Coronavirus

Einsamer Corona-Winter: Pro Kind nur ein Freund?

Der Winter steht vor der Tür – und er könnte für viele Menschen einsam werden. Die Bundesregierung hat die Coronavirus-Maßnahmen weiter verschärft und das Kontaktverbot drastisch erweitert.

Update: 16. November, 19.45 Uhr. Bundeskanzlerin Merkel hat soeben in einer Pressekonferenz verkündet, worauf die Minister der Länder sich geeinigt haben. Die Kontaktbeschränkungen werden nun verschärft – auch in Münster. Um das Coronavirus weiter einzudämmen, appellieren die Politiker inständig an jeden Bürger, sich von nun an in der Freizeit nur noch mit einer festgelegten Person zu treffen.

OrtMünster
Einwohner315.293
BundeslandNRW

Dies gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. In dem vorab in den Medien veröffentlichten Beschlusspapier, das die Politiker heute diskutiert haben, war zunächst von zwei Personen pro Bürger die Rede. Doch: „Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut“, sagte Kanzlerin Merkel bei der Pressekonferenz. Das hat auch Einfluss auf Münster und NRW. Es handelt sich bei der Beschränkung zwar nur um einen Appell und kein Verbot – die Nicht-Einhaltung kann also nicht bestraft werden. Dennoch wird die Maßnahme große Auswirkungen insbesondere auf allein lebende Personen haben.

Am 25. November findet das nächste Gespräch zwischen Merkel und den Ministerpräsidenten statt. Bis zum Ende des Monats gilt der Lockdown noch, dann wird entschieden, wie es weitergehen kann. Die verschärften Kontaktbeschränkungen könnten bei der nächsten Konferenz wieder gelockert werden – das hängt jedoch von der Entwicklung der Corona-Zahlen ab.

Münster: Einsamer Winter? Bund will Kontaktbeschränkungen weiter verschärfen

Erstmeldung: 16. November, 7.28 Uhr. Münster – Die bundesweite Lage rund um das Coronavirus ist weiterhin alarmierend - auch wenn die Zahlen der Neuinfektionen am vergangenen Wochenende leicht zurückgegangen sind. 10.824 neue bestätigte Fälle vermeldeten die Gesundheitsämter in Deutschland, wie msl24.de* berichtet.

Jedoch sind die Zahlen am Montag meist geringer als unter der Woche, da am Wochenende weniger getestet wird. Den Höchststand an Neuinfektionen gab das Robert-Koch-Insititut (RKI) am vergangenen Freitag (13. November) mit 23.542 neuen Fällen bekannt. In Münster wurden zudem an diesem Tag drei weitere Todesfälle durch das Coronavirus vermeldet*.

Coronavirus: Schärfere Regeln bald in Münster?

Aufgrund der derzeit noch angespannten Lage trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am heutigen Montag (16. November) in einer Videoschalte mit den Ministerpräsidenten der Länder. Dabei soll es um weitere mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus* in den kommenden Wochen gehen, die auch Einfluss auf Münster und NRW haben werden.

Wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht, sollen die bislang geltenden Kontaktbeschränkungen des „Wellenbrecher-Lockdowns“, den der Oberbürgermeister von Münster scharf kritisiert hatte*, weiter verschärft werden. Demnach soll es Kindern und Jugendlichen nur noch gestattet sein, sich in der Öffentlichkeit mit einem Freund zu treffen. In privaten Haushalten sind aufgrund der noch angespannten Lage rund um das Coronavirus nur noch Zusammenkünfte mit zwei Haushalten gestattet.

Die Bundesregierung drängt wohl zudem darauf, Treffen in der Öffentlichkeit – zum Beispiel am Aasee in Münster* – auf Mitglieder eines Haushaltes beziehungsweise maximal zwei Personen eines weiteren Haushaltes zu beschränken. Private Feiern sollen bis zum Weihnachtsfest komplett verboten werden.

Der Bund will die Kontaktbeschränkungen bis Weihnachten weiter verschärfen.

Bundesländer wollen keine strengeren Corona-Regeln

Auch für Schulen soll es auf Drängen der Bundesregierung strengere Maßnahmen geben. So soll das Tragen des Mundschutzes für alle Schüler und Lehrer sowohl im Unterricht, als auch auf dem gesamten Schulgelände zur Pflicht werden. Die Stadt Münster hatte zuvor auf Drängen der NRW-Landesregierung eine Maskenpflicht auf Spielplätzen veranlasst*. Ältere Personen und jene, die zu den Coronavirus-Risikogruppen gehören, sollen zudem vergünstigt FFP2-Masken erhalten.

Wie die Nachrichtenagentur dpa vermeldet, wollen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer in der Videokonferenz zunächst erst auf ein Zwischenfazit des November-Lockdowns beschränken und noch keine weiteren Maßnahmen beschließen. Erst ab dem 23. November wolle man, bei entsprechender Lage, die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Der „Wellenbrecher-Lockdown“ hat vor allem die Gastronomien getroffen. Gegen die erneute Schließung der Gaststätten hatte neulich eine Betreiberin geklagt. Das OVG in Münster hat diese Klage jedoch abgelehnt*. (*msl24.de Ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Axel Heimken / dpa

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