In Erinnerung an die Opfer

Ein Jahr nach der Amokfahrt: Gedenktag für Opfer in Münster

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Am Kiepenkerl legten die Besucher Blumen in einen Korb.

Der 7. April 2018 wird in Münster noch lange in Erinnerung bleiben. An diesem Tag lenkte Jens R. seinen Bulli in eine Menschenmenge beim Kiepenkerl – ein chronologischer Überblick. 

  • Am 7. April um 15.27 Uhr fuhr ein Mann seinen Bulli in eine Menschenmenge beim Kiepenkerl.
  • Vier Menschen starben durch die Amokfahrt, Dutzende wurden verletzt.
  • Der Mann, der sich noch im Auto erschoss, wurde später als Jens R. aus Münster identifiziert.

Update: 8. April. Münster – Am Sonntag (7. April) jährte sich die Amokfahrt am Kiepenkerl zum ersten Mal. Dem schrecklichen Tag wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst  gedacht: "In der voll besetzten Lambertikirche versammelten sich 400 Angehörige und Betroffene, Vertretungen der Feuerwehr, von Hilfsorganisationen und der Polizei sowie Menschen, die nach der Amokfahrt spontan Hilfe geleistet haben", berichtet die Stadtverwaltung.

Amokfahrt in Münster: Gedenken an den 7. April 2018

In der Lambertikirche entzuendete Pfarrer Hans-Bernd Koeppen eine Kerze für jedes Opfer.
In der Lambertikirche entzündete Pfarrer Hans-Bernd Köppen eine Kerze für jedes Opfer.  © Presseamt Münster
Auch vier Minister, der Oberbuergermeister und die Regierungspraesidentin nahmen am Gedenkgottesdienst teil.
Auch vier Minister, der Oberbürgermeister und die Regierungspräsidentin nahmen am Gedenkgottesdienst teil.  © Presseamt Münster
Hunderte zogen nach dem Gottesdienst zum Platz beim Kiepenkerldenkmal.
Hunderte zogen nach dem Gottesdienst zum Platz beim Kiepenkerldenkmal.  © Presseamt Münster
Dort spielte Bernard Lammerding fuer die Opfer.
Dort spielte Bernard Lammerding für die Opfer.  © Presseamt Münster
Die Besucher legten Blumen in einen Korb.
Die Besucher legten Blumen in einen Korb.  © Presseamt Münster
 © Presseamt Münster
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
 © Presseamt Münster / Angelika Klauser
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Nach Amokfahrt in Münster
Nach Amokfahrt in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Amokfahrt in Münster
Amokfahrt in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa
Zwischenfall in Münster
Zwischenfall in Münster  © dpa

Amokfahrt in Münster: Gedenken an den 7. April 2018

Auch die hochrangige Politiker nahmen an der Gedenkfeier teil, beispielsweise Minister Herbert Reul, Peter Biesenbach, Hendrik Wüst und Stephan Holthoff-Pförtner von der Landesregierung NRW sowie Oberbürgermeister Markus Lewe und Regierungspräsidentin Dorothee Feller. 

"Wir sind alle getroffen worden vor einem Jahr", so Innenminister Reul. Der Amokfahrer habe mit seiner Tat Leben und Freude zerstören wollen. Aber "diesen Erfolg wollen wir niemandem zugestehen" – und jetzt, ein Jahr später, sei Münster wieder die Stadt, die sie war, so der Politiker. 

Vier Kerzen auf dem Altar sollten an die vier Menschen erinnern, die damals bei der Amokfahrt verstorben sind. Anschließend zogen die Menschen von der Kirche zu der Stelle am Kiepenkerl, wo sich die Tat am 7. April 2018 ereignete, und legten dort Blumen nieder.

