Lockerungen

Erleichterungen für Geimpfte beschlossen – Zehntausende Menschen in Münster erhalten jetzt mehr Freiheiten

Genesene und Geimpfte erhalten vermutlich noch diese Woche Lockerungen von den Corona-Regeln. In Münster würde rund jeder siebte Bürger direkt davon profitieren.

Update: 7. Mai. Es ist beschlossene Sache: Am Freitag stimmte der Bundesrat der Vorlage zu, die Erleichterungen für Geimpfte und Genesene vorsieht. Somit könnten bereits an diesem Wochenende – passend zum guten Wetter am Muttertag – bestimmte Corona-Regeln für diese Personengruppen wegfallen. Was sich nun konkret auch in Münster ändert und warum auch nicht Geimpfte davon profitieren können, lesen Sie in diesem Artikel.

Doch trotz der beschlossenen Rückgabe von Freiheiten an immunisierte Menschen gilt weiterhin, Vorsicht walten zu lassen. Auch Geimpfte und Genesene können sich weiterhin infizieren und andere Menschen anstecken, auch, wenn das Risiko drastisch reduziert ist, wie das Robert-Koch-Institut kürzlich meldete. Deswegen sollte weiterhin auf Abstand geachtet und Treffen möglichst nach draußen verlagert werden.

Erleichterungen für rund 43.000 Geimpfte und Genesene in Münster – Auswirkungen auch auf Ungeimpfte

Erstmeldung: 6. Mai. Münster – Es ist so gut wie sicher: Nachdem am Donnerstag (6. Mai) der Bundestag einer Verordnung zugestimmt hat, die Lockerungen für Geimpfte und Genesene vorsieht, muss diese am Freitag (7. Mai) nur noch den Bundesrat passieren – ein Veto vonseiten des Länderparlamentes gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich. Somit könnten schon am Sonntag (9. Mai) Veränderungen für rund 43.000 Menschen* in Münster greifen, die auch Auswirkungen auf Ungeimpfte haben können.

Denn Teil der Verordnung, die zum Infektionsschutzgesetz gehört, beinhaltet Lockerungen für Geimpfte und Genesene bei den Kontaktbeschränkungen im Freien. Das bedeutet, dass Menschen dieser immunisierten Personengruppe nicht mehr mitgezählt werden – ähnlich, wie es bereits bei Kindern unter 14 Jahren gehandhabt wird. So können sich Geimpfte und Genesene in Münster mit mehr als einem Hausstand und mit mehr als maximal fünf Menschen außerhalb des eigenen Zuhauses treffen.

Stadt:Münster
Einwohner:313.000
Bundesland:NRW

Münster: Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene entfallen im Freien

  • Bisher sind bereits etwa 35.700 Menschen in Münster vollständig geimpft.*
  • Mehr als 133.000 Menschen erhielten bisher eine Erstimpfung.
  • Über 7267 Menschen gelten als genesen.

Durch die niedrige Inzidenz sind in Münster schon jetzt Treffen mit mehr als nur einer Person aus einem anderen Hausstand zulässig: Derzeit sind Zusammentreffen von maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten im öffentlichen Raum erlaubt. Mit der neuen Verordnung könnten sich nun zum Beispiel auch mehrere Freunde am Aasee treffen, wenn Geimpfte oder Genesene unter ihnen sind. Vor allem erleichtert es Treffen mit der Familie, da meist ältere Menschen bereits vollständig geimpft sind. Es profitieren somit auch Ungeimpfte von den Erleichterungen. Zuletzt zog das Impftempo in Deutschland auch deutlich an. In NRW kann zudem ab sofort die Prio-Gruppe 3 einen Impftermin vereinbaren.

