Infektionslage

Corona-Hotspot in Obdachlosen-Unterkunft entdeckt

In einer Wohnungslosen-Notunterkunft in Münster gab es einen Coronavirus-Ausbruch. 31 Menschen sind infiziert.

Münster – Die Stadt teilt am Montag (12. April) mit, dass in Münster ein Corona-Hotspot ausgemacht worden ist. Wie sich am Wochenende gezeigt habe, hätten sich mehrere Menschen im Haus der Wohnungslosenhilfe (HdW) an der Bahnhofstraße mit dem Coronavirus angesteckt. Dies habe das Gesundheitsamt festgestellt. Insgesamt seien 31 Infektionen nachgewiesen worden: bei 29 Bewohnern und zwei MitarbeiterInnen.

Stadt:Münster
Einwohner:314.319 (2019)
Bundesland:NRW

Münster: Haus der Wohnungslosenhilfe nach Corona-Ausbruch geschlossen

Das HdW in Münster ist eine Notunterkunft für alleinstehende wohnungslose Männer. Normalerweise werden in der Unterkunft 80 Plätze zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Angebot jedoch bereits deutlich heruntergefahren, wie die Stadt berichtet. Derzeit stünden nur noch für 48 Menschen Plätze bereit. (Bei msl24.de erfahren Sie, wo in Münster Corona-Schnelltestzentren zu finden sind.)

Nachdem das HdW durch das Gesundheitsamt in Münster nun als sogenannter Corona-Hotspot identifiziert wurde, sind die infizierten von den nicht infizierten Untergebrachten mittlerweile durch die MitarbeiterInnen in der Einrichtung „strikt getrennt“ worden, wie die Stadt weiter berichtet. Auch während der Quarantäne soll die Versorgung der Wohnungslosen weiter sichergestellt werden. Inzwischen ist das HdW in Münster, das im Auftrag der Stadt von der Bischof-Hermann-Stiftung betrieben wird, für neue Unterbringungen geschlossen worden. „Ein Sicherheitsdienst kontrolliert die Eingangstür“, heißt es dazu weiter.

Corona-Lage in Münster: Inzidenz-Wert liegt bei 90

Insgesamt wurden seit Freitag 108 Neuinfektionen gemeldet, aktuell gelten 533 MünsteranerInnen als akut infiziert. Die 7-Tages-Inzidenz kletterte auf 90,4. „Der plötzliche Corona-Ausbruch im HdW zeigt erneut, wie schnell sich das Pandemiegeschehen in der laufenden dritten Welle entwickelt, die Einhaltung der Hygieneregeln bleibt unabdingbar“, sagte Wolfgang Heuer, Krisenstabsleiter in Münster, zur aktuellen Situation. Schulen hätten jedoch „keinen wesentlichen Beitrag zum Infektionsgeschehen geleistet“, so Heuer, „da der deutliche Anstieg zum Ende der Osterferien erfolgt“ sei.

Zu der Infektionslage in Betrieben äußerte sich die Stadt in ihrer Pressemeldung nicht. Abgesehen von dem jüngsten Corona-Hotspot im HdW herrsche ein „diffuses Infektionsgeschehen“ in Münster, wie es weiter heißt. Es würden sich jedoch offenbar gleich mehrere Effekte gegenseitig verstärken, wie die Stadt schreibt:

  • Die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 sei mittlerweile die vorherrschende.
  • Die Bereitschaft, die Hygieneregeln einzuhalten, habe abgenommen – vor allem im privaten Bereich.
  • Ein zu erwartender „Nach-Ostern-Effekt“ – über die Feiertage habe es vermehrt private Zusammentreffen gegeben.
  • Da vermehrt getestet werde, würden mehr symptomfreie Infektionen entdeckt.

Sollte der Inzidenzwert weiter ansteigen, könnte das bereits eingeleitete Projekt der Modellregion Münster gefährdet werden. Dieses kann am 19. April nur dann starten, wenn der Wert an diesem Tag unter 100 liegt. „Ebenfalls sind die mit dem Modellversuch verbundenen Teil-Öffnungen nicht sinnvoll, solange die Schulen in Münster geschlossen sind“, macht Wolfgang Heuer zudem deutlich. „Es ist wichtig, Perspektiven für die Menschen zu erarbeiten und dafür auf unsere bisherigen Erfolge im Kampf gegen die Pandemie aufzubauen.“ Aktuell befinden sich 44 Menschen in Münster mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus. 18 liegen auf der Intensivstation, 15 von ihnen werden beatmet.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-Bildfunk

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