Ein Jahr nach der Amokfahrt in Münster – Gedenktag für Opfer

Update: 29. März. Münster – Am 7. April (Sonntag) jährt sich zum ersten Mal die Amokfahrt beim Kiepenkerl. Aus diesem Anlass soll um 14 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Lambertikirche stattfinden. "Danach besteht Gelegenheit zum gemeinsamen Gedenken auf dem Platz beim Kiepenkerl, wo eine kleine Platte im Pflaster an den 7. April 2018 erinnert", so die Stadt Münster.

Die lädt in Zusammenarbeit mit der Beauftragten für den Opferschutz des Landes NRW (Elisabeth Auchter-Mainz) und der Stiftung Katastrophennachsorge zum Gedenken an die Verstorbenen und für alle von der Gewalttat betroffenen Menschen ein. 

Gottesdienst und Versammlung sollen Raum zur Begegnung und zum Austausch geben. Auchter-Mainzhat hat die Betroffenen und Helfer über die Gedenkveranstaltung in einem Schreiben informiert. Auch die NRW-Landesregierung wird am 7. April in Münster vertreten sein.

Gedenkplatte Amokfahrt am "Kiepenkerl" in Münster

Update: 7. März. Münster – Fast ein Jahr ist die schreckliche Tat bereits her: Am 7. April vergangenen Jahres lenkte Jens R. seinen Bulli in eine Menschenmenge vorm Kiepenkerl und tötete vier Menschen. Nun brachte die Stadt Münster eine Gedenkplatte am Ort des Geschehens an, wie die Stadt am Mittwoch (6. März) berichtet.

Die Gedenkplatte soll an die Menschen erinnern, die an jenem Tag ihr Leben auf dem Platz vor dem Kiepenkerl verloren. Die Patte ist aus grauem, unbehandeltem Stahl, schlicht und schnörkellos. Die Inschrift lautet: "Im Gedenken an die Opfer des 7. April 2018." Sie ist im Pflaster der "Kleinen" Bergstraße in den Boden eingelassen.

Vor dem Kiepenkerl in Münster erinnert nun eine Gedenktafel an die Opfer der Amokfahrt vom 7. April.

Folgen der Amokfahrt: Umfrage der Uni Münster 

Update: 6. August. Münster – Knapp vier Monate nach dem schrecklichen Vorfall untersucht die Uni Münster (WWU) den "Einfluss der Amokfahrt in Münster auf das Wohlbefinden der lokalen Bevölkerung". Bei der Online-Umfrage können alle Betroffenen teilnehmen. Vergütung: 8 Euro. Zeitfaktor: 45 Minuten.

Mit einer Reihe von Fragen wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie "mentale Vergleichsprozesse mit belastenden Symptomen und der Entwicklung psychischer Beschwerden zusammenhängen". Auf Deutsch: Wie hat die Amokfahrt am 7. April die Wahrnehmung der Betroffenen verändert?

"Wir hoffen, Sie als betroffene Bürger können uns mit Ihren Antworten helfen, den Umgang mit belastenden Ereignissen besser verstehen zu können", erklärt Dr. Antje Krüger-Gottschalk, Koordinatorin der Trauma-Ambulanz und Leiterin der Umfrage. Dazu werden die Teilnehmer ausdrücklich gebeten, die Fragen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Sonst wird das Ergebnis verfälscht. 

Amokfahrt in Münster: Weiteres Todesopfer nach monatelangem Kampf

Update: 29. Juli. Münster – Am Sonntag ist der Niederländer Ben E. (56) seinen schweren Verletzungen nach der Amokfahrt erlegen, berichtet die Regionalzeitung Tubantia aus Enschede am Wochenende. 

Der Mann aus Albergen war am 7. April auf dem Rückweg eines Kurzurlaubs mit seiner Freundin. In Münster legte das Paar eine Pause ein und saßen vor dem Kiepenkerl, als Jens R. in die Menschenmenge fuhr. Die Frau erlitt mehrere Frakturen, sei laut tubantia.nl aber seit Mai wieder "einigermaßen gesund". 

