Kampfmittelsondierung in Münster

Bombenfund in der Innenstadt: Vorerst Entwarnung an der Salzstraße – aber weitere Bohrungen möglich 

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Für die Überprüfung eines "Verdachtsmoments" musste ein Teil der Salzstraße abgesperrt werden.

Erneut könnte es zur Evakuierung und Entschärfung in Münster kommen. Doch vorher muss der Kampfmittelbeseitigungsdienst herausfinden, ob tatsächlich Blindgänger im Boden der Innenstadt liegen. Bislang warten die Anwohner auf Ergebnisse. 

+++ 3. Juni – Newsticker: Erneuter Bombenfund in Münster +++

Update: 13. Mai. Münster – "Die Überprüfung der beiden Verdachtspunkte in der Salzstraße und der Julius-Voos-Gasse gestaltet sich aufwändig", Joachim Schiek vom Presseamt der Domstadt. 

Bei den Bohrungen sind die Einsatzkräfte des Kampfmittelbeseitigungsdienst auf Widerstände gestoßen. Diese stammen wohl vom Fundament oder einem Betonkanal. Deshalb müssen möglicherweise weitere Bohrungen erfolgen, um vollends Klarheit zu erhalten.

Der Verdachtspunkt innerhalb des Gebäudes an der Ecke Salzstraße/Julius-Voos-Gasse sei hingegen schon erfolgreich überprüft worden. Das Ergebnis: eine Entwarnung. Das Gebäude kann somit "rückgebaut" werden.

"Da in Münster zurzeit besonders viel gebaut wird, laufen gleichzeitig für viele Baustellen Recherchen und Untersuchungen. Auch dadurch kommt es unvermeidlich zu Verzögerungen", erklärt Schiek weiter. 

Münster: Bombenfund in der Innenstadt? Überprüfung dauert 14 Tage

Erstmeldung: 29. März. Münster – Erneut könnte es in der Domstadt zu einer Bombenentschärfung kommen: An der Salzstraße in Höhe des ehemaligen Schuhhauses an der Julius-Voos-Gasse haben sich so genannte "Verdachtspunkte" ergeben. Es könnte sich dabei um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handeln – oder einen rostigen Gegenstand im Boden.

Regelmäßig werden in Münster alte Kampfmittel gefunden, zuletzt eine 500-Kilo-Bombe an der Mondstraße zu Beginn des Monats März. Im Interview erklärt Axel Schollmeier, stellvertretender Leiter des Stadtmuseums, warum so viele Blindgänger in der Domstadt gefunden werden – und wie viele es noch werden könnten.

Wie die Stadt am Donnerstag (28. März) mitteilte, hat das Tiefbauamt bereits mit den Vorbereitungen begonnen und die Salzstraße teilweise gesperrt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 12. April (Freitag), denn der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe muss aus Arnsberg anrücken, um die Verdachtspunkte zu überprüfen. 

Anwohner sollen sich auf die veränderte Situation während der Überprüfung einstellen. 

Das ist zwar aufwendig und teuer, aber notwendig: Beispielsweise wurde bei Erdarbeiten auf einer Baustelle in Fürth in gerade mal zwei Metern Tiefe eine 500 Pfund schwere amerikanische Fliegerbombe entdeckt. "Wenn ein Bagger oder ein Bohrgerät drangekommen wäre, hätten die rund 125 Kilogramm TNT in der Bombe einen immensen Schaden anrichten können", erklärt Dr. Andreas Heil von der K. A. Tauber Spezialbau, die seit 45 Jahren in der Kampfmittelräumung tätig ist.

Der Weg ist deshalb verengt: "Fußgänger können die Salzstraße aber weiterhin nutzen", erklärt die Stadt. Der Lade- und Lieferverkehr wird am Baufeld vorbeigeführt. Das Tiefbauamt bittet die Verkehrsteilnehmer und Anlieger sich auf die veränderte Situation einzustellen. 

Die Bauarbeiten am Hansaring in Münster, die seit mehreren Monaten laufen, gehen nun in die nächste Phase: Dafür wird die Straße einspurig. Außerdem kam es kürzlich zu einem gefährlichen Zwischenfall: 20 Männer griffen in Münster zwei 16-jährige Mädchen auf einem Spielplatz an.

Es könnte bald zu einer erneuten Entschärfung kommen: In Münster liegt an einer Schule vermutlich eine Bombe. Erneut könnte es zu einer Evakuierung kommen: An der Loddenheide in Münster befindet sich womöglich eine Bombe.

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