Aktion gegen Terror-Miliz

Terrormiliz Hisbollah: Polizei durchsucht Moschee in Münster

Moscheen in vier Großstädten Deutschlands wurden durchsucht – unter anderem in Münster. Der Hintergrund ist das neue Verbot der Terrormiliz Hisbollah. 

  • Die terroristische Vereinigung Hisbollah ist seit Donnerstag in Deutschland verboten. 
  • Horst Seehofer (CSU) sprach das Betätigungsverbot aus.
  • Eine Moschee in Münster wurde von der Polizei durchsucht. 

Münster – Um sechs Uhr morgens rückten mehrere Einsatzwagen in den Stadtteil Hiltrup aus. In einer groß angelegten Durchsuchungsaktion der Polizei wurden am Donnerstag (30. April) mehrere Moscheen in Deutschland durchsucht, unter anderem das Imam-Mahdi-Zentrum an der Hünenburg. Sie sollen möglicherweise Kontakte zur Terrormiliz Hisbollah haben. 

Hisbollah-Verbot: Moschee in Münster von Polizei durchsucht

Die Durchsuchung ist Folge eines Verbots, das Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gegen die Hisbollah in Deutschland ausgesprochen hat. Dabei handelt es sich um eine extremistisch-islamistische Gruppierung, die vom Verfassungsschutz als terroristische Vereinigung eingestuft wurde. Die "Partei Gottes", wie der Name übersetzt lautet, erkennt das Existenzrecht von Israel nicht an.

Weitere Durchsuchungen fanden in Berlin, Bremen und Dortmund statt. Auch dort wird, wie in Münster, weiterhin Tätigkeit der Hisbollah vermutet. Die Moschee im Imam-Mahdi-Zentrum wird schon seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Hier sollen sich schon seit 20 Jahren Anhänger der Hisbollah treffen, heißt es in einem Jahresbericht des Bundesamtes. 2018 wurde in der Moschee in Münster ein Terror-Video gedreht. Darin verkündete ein Redner auf Arabisch, er sei stolz auf den Terrorismus. 

Hisbollah: Durchsuchung auch in Münster – 30 Polizisten im Einsatz

Durch das Verbot der Hisbollah in Deutschland dürfen nun keine Zeichen der Vereinigung mehr gezeigt werden. Darüber hinaus sind Versammlungen der Anhänger verboten und Vermögen der Gruppe kann eingezogen werden. Seehofer hat die Gruppierung verboten, da ihre Philosophie sich seiner Ansicht nach gegen den Gedanken der Völkerverständigung richtet. 

In der durchsuchten Moschee in Münster wurden von den Beamten zahlreiche Kartons und Aktenordner sichergestellt. Rund 30 Polizisten waren im Einsatz. Das Verbot der Hisbollah wurde erst am Donnerstagmorgen bekannt, etwa zeitgleich startete die Durchsuchung. So sollte die Vernichtung von Beweisen durch mögliche Anhänger der terroristischen Gruppe vermieden werden. Auch die Wohnungen der Vereinsführer wurden von den Einsatzkräften unter die Lupe genommen. Eine andere Durchsuchung gegen mögliche Terror-Unterstützer hatte es vor einem Jahr in Warendorf gegeben. Dort waren Verbindung zu islamistischen Netzwerken vermutet worden.  

Gleichzeitig trauert die Polizei um einen Kollegen: Nur einen Tag vor der Hisbollah-Durchsuchung wurde ein Beamter erschossen. Der 28-Jährige aus Münster war als Mitglied einer SEK-Gruppe bei einem Einsatz in Gelsenkirchen dabei. Der Verdächtige schoss plötzlich auf die Uniformierten. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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