Demonstration in Münster

10.000 fürs Klima: Fridays For Future will "kritische Masse" auf die Straße bringen

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Sie streiken, bis die Politik handelt: Die Aktivisten von "Fridays For Future" in Münster hoffen mit ihrer Demonstration "10.000 fürs Klima" auf Resultate. 

6000 Menschen waren zur Demonstration im Mai erschienen: ein Rekord für die "Fridays For Future"-Aktivisten in Münster. Das wollen sie jetzt übertreffen – und 10.000 Leute auf die Straße bringen.

  • Demonstration: "10.000 für's Klima"
  • Freitag, 10 Uhr, vor dem Historisches Rathaus in Münster
  • Klimakabinett tagt zeitgleich in Berlin

Münster – "Wie viele Menschen müssen eigentlich demonstrieren, damit die Politik endlich wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz beschließt?", fragen die Veranstalter von "Fridays for Future". Sie wollen am Freitag (20. September) mindestens 10.000 Demonstranten auf den Prinzipalmarkt bringen – aus zwei Gründen.

Nur zwei Monate später versuchen die Aktivisten, erneut Tausende Menschen auf die Straße zu bringen: Im November findet in Münster eine weitere Groß-Demo von "Friday for Future" statt

10.000 fürs Klima: Demo von "Fridays For Future" in Münster

Denn die Antwort auf ihre Frage lautet: 3,5. So viel Prozent der Bevölkerung müssen nach Angaben der Wissenschaftler demonstrieren, um gehört zu werden – behaupten zumindest die "Fridays for Future"-Aktivisten in Münster. Da die Domstadt derzeit rund 310.000 Bürger hat, müssten rund 10.850 Menschen auf die Straße gehen, um die Quote zu erreichen. Deswegen sind die "10.000 für das Klima" ihr erklärtes Ziel, die kritische Masse.

Doch nicht nur die Anzahl, auch das Datum ist entscheidend. Denn am Freitag tagt das Klimakabinett in Berlin und trifft wesentliche Entscheidungen zur Klimapolitik und legt damit auch fest, ob in Deutschland die erhoffte Wende eintritt: Wird es ein Klimaschutzgesetz geben? Wann kommt der Kohleausstieg? Wie hoch wird die CO2-Steuer?

Nicht nur Münster: Weltweite Demonstrationen am Freitag geplant

Den Aktivisten von "Fridays For Future" (FFF) – die seit Monaten auch in Münster auf die Straßen gehen – wollen mehr als nur Antworten, sie wollen eine Veränderung. "Es reicht nicht mehr, dass nur wir jungen Menschen streiken", sagt Jakob Blasel (18): "Alle müssen jetzt mitmachen, denn es geht um die Zukunft unseres Planeten." 

Der junge Aktivist der FFF-Bewegung in Deutschland fordert am Freitag nicht nur die Menschen in Münster, sondern weltweit zu einem Klimastreik auf. Denn auch in Norwegen, Südafrika, Mexiko und Japan haben bereits Millionen von Aktivisten angekündigt, auf die Straßen zu gehen und für den Klimaschutz zu demonstrieren. 

"Wenn genug Menschen mitmachen, könnte der 20. September ein Wendepunkt sein", so Blasel. Zeitgleich findet in Münster übrigens auch der "Park(ing) Day" statt, der zahlreiche Autos aus dem Hansaviertel verbannt. In einem Kommentar erklärt unsere Volontärin, dass das eigentliche Ziel der Aktivisten beim "Parking Day" in Münster zwar sinnvoll ist – aber nicht deutlich genug kommuniziert wird.  Aufgrund dieser beider Veranstaltungen wird die Innenstadt in Münster für Busse gesperrt.

Nicht nur Schüler: Auch Eltern bei "10.000 fürs Klima" in Münster

Übrigens nehmen nicht nur Schüler und Studenten an der "10.000 fürs Klima"-Demonstration in Münster teil. Auch die Eltern der Kinder rufen zum Aktivismus auf: "Welches Zeichen könnte stärker sein, als wenn tausende Menschen jeden Alters sich drei Stunden ihrer (Arbeits-)Zeit nehmen, um zu zeigen, dass Ihnen die Zukunft Ihrer Kinder und der Erde mehr am Herzen liegt als alles andere?", fragen die "Parents For Future". 

Seit Monaten demonstrieren die Aktivisten von "Fridays For Future" für den Klimaschutz – und schwänzen dabei die Schule, da sie eigentlich Unterricht hätten. In der Öffentlichkeit hat diese Tatsache für zahlreiche Diskussionen und auch Empörung gesorgt. Ein Wissenschaftler aus Münster hat sich mit dem Thema beschäftigt und gefragt: Welche Rechte haben Schüler, Eltern und Lehrer beim Protest für den Klimaschutz? 

Während für die Klima-Demo am Freitag Busse umgeleitet werden, wird das am Samstag wohl nicht nötig sein: Für den World Cleanup Day in Münster haben sich bislang nur wenige Teilnehmer gefunden

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