#allemalneschichtmachen

Nach heftiger Kritik an #allesdichtmachen: Jan Josef Liefers nimmt an Gegenaktion teil

Nach der umstrittenen Aktion #allesdichtmachen, bei der sich 53 SchauspielerInnen auf ironische Weise über die aktuelle Corona-Politik beschwerten, hagelte es Kritik. Jan Josef Liefers kündigte nun einen besonderen Auftritt an.

Er stand nach der Aktion besonders in der Kritik: Jan Josef Liefers (56), der vor allem für seine Rolle des Professor Karl-Friedrich Boerne im Münster Tatort bekannt ist, wurde zum Aushängeschild der Aktion #allesdichtmachen. Auf satirische Weise versuchten 53 SchauspielerInnen auf die Mängel der aktuellen Corona-Politik aufmerksam zu machen. Darunter auch Heike Makatsch, Ulrich Tukur, Ulrike Folkerts und Richy Müller.

Doch die Aktion ging, das kann man wohl so sagen, nach hinten los. Als pietätlos, unnütz und gefährlich wurde sie bezeichnet. Eigentlich wohlhabende Schauspieler mit festem Einkommen und sicherem Job beschweren sich über Einschränkungen, die Menschenleben retten, ohne Lösungsansätze zu bieten. So die Kritik. Jan Josef Liefers sorgte mit seinem Video für besonderes Aufsehen, weil er die Presse und die Berichterstattung über die Corona-Pandemie massiv kritisierte. Dabei bediente er sich auch der Rhetorik des rechten Spektrums, etwa wenn er auf eine Gleichschaltung der Medien hindeutete. Dementsprechend kam Applaus für die Aktion hauptsächlich von Querdenkern, der AfD oder Menschen wie dem Rechtspopulisten und YouTuber Ken Jebsen.

Name Jan Josef Liefers
Geboren 8. August 1964 in Dresden
Ehepartnerin Anna Loos (seit 2004)

Jan Josef Liefers verteidigt #allesdichtmachen weiterhin

Der Shitstorm, der über die beteiligten SchauspielerInnen hereinbrach, war riesig. Bereits kurz nach der Veröffentlichung distanzierten sich viele der TeilnehmerInnen bereits von der Aktion. Heike Makatsch zog sogar ihr Video wieder zurück. Auch Ulrike Volkerts und Richy Müller veröffentlichten Statements mit Entschuldigungen. Doch Jan Josef Liefers ging einen anderen Weg. Statt sich zu distanzieren, ging er in die Offensive.

In der Zeit stellte er sich einem Gespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), war zu Gast in der NDR-Talkshow 3nach9 mit Giovanni di Lorenzo und Judith Rakers und stand im WDR bei der „Aktuellen Stunde“ Rede und Antwort. Dabei kam der Schauspieler mal mehr mal weniger gut weg. Doch nun will Liefers, der sich bereits deutlich von der Querdenker-Bewegung distanziert hatte, Wiedergutmachung leisten, indem er in einer von der Medizinerin und Bloggerin Dr. Carola Holzner alias „Doc Caro“ iniziierten Gegenaktion teilnimmt – bei #allemalneschichtmachen.

Kritisiert die Corona-Politik und die Berichterstattung darüber: Jan Josef Liefers zählt zu den Schauspielern der Bewegung #allesdichtmachen.

#allemalneschichtmachen: Jan Josef Liefers macht bei Gegenaktion mit

Die Intensivmedizinerin Carola Holzner, besser bekannt als „Doc Caro“, hatte die Schauspieler rund um Jan Josef Liefers ebenfalls schwer kritisiert. Auf Instagram teilte sie gegen die Aktion aus und fand dabei klare Worte:

Auch hier wird Jan Josef Liefers direkt adressiert. Vielleicht ist es diesem Umstand geschuldet, dass er diese Einladung in dem Zeit-Interview neben Jens Spahn nun offiziell angenommen hat. Liefers, der am 2. Mai im neuen Münster-Tatort „Rythm and Love“ zu sehen sein wird, wird also eine Schicht im Rettungsdienst oder auf der Intensivstation mitmachen. Wann, wo und unter welchen Umständen bleibt noch zu klären. Vielleicht kommt auf diese Weise wieder etwas Ruhe in die Diskussion und die Gesellschaft kann sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren: die Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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