Ben E. hingegen kämpfte lange um sein Überleben. Auch 113 Tage nach der schrecklichen Tag lag er noch im Krankenhaus auf der Intensivstation. Er musste in der Zwischenzeit mehr als 30 Mal operiert werden, berichtet tubantia.nl weiter. Am Sonntagnachmittag ist er dann an seinen Verletzungen gestorben.

Münster: 100 Tage nach der schrecklichen Amokfahrt

Update: 16. Juli. Münster – Es ist genau 100 Tag her, als Jens R. seinen Bulli in die Menschenmenge am Kiepenkerl steuert – ein Schock für die Münsteraner. In ganz Deutschland wurde über die Amokfahrt berichtet. Sogar Politiker aus dem Ausland meldeten sich zu Wort. 

Mittlerweile sind über drei Monate vergangen. Ein Zeitraum, in dem sich viel entwickeln konnte: Kurz nach der Amokfahrt hatte sich ein großes Blumenmeer um die Statue des Kiepenkerls gebildet. Touristen wie Münsteraner blieben tagelang stehen, gedachten der Todesopfer und Verletzten. 

Denn noch liegen viele Menschen im Krankenhaus, ein 74-Jähriger schwebt tagelang in Lebensgefahr. Elf Tage nach der Tat wurden die Kränze und Schilder entfernt, der "Große Kiepenkerl" hat seinen Betrieb nun auch im Außenbereich wieder aufgenommen.

Am 26. April gibt es die nächste tragische Meldung: Die Zahl der Todesopfer ist auf drei Personen gestiegen. Der 74-jährige Mann hat den Kampf gegen seine Wunden verloren und ist im Krankenhaus gestorben

Währenddessen häufen sich die Erkenntnisse rund um Jens R. und seine Tat. Der Mann lebte in Münster und war psychisch labil. Bereits eine Woche vor der Tat schickte er Briefe mit Anklagen, Beschuldigungen und Rechtfertigungen zu seinem Lebenslauf ab – an Bekannte, Nachbarn und die Polizei.  

Auch wird klar: Jens R. hatte sich Münster und den Kiepenkerl nur zufällig zum Ziel gemacht. Einen größeren Plan gab es nicht. Auch war er zwei Monte vor seiner Tat quer durch Deutschland gereist, wie seine Handydaten preisgaben. Die Ermittlungen rund um die Amokfahrt vom 7. April werden Ende Juni abgeschlossen.

So schnell wie die Ermittler können die Domstädter mit dem Vorfall aber nicht abschließen. Zwar hat sich im Alltag der Großstadt nichts verändert, doch zumindest eine Gedenktafel soll künftig am Kiepenkerl prangen – um den Opfern zu gedenken. Wann die Plakete aufgehängt wird, ist derzeit nicht klar.

Was jedoch klar ist: Die Tat hat bei den Domstädtern Spuren hinterlassen. "Ich habe an dem Tag gelitten. Ich bin gebürtiger Münsteraner, liebe und lebe die Stadt. Ich würde nie woanders arbeiten wollen, als mittendrin. Münster ist keine Stadt, sondern eine Einstellung, ein Gefühl", äußert ein Münsteraner gegenüber msl24.de seine Gefühlslage.

Ein Überblick rund um die Ereignisse der schreckliche Amokfahrt in chronologischer Reihenfolge:

Münster: Jens R. schickt sieben Tage vor der Amokfahrt eine E-Mail

Update: 29. März. Münster – Bereits eine Woche vor der Amokfahrt schreibt Jens R. eine E-Mail an mehrere Bekannte und Nachbarn. Eine Kopie des Schreibens leitete der Münsteraner zudem an die Polizei weiter. In dem Brief klagt der spätere Amokfahrer darüber, was in seinem Leben alles schief gelaufen sei. 

Dem Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt war R. zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt. Er galt als psychisch labil. Die E-Mail soll zudem versteckte Selbstmordabsichten enthalten haben. Ein Anzeichen auf die Tat, die er neun Tage später begehen würde, war darin aber nicht zu erkennen.