Die Ausgangssperre gilt für Geimpfte und Genesene ebenfalls nicht mehr. Da diese in Münster jedoch nicht eingeführt werden musste, ändert sich dementsprechend nichts. Anders sieht es bei der Quarantäneverordnung aus: Für Immunisierte soll eine Quarantänepflicht nach einem Auslandsaufenthalt entfallen. Eine Ausnahme bildet hier die Rückkehr nach Deutschland aus Virusvariantengebieten.

Testpflicht in Münster: Geimpfte und Genesene werden negativ Getesteten rechtlich gleichgestellt

Ein weiterer Aspekt der Verordnung ist die rechtliche Gleichstellung von Geimpften und Genesenen mit negativ Getesteten. Diese Regelung besagt, dass Immunisierte die gleichen Freiheiten bekommen, die Menschen mit einem negativen Test erhalten, ohne jedoch einen Test durchführen zu müssen. „Konkret soll es geimpften und genesenen Personen künftig wieder möglich sein, ohne vorherige Testung zum Beispiel Ladengeschäfte zu betreten. Gleiches soll auch für den Besuch von Zoos oder botanischen Gärten oder die Inanspruchnahme von Dienstleistungen von Friseuren und Fußpflegern gelten“, heißt es in der Vorlage, der im Bundestag bereits zugestimmt wurde.

Da die Inzidenz in der Domstadt weiterhin deutlich unter der kritischen Marke von 100 liegt, könnten bald noch weitere Öffnungen anstehen. Die Stadt Münster kündigte bereits Modellprojekte an. Über den genauen Start werde kurzfristig entschieden, wie Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer ankündigte. Laut Medienberichten könnten erste Öffnungen aber bereits ab kommender Woche ermöglicht werden.

Bayern beschloss sogar bereits die Öffnung von Gastronomie und Tourismus – auf die NRW-Landesregierung wächst der Druck, nachzuziehen. Da die Corona-Schutzverordnung von NRW am 14. Mai ausläuft, könnten bei der Verlängerung erste Öffnungsschritte vereinbart werden. Auch der Krisenstab in Münster rechnet offenbar damit: Laut Wolfgang Heuer könnte es durchaus sein, dass bei gleichbleibend positivem Trend ab diesem Datum mit weiteren Lockerungen für das gesamte Bundesland zu rechnen ist. Sollte dies mit einer verbindlichen Testpflicht einhergehen, entfällt diese in Münster für die rund 43.000 immunisierten Menschen*.

Zunächst könnte die Außengastronomie geöffnet werden, sollten in NRW weitere Öffnungen beschlossen werden. Dies ist bereits in mehreren Bundesländern geschehen. (Symbolbild)

Münster: Erleichterungen kommen – welche Nachweise werden benötigt?

  • Als vollständig geimpft gilt, wer beide Impfungen verabreicht bekommen hat.
  • Als genesen gilt, wer nachweislich eine Corona-Infektion durchgestanden und dadurch Antikörper entwickelt hat.

Wie genau eine Impfung oder eine durchgestandene Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen werden soll, ist noch nicht abschließend geklärt. Für den Nachweis einer vollständigen Impfung kann der Impfpass dienen, bei einer Infektion der ausgedruckte, positive PCR-Test. Wichtig hierbei ist, dass ein positives Testergebnis mindestens 28 Tage zurückliegen muss, aber nicht älter als sechs Monate sein darf und über einen PCR-Test ermittelt wurde. Ein Schnell- oder Antikörper-Test zählt nicht als zulässiger Nachweis über eine durchgestandene Infektion. Dies hatte das Land NRW so festgelegt, als es schon Tage zuvor Erleichterungen für Geimpfte und Genesene umsetzte. Von der neuen Verordnung über Erleichterungen für Geimpfte und Genesene sind die Maskenpflicht, Abstandsregeln und sonstige Hygienevorschriften ausgenommen – sie gelten auch weiterhin für nachweislich immunisierte Menschen. *Die Zahlen stellt die Stadt Münster auf ihrer Homepage bereit (Stand: 6. Mai 2021).

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare