Sechs mögliche Bomben

Großevakuierung in Münster: 14.000 Menschen müssen ihre Wohnung verlassen

Es ist die größte Evakuierung in der jüngeren Geschichte Münsters: 14.000 Menschen müssen für eine Überprüfungsaktion ihre Wohnung verlassen. Möglicherweise liegen sechs Bomben im Erdreich.

  • An sechs Orten in Münster könnten Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich liegen.
  • Die Punkte werden in einer großen Aktion im September überprüft.
  • 14.000 Menschen müssen dafür evakuiert werden.

Münster – Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg sind in der Domstadt nichts Ungewöhnliches. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Blindgänger an der Pötterhoek-Grundschule im Stadtteil St. Mauritz entschärft. Im September steht nun eine Überprüfung an, die aufgrund ihrer Größe einiger Planung bedarf.

Stadt Münster
Einwohner310.039
BundeslandNordrhein-Westfalen

Münster: 14.000 Menschen müssen für mögliche Bombenentschärfung evakuiert werden

Im Auftrag der Stadtverwaltung waren in den letzten Wochen einige Verdachtspunkte in Münster gefunden worden, an denen möglicherweise noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten. In einer großen Überprüfungsaktion sollen diese Stellen gleichzeitig freigelegt werden. Dazu werden mindestens 14.000 Menschen an einem Sonntag im September evakuiert werden müssen.

Unter anderem liegt das St.-Franziskus-Hospital in dem Radius, der in Münster wegen den möglichen Bomben geräumt werden muss. Ein Teil des Krankenhauses muss für die Überprüfung evakuiert werden. Auch die Altenpflegeeinrichtung Klarastift, das Haus Maria Trost sowie das Mutterhaus der Franziskanerinnen sind betroffen.

Große Evakuierung in Münster geplant – sechs mögliche Bomben werden überprüft

Da die Überprüfung im September von gewaltigem Ausmaß ist, wurde ein Krisenstab eingerichtet. Die Leitung hat Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer inne. Der konkrete Termin steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass die Wahlsonntage ausgeschlossen sind, wie die WN berichten. Immer wieder werden in Münster Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Warum das so ist, erklärt ein Experte im Gespräch mit msl24.de.

Für die Überprüfung und die mögliche Entschärfung etwaiger Blindgänger in Münster werden vorübergehend Sprengschutzaufbauten aufgestellt. Außerdem muss der Verkehr im Viertel umgeleitet werden, Aufenthaltsmöglichkeiten für die Evakuierten müssen eingerichtet und Patienten aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verlegt werden.

An diesen Punkten in Münster wird auf mögliche Blindgänger überprüft.

Münster: Evakuierung könnte wegen des Coronavirus verschoben werden

„Hinzu kommt das Risiko, dass die geplante Großevakuierung durch eine mögliche Verschärfung der Corona-Lage erschwert werden kann“, sagt Ordnungsdezernent Heuer. Derzeit sei jedoch noch nicht geplant, dass mit der Evakuierung verschärfte Schutzmaßnahmen einhergehen. Falls die Infektionszahlen in Münster jedoch bis zum September drastisch ansteigen, müsse die Kampfmittelmaßnahme unter Umständen verschoben werden.

Sollte der Verdacht an den zu überprüfenden Stellen sich bestätigen, rechnen die Experten mit Weltkriegsbomben im 250- bis 500-Kilogramm-Bereich. Dafür ist ein Sperrradius von 500 Metern einzurichten. Da die sechs Verdachtspunkte alle im Stadtteil Mauritz liegen, kann durch die Großaktion ein mehrmaliges Evakuieren des Bereichs vermieden werden. Die Stadt will die betroffenen Anwohner in den nächsten Wochen weiter informieren. Alle Updates zu der Entschärfung in Münster lesen Sie auch hier bei msl24.de.

Zu einer kuriosen Szene während einer Entschärfung kam es kürzlich im Münsterland: Ein Mann aus Coesfeld brachte ein Militärgeschoss aus seinem Besitz zu den Kräften vom Kampfmittelräumdienst. Er bat die Experten darum, es zu entschärfen. Für Ärger sorgen indes Feiernde auf der Jüdefelder: Die CDU Münster fordert daher während der Coronavirus-Pandemie ein Alkoholverbot in öffentlichen Räumen.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd

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