Münster – Am Sonntag (17. Juni) wurde das Kunstwerk "Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel" von Gerhard Richter eingeweiht: ein Foucaultsches Pendel, an dem sich die Erdrotation ablesen lässt.

Vor der Dominikanerkirche in Münster warteten schon knapp 1000 Neugierige, die die Installation des Foucaultsches Pendels besichtigen wollten. Zu der Geschenkübergabe waren der Künstler selbst, Oberbürgermeister Markus Lewe sowie Kurator Marcus Lütkemeyer anwesend. Von nun an können Besucher die Kirche dienstags bis sonntags zwischen 11 und 18 Uhr betreten und sich das Foucaultsche Pendel anschauen. 

Foucaultsches Pendel: Was ist das? 

Das lautlose Pendel in der Mitte des ehemaligen Kirchenschiffs in Münster wiegt 48 Kilo und hat einen Durchmesser von 22 Zentimetern. Es wird von einem Stahlseil gehalten, das nur drei Millimeter dick und 28,75 Meter lang ist. 

Das Kunstwerk besteht insgesamt aus drei Elementen: Dem Pendel, den Doppelspiegeln und der Schwingungsebene. Letztere besteht aus Grauwacke, einem 380 Millionen Jahre alten Sedimentgestein. Die gesamte Platte misst einen Durchmesser von 5,6 Metern, die Schwingungsebene selbst macht davon vier Meter aus. Rund um die Ebene finden sich 360-Grad-Markierungen. Im Verlauf einer Stunde dreht sich die Platte unter dem Foucaultsches Pendel um zwölf Grad nach Osten, um einen "Sterntag" zu simulieren. 

Blick aus der Vierungskuppel auf das Foucaultsche Pendel.

An gegenüberliegenden Seiten an der Wand befinden sich jeweils zwei längliche, spiegelnde Glasplatten. Sie sind hochkant angebracht und reflektieren das Foucaultsches Pendel und die Besucher. Sie bilden den "Doppelspiegel"-Teil der Installation. Zwei Platten sind in einem identischen Dunkelgrau, die anderen haben verschiedene Grautöne. Die Spiegel sind sechs Meter hoch und 1,34 Meter breit. 

Die Kugel wurde am Dienstag (12. Juni) von WWU-Physiker Dr. Klaus-Jürgen Tombrink angestoßen. Er ist für die technische Entwicklung und Betreuung des Projekts zuständig. Nach diesem ersten Schubs muss das Foucaultsches Pendel nie wieder angestoßen werden – es sei denn, der Strom fiele aus. Denn unter der Installation befindet sich eine Spule, die mit elektrischen Impulsen ein Magnetfeld erzeugt. Auf diese Weise behält die Kugel ihren Schwung. 

Der französische Physiker Léon Foucault hatte 1851 zum ersten Mal ein solches Pendel errichtet. Mit seinen Beobachtungen konnte er die Erdrotation nachweisen. Damit widerlegte Foucault die These der katholischen Kirche, dass die Erde eine Scheibe sei.

Foucaultsches Pendel: Warum in einer Kirche?

Die Dominikanerkirche befindet sich auf der Salzstraße in Münsters Innenstadt. Sie gehörte damals zu einer Klosteranlage. Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche gebaut. Im November 2017 wurde die sie von Weihbischof Stefan Zekorn profaniert, um als Museum genutzt zu werden. Seitdem wurde das Gebäude für 650.000 Euro saniert und renoviert.

Die Dominikanerkirche wurde 2017 profaniert.

Von den Kosten muss die Stadt Münster allerdings nur einen geringen Teil tragen: 600.000 Euro werden von Förderern übernommen. 2019 und 2020 sollen noch weitere Arbeiten stattfinden. Um die ehemalige Kirche salonfein zu machen, müssen Heizkörper und Beleuchtung installiert, barrierefreie Zugänge geschaffen und Funktionsräume errichtet werden.

Künstler Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren. Seine Werke gelten als teuerste Bilder eines noch lebender Künstlers. 2015 wurde ein Bild von ihm für 41 Millionen Euro versteigert. Eins seiner bekanntesten Werke ist das Kölner Domfenster, dessen 113 Quadratmeter Richter 2006 gestaltete. 

Als der Künstler im November 2017 in Münster war, um die Geschenkübergabe zu besprechen, musste der zu dem Zeitpunkt 85-Jährige übrigens zu Fuß vom Bahnhof zur Dominikanerkirche laufen. Ein Taxi-Fahrer am Bahnhof hatte ihm gesagt, dass die Strecke zu kurz und damit unlukrativ für ihn wäre. 

Ein Priester sorgte kürzlich für einen Eklat in der Domstadt: Ulrich Zurkuhlen forderte in einer Predigt, dass man Kinderschändern vergeben solle. Er bezog sich dabei auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Später verharmloste er die Folgen, die der Missbrauch für die Opfer hat. Der Bischof von Münster zog deswegen drastische Konsequenzen.

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