7. April: Eine Amokfahrt erschüttert Münster

15.27 Uhr: Jens R. fährt mit seinem grauen VW-Bulli über den Drubbel auf den Prinzipalmarkt. Mit hoher Geschwindigkeit biegt er in Richtung Kiepenkerl ab und rast in die Menschenmenge, die vor dem Café sitzt. Zwei Personen sterben. 20 Kneipenbesucher werden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Unmittelbar nach der Tat schießt sich der 48-jährige Amokfahrer mit einer Handfeuerwaffe in den Mund.

15:28 Uhr: Unweit der Amokfahrt findet eine kurdische Demonstration statt. Die dort zuständigen Polizisten werden umgehend zum Tatort am Kiepenkerl abkommandiert. Die Innenstadt rund um das Café wird komplett abgesperrt. Gerüchten zufolge soll sich Sprengstoff im Auto des Täters befinden. Nach erfolgreicher Untersuchung stellt sich jedoch heraus, dass die Drähte, auf die die Beamten aufmerksam wurden, harmlos waren und zum Wagen von Jens R. gehörten.

18.44 Uhr: Das Uniklinikum Münster ruft den Krisenfall aus. Zahlreiche Ärzte und Pflegekräfte sind in Alarmbereitschaft. Zudem bittet das UKM um Blutspenden aus der Bevölkerung. Ein Aufruf, dem hunderte Münsteraner folgen. Die Resonanz ist derart groß, dass das Krankenhaus den Aufruf kurze Zeit später wieder aussetzt. Weitere (Schwer-)Verletzte werden ins Clemenshospital, ins Franziskus-Hospital und in die Raphaelsklinik gebracht.

19.25 Uhr: Direkt nach der Amokfahrt wird von einem islamistischen Motiv des bis zu dem Zeitpunkt noch unbekannten Täters ausgegangen – vor allem in den sozialen Medien. Am frühen Abend berichtet ZDF-Experte Elmar Thevesen erstmals, dass der Amokfahrer höchstwahrscheinlich deutscher Staatsbürger ist.

19.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich in einem Tweet zur Amokfahrt und zeigt sich "zutiefst erschüttert". 

20 Uhr: Noch am Abend der Amokfahrt ist die Identität des Täters geklärt. Jens R. war ein Bewohner der Stadt und lebte im Südviertel. Er arbeitete als selbstständiger Industriedesigner. Der 48-Jährige besaß vier Autos sowie noch drei weitere Wohnungen. Zwei davon in Ostdeutschland. Die Wohnung von Jens R. an der Zumbroockstraße nahe des Hauptbahnhofs wird von Einsatzkräften untersucht. 

Die Suche wird am Sonntagmorgen fortgesetzt. Die Polizisten finden mehrere Gasflaschen, Benzinkanister sowie eine Deko-Waffe und Polen-Böller. Zudem werden in R.s Wohnung Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung des Mannes gefunden. Sie liefern jedoch kein Motiv für die Tat. Der Täter war zudem polizeibekannt. 2015 und 2016 wurde er wegen Bedrohung, Unfallflucht, Betrug und Sachbeschädigung angeklagt.

21.30 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) trifft in Münster ein und macht sich persönlich ein Bild der Lage vor Ort. Den Angehörigen der Toten und Verletzten spricht er vor versammelter Presse sein Mitgefühl aus. 

22 Uhr: Über Twitter und Jodel rufen Münsteraner dazu auf, sich an den Aaseekugeln zu treffen und für die Betroffenen der Amokfahrt Kerzen anzuzünden. Einige Menschen folgen diesem Aufruf.

Menschen zünden am Aasee am Samstagabend Kerzen an.

