Corona-Pandemie

Spahn zur Impfung: "Wenn sie unbedingt sauer sein wollen, seien Sie bitte sauer auf mich"

In vielen Städten und Kreisen sinkt der Inzidenzwert. Deshalb lockern einige Bundesländer ihre Corona-Regeln. Jens Spahn und Lothar Wieler informieren über die aktuelle Lage.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler konnten bei der Bundespressekonferenz am Freitag (21. Mai) positive Neuigkeiten verkünden. „Die dritte Welle ist gebrochen“, erklärte Spahn. Kurz vor dem Pfingstwochenende sind in vielen Teilen Deutschlands Lockerungen möglich, denn die Corona-Fälle sind bundesweit stark zurückgegangen. De 7-Tage-Inzidenz in Münster liegt beispielsweise aktuell bei 17,8 und demzufolge konnten hier bereits einige Öffnungsschritte getätigt werden. Andere Kreise und Städte konnten ebenfalls bereits lockern oder stehen kurz davor.

LandDeutschland
7-Tage Inzidenz (Stand: 21. Mai)67,3
Vollständig gegen das Coronavirus geimpft (21. Mai)10,9 Millionen Menschen

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Chef mahnt weiterhin zur Vorsicht und hält an Maskenpflicht fest

Jens Spahn, Lothar Wieler und Henriette Reker haben am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage informiert. "Diese Pandemie hat unsere Welt immer noch im Griff, das dürfen wir nicht vergessen", warnte der RKI-Chef eindringlich. Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen solle man jetzt nicht unvorsichtig werden. Die Gefahr sei noch nicht gebannt. Auch wenn die Infektionen aktuell zurückgehen, könnten sie jederzeit wieder in die Höhe schnellen.

Niedersachsen denkt währenddessen darüber nach, die Maskenpflicht im Einzelhandel abzuschaffen. „Ich werde meine Maske noch lange tragen. Ich hoffe, dass diese Erkenntnis noch weiter hält“ erklärte der RKI-Chef auf Nachfrage. Aus Sicht der Wissenschaft sei die Wirksamkeit der Maskenpflicht bei der Coronavirus-Pandemie bestätigt und das Festhalten an den AHA-Regeln daher sehr wichtig. Jens Spahn ergänzte, dass das Tragen von Masken im Vergleich zu anderen Maßnahmen relativ leicht umsetzbar sei. Im Zuge der Lockerungen möchte auch der Bundesgesundheitsminister an den Mund-Nasen-Bedeckungen festhalten.

Corona-Impfungen: Jens Spahn bittet die Deutschen um Geduld

Laut Spahn habe eine "Kombination aus Zuversicht und Vorsicht, aus impfen und aufeinander achtgeben" dazu geführt, die Corona-Lage in Deutschland wieder unter Kontrolle zu bekommen. Nach der Devise: "Infektionszahlen runter, Impfzahlen rauf" soll es in der Bundesrepublik jetzt weitergehen. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung bei der Suche nach einem geeigneten Corona-Impftermin dazu auf, geduldig zu sein und Arztpraxen sowie Impfzentren nicht zu bedrängen.

"Wenn sie unbedingt sauer sein wollen, seien Sie bitte sauer auf mich", schlug Spahn den Menschen vor, die den ersehnten Piks nicht mehr abwarten können. In Deutschland sind bis jetzt rund 10,9 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft worden und rund 39 Prozent haben zumindest schon eine Erstimpfung erhalten (Stand: 21. Mai). Nach Angaben des Bundesgesundheitsministers wollen sich rund 70 Prozent der Erwachsenen in Deutschland impfen lassen.

Digitaler Corona-Impfausweis soll europaweit gelten

In der Bundesrepublik gibt es bis jetzt kein zentrales Impfregister. Die Daten werden also nicht bundesweit einheitlich abgespeichert. Bezüglich des digitalen Impfpasses, der bald flächendeckend eingeführt werden soll, sagte Jens Spahn, dass die Personen, die jetzt schon geimpft wurden, sich nachträglich bei der entsprechenden Stelle nach einem digitalen Nachweis bemühen müssten. Je nach Struktur kann das vor Ort die Stadt, der Kreis oder das Bundesland sein. Denkbar sei auch, dass geimpfte Personen per Post einen digitalen Nachweis in Form eines QR-Codes erhalten. Sollte durch diesen Vorgang in den Hausarztpraxen und Apotheken ein Mehraufwand entstehen, so werde dieser entsprechend vergütet.

Einen digitalen Impfpass ins Leben zu rufen, der europaweit seine Gültigkeit hat, sei kein leichtes Unterfangen, so der Bundesgesundheitsminister. Jens Spahn stellte zudem noch einmal klar, dass das Reisen auch mit dem Papierausweis weiterhin möglich bleibe. Das WHO-Dokument sei internationaler Standard und diene als Impf-Beleg. Die digitale Form des Impfnachweises werde einige Abläufe jedoch vereinfachen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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