Coronavirus

Mangel an Biontech-Dosen: Jetzt soll Impfstoff von Johnson & Johnson den Hausärzten helfen

In Münster wird weiter fleißig geimpft. Doch vom Impfstoff Biontech haben die Hausärzte weniger Dosen zur Verfügung, als ihnen lieb ist. Jetzt soll es Nachschub eines anderen Herstellers geben.

Münster – Knapp die Hälfte aller Bürger der Stadt können von sich behaupten, mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden zu sein. Damit liegt Münster weit über dem bundesweiten Durchschnitt an verabreichten Dosen. Doch für Hausärzte wird es an manchen Stellen knapp.

Vor allem am Impfstoff von Biontech mangelt es vielen Hausärzten in Münster. In manchen Praxen sind Impftermine mit dem beliebten Vakzin auf Wochen hin vergeben. Wer Glück hat, kann noch einen Termin ergattern. Um dem Mangel am Impfstoff entgegen zu kommen, soll nun das Präparat von Johnson & Johnson helfen.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Münster: Hausärzte bekommen Ende Mai Johnson & Johnson

Ab kommendem Dienstag (25. Mai) sollen Hausärzte in Deutschland den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. „Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von Astrazeneca bereitstellen“, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) den Praxen in einer Mitteilung mit. Ähnlich wie beim Impfstoff von Astrazeneca, wird Johnson & Johnson primär Personen über 60 Jahren empfohlen. In Münster wurde der Impfstoff neulich in einer großen Impfaktion in Coerde verwendet.

Der Vorteil des Vakzins: Im Gegensatz zu den drei anderen zugelassenen Impfstoffen muss Johnson & Johnson nur einmal verabreicht werden, damit eine komplette Immunisierung gegen das Coronavirus eintritt. Für die anderen Präparate werden jeweils zwei Dosen verabreicht. Anfang Juni kommt für die Hausärzte in Münster dann eine weitere Neuerung hinzu: Ab dem 7. Juni soll die Impfpriorisierung komplett fallen. Dies kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag (17. Mai) an.

Corona-Zahlen sinken in Münster weiter

Das heiße jedoch nicht, so der CDU-Politiker weiter, dass jeder Impfwillige binnen weniger Tage einen Impftermin bekomme. „Ich muss weiterhin auch da um Geduld bitten“, sagte Jens Spahn. Es werde bis zum Sommer dauern, um jedem Bürger ein Impfangebot machen zu können. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen erwartet, dass die Bundesregierung für Nachschub bei der Impfstoff-Beschaffung sorgt, der auch den Hausärzten in Münster zugute kommen wird.

In der letzten Maiwoche sollen die Hausärzte in Deutschland erstmals Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten.

Derweil sinken die Corona-Zahlen in der Domstadt weiter. Am Dienstag (18. Mai) sank die 7-Tage-Inzidenz auf 20,6. In den vergangenen sieben Tagen gab es nur noch 65 Neuinfektionen. Aufgrund der entspannten Lage konnte am vergangenen Samstag in Münster die Außengastronomie öffnen.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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