8. April: Der Tag nach der Amokfahrt in Münster

3 Uhr: In der Nacht werden die beiden ersten Opfer der Amokfahrt identifiziert. Staatsanwaltschaft und die Polizei Münster teilen mit, dass es sich um eine 51-jährige Frau aus Lüneburg sowie einen 68-jährigen Mann aus Ahaus im Kreis Borken handelt. Er war ein ehemaliger Lehrer an der Fridtjof-Nansen-Realschule in Gronau.

7 Uhr: Nachdem das Auto, mit dem Jens R. in die Menschenmenge raste, durchsucht wurde, wird es am frühen Sonntagmorgen abgeschleppt. Neben der Waffe, mit der sich der Amokfahrer selbst richtete, werden Patronen, eine Schreckschusswaffe sowie ein Fahrtenmesser gefunden. Daneben befanden sich noch zwei Liter Buttersäure, ein Liter Natronlauge sowie ein Liter Chloroform im Auto. 

Mit seinem Campingbus reiste Jens R. vor der Amokfahrt quer durchs Land.

10 Uhr: Die Polizei hebt die weiträumige Absperrung der Innenstadt auf. Der Bereich um den Kiepenkerl herum bleibt jedoch noch gesperrt. Am Kiepenkerl-Brunnen werden ab Sonntagmorgen Blumen und Kerzen niedergelegt.

12 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) treffen am Ort des Geschehens ein. Gemeinsam mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und NRW-Innenminister Reul legen sie Blumen nieder. Seehofer: "Dieses feige und brutale Verbrechen hat uns alle betroffen gemacht." Er bedankt sich zudem bei der Polizei und den Rettungskräften für ihre gute Arbeit.

Laschet lobt die Besonnenheit der Münsteraner und die Solidarität der Menschen im Internet – kritisiert auch deutlich diejenigen, die kurz nach der Tat "das Hetzen" begonnen haben.

Markus Lewe, Horst Seehofer und Armin Laschet (v.l.) am Kiepenkerl.

18 Uhr: Fünf Personen befinden sich nach der Amokfahrt noch immer in Lebensgefahr. Drei von ihnen werden im Universitätsklinikum Münster (UKM) behandelt, die anderen beiden im Clemenshospital.  

19 Uhr: In der Wohnung des Täters im sächsischen Pirna wird ein 18-seitiges Schreiben entdeckt. Darin klagt Jens R. über seine verkorkste Kindheit und schlimmen Erfahrungen, die er in seinem Leben durchmachen musste. 

19.30 Uhr: Rund 1500 Menschen kommen am Sonntabend zu einem Gedenkgottesdienst im Paulusdom mit Bischof Felix Genn zusammen. Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (SPD), Landesumweltministerin Christina Schulze-Föcking (CDU) und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sind anwesend.

Große Anteilnahme beim Gedenkgottesdient im Paulusdom.

9. April: Ermittlungen zur Amokfahrt – Münster trauert

10 Uhr: Einige Läden im Kiepenkerl-Viertel bleiben aus Solidarität am Montag nach der Tat geschlossen. 

17.30 Uhr: Schock beim USC Münster. Wie der Verein bekanntgibt, befindet sich Chiara Hoenhorst unter den Verletzten. Die Spielerin des Volleyball-Erstligisten liegt im UKM und wurde nach einer OP ins künstliche Koma versetzt. Die 21-Jährige schwebte kurzzeitig in Lebensgefahr.

18.30 Uhr: In einer gemeinsamen Presseerklärung äußern sich Polizei Münster und die Staatsanwaltschaft zum Motiv des Täters. "Nach der bisherigen Analyse und Auswertung der vorliegenden Dokumente, Spuren und Aussagen sind die Ermittlungsbehörden sicher, dass der 48-Jährige in Suizidabsicht handelte", erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. 

11. April: "Grosser Kiepenkerl" in Münster eröffnet wieder

12 Uhr: Vier Tage nach der Amokfahrt öffnet die betroffene Gaststätte "Grosser Kiepenkerl" wieder. "Unsere Teams haben das große Bedürfnis, den Ausnahmezustand zu beenden und wieder in ihr gewohntes (Arbeits-)leben zurückzukehren", teilen die Betreiber tags zuvor auf Facebook mit. 

