Kundgebungen am Sonntag

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Münster: Protest stellt sich Querdenkern entgegen

Mit einem Autokorso wollen Gegner der Corona-Maßnahmen durch Münster ziehen. Dagegen formt sich erneut Protest.

Münster – Eine Woche nach der Demo der Corona-Leugner in Kassel, bei der mehrere Tausend Teilnehmer zugegen waren, wird auch in Münster erneut protestiert. Für den kommenden Sonntag (28. März) wurde ein Autokorso angekündigt, der unter der Schirmherrschaft der „Ärzte für Aufklärung“ auftritt.

Bereits vor wenigen Wochen kam es in Münster zu derartigen Protesten. Die Polizei musste damals eine Blockade der Gegendemonstranten auflösen. Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ ruft nun erneut zur Blockade des Autokorsos auf, an dem auch regionale Köpfe der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) mitwirken wollen.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Münster: Bündnis will Autokorso der Corona-Leugner blockieren

„Corona-leugnende Gruppen wie ‚Querdenken‘ haben im letzten Jahr immer wieder bewiesen, wie gefährlich sie sind“, sagt Carsten Peters, Sprecher des linken Bündnisses. Die Ablehnung der Corona-Regeln der Teilnehmer basiere auf der „Ablehnung jeglicher faktenbasierter Argumentation und dem Hass auf vermeintliche ‚Eliten‘“, so der Sprecher von „Keinen Meter den Nazis“ weiter. Dass bei der Demonstration auch Mitglieder der AfD Münster mitwirken, sei ein Zeichen, dass die Bewegung offen für die extrem Rechte sei.

„Die AfD ist die Partei der Corona-Leugner:innen – es ist also wenig überraschend, dass sie auch in Münster versucht, an diese Proteste anzudocken“, betont Carsten Peters. Dass die Teilnehmer, inspiriert durch die Querdenken-Bewegung, am Sonntag in Autos demonstrieren wollen, empfindet Katharina Köhnke vom Bündnis als besonders gefährlich. Schon häufig hätten Rechte Fahrzeuge als Waffe benutzt und damit Menschen verletzt und gar getötet. „Die Polizei muss die Gefahr, die von einem Autokorso für Unbeteiligte und Protestierende ausgeht, endlich ernst nehmen“, lautet daher die Forderung an die Beamten. Denn bei der Demo vor wenigen Wochen habe es bereits gefährliche Situationen gegeben.

Bündnis aus Münster setzt auf Solidarität statt Verschwörungstheorien im Kampf gegen Corona

Neben massiven Drohungen gegenüber Protestierenden soll ein Demo-Teilnehmer zudem angekündigt haben, mit einer Waffe zurückzukommen. Ein Gegendemonstrant soll zudem von einem Auto zur Seite geschoben worden sein. Zwei Kundgebungen hat das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ für Sonntag geplant. Die erste startet um 14 Uhr am Schlossplatz in Münster, eine Stunde später geht es am Servatiiplatz weiter. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Gegendemo stets auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet werden soll. Teilnehmern wird geraten, möglichst mit dem Fahrrad anzureisen und FFP2-Masken zu tragen.

Münsteraner wollen sich den Corona-Leugnern am Sonntag entgegen stellen. (Sybmolbild).

Die Antwort auf die Fragen in der Pandemie seien weder Verschwörungstheorien, noch Antisemitismus, „sondern Solidarität“, betont Carsten Peters. Das wolle man am Sonntag in Münster deutlich machen. Am Freitag (26. März) wollen Corona-Skeptiker und Anhänger der „Querdenker“-Bewegung auch in Bielefeld auf die Straße gehen*. Auch hier hat sich bereits Gegenprotest angekündigt. (owl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Michael Bahlo/dpa

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