12. April: Amokfahrt nicht für Münster geplant

Die Ermittler erklären, dass Jens R. das Ziel seiner Amokfahrt zufällig ausgewählt hatte.  „Es gibt keine Indizien, dass er den Platz bewusst ausgesucht hat“, heißt es. Zudem soll der Campingbus von Zeugen vor der Tat an anderen Stellen gesehen worden sein. 

18. April: Hochzeit nach der Amokfahrt im Krankenhaus

10 Uhr: Im Rahmen einer Zeremonie wird nun auch die Außengastronomie des Kiepenkerls wieder in Betrieb genommen. Zudem wird der Platz um den Brunnen geräumt und die Blumen, Kerzen und Beileidsbekundungen entfernt. 

15 Uhr: In der Raphaelsklinik heiraten zwei durch die Amokfahrt verletzte Menschen aus Niedersachsen. Die Trauung des 57-jährigen Mannes und der 54-jährigen Frau übernimmt OB Markus Lewe im Krankenhaus.

19. April: Schüsse bei der Amokfahrt in Münster

NRW-Innenminister Herbert Reul gibt in einem Bericht für den Innenausschuss des Landtags bekannt, dass drei Einschusslöcher auf dem Rücksitz des Campingbusses von Jens R. gefunden wurden. Ob diese aus der Waffe des Amokfahrers stammen, ist noch ungewiss. Auch ist unklar, woher die Waffe stammt, mit der sich R. erschossen hat. 

20. April: Opfer nach Amokfahrt weiterhin verletzt

Noch immer befinden sich acht Verletzte in Münsters Krankenhäusern. Eine Person ist weiterhin noch im lebensbedrohlichen Zustand.

26. April: Amokfahrt in Münster fordert drei Todesopfer

19 Tage nach der schrecklichen Tat erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf drei. Ein 74-jähriger Mann aus Hamm erlag knapp drei Wochen nach der Amokfahrt seinen Verletzungen, wie die Bild-Zeitung berichtet.

15. Juni: Gedenktafel für die Opfer der Amokfahrt in Münster

"Im Gedenken an die Opfer des 7. April 2018". Diese Worte sollen demnächst auf einer Gedenktafel vor dem Kiepenkerl stehen, die an die Amokfahrt vor knapp zwei Monaten erinnern soll. Das hat der Verwaltungsvorstand der Stadt Münster entschieden. „Es wird ein paar Wochen dauern, bis die Tafel fertig ist", sagt Joachim Schiek, Sprecher der Stadtverwaltung gegenüber der WN

Wo genau die Gedenktafel platziert werden soll, sei noch unklar. Man wolle jedoch vermeiden, dass sie in direkter Nachbarschaft des Kiepenkerl-Cafés oder inmitten der Tische und Stühle stehe. 

6. Juli: Jens R. reiste vor der Amokfahrt quer durch Deutschland

Die Ermittlungen rund um die Amokfahrt vom 7. April sind abgeschlossen. Dennoch wurden nun weitere Details zum Täter Jens R. bekannt. Wie die WN berichtet, reiste der 48-Jährige vor seiner Amokfahrt zwei Monate lang quer durch Deutschland. Anhand seiner Handydaten hat die Polizei ein Bewegungsprofil des Mannes erstellt.

Vom Kreis Kleve fuhr er über Berlin, Bremerhaven. R., der sich unmittelbar nach der Tat selbst erschoss, peilte unter anderem Campingplätze, Supermärkte sowie den Deutschen Bundestag in der Hauptsadt an. An einem Campingplatz soll der Amokfahrer mit seiner Waffe geübt haben. Ermittler fanden Einschusslöcher im Campingbus, mit dem er zur Tatzeit in die Menschenmenge am Kiepenkerl raste.

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