Pandemie

Corona in Münster – OB Markus Lewe mahnt: „Die Lage ist ernst“

Die Corona-Lage in Münster ist ernst – das betonte auch Markus Lewe nochmals. Nun richtet sich der Oberbürgermeister mit einem eindringlichen Appell an die Bürger.

Münster – Seit den letzten Wochen verzeichnet die Stadt Münster einen deutlichen Anstieg an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Während im September insgesamt 150 neue Fälle gemeldet wurden (im Schnitt 5 pro Tag), schnellte die Zahl im Oktober auf 765 neue Fälle (im Schnitt 24,6 Fälle Pro Tag) hoch. Allein in der vergangenen Woche wurden in Münster 372 neue Ansteckungen erfasst – mehr als doppelt so viele also wie im gesamten September. Auch der Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) schätzt die aktuelle Lage in der Domstadt als ernst ein, wie er am Dienstag (3. November) im Rahmen einer Pressekonfernz sagte.

Bereits kurz vor Beginn des sogenannten „Wellenbrecher-Lockdowns“, der am 2. November auch in Münster in Kraft trat, hatte OB Lewe die Bürger von Münster zur Solidarität aufgerufen: „Solange wir keinen Impfstoff und keine wirksamen Medikamente gegen das Virus haben, gibt es zu den meisten dieser Maßnahmen keine Alternative. Münster muss jetzt zusammenhalten, damit wir auch die zweite Welle glimpflich überstehen.“ Nun betonte er in einem Pressegespräch, dass auf die Stadt harte Wochen zukommen würden.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293
Bundesland:NRW

Corona-Lage in Münster: OB Lewe sieht harte Wochen kommen

Der OB wurde von den Westfälischen Nachrichten nach seiner Meinung zur Corona-Pandemie und zur aktuellen Lage in Münster gefragt. In dem Gespräch betonte Lewe, dass die Lage aktuell für uns alle schwierig sei: „Die Lage ist natürlich nicht nur in Münster ernst, sie ist in Deutschland und in Europa ernst. Sie betrifft viele Menschen und sie erfordert natürlich auch harte Maßnahmen wie wir sie im Moment erleben.“

Zwar seien „harte Maßnahmen“ erforderlich. Dennoch steht der OB Schließungen kritisch gegenüber. Bereits kurz nach dem Beschluss von Bund und Ländern hatte Markus Lewe einen Lockdown für Münster stark kritisiert. Es sei ein harter Schlag für die kulturelle Szene und die Gastronomie. Auch im aktuellen Gespräch betonte Lewe nochmals, dass ein „Shutdown“ für ihn „gar nicht richtig“ sei. Dennoch hätte das exponentielle Wachstum der Neuinfektionszahlen einen solchen Schritt unumgänglich gemacht. Der OB hofft allerdings, dass aus der aktuellen Lage gelernt werde, damit in Zukunft vor allem auf Vorsorge-Maßnahmen und nicht auf Schließungen gesetzt werde.

Wir müssen uns weiter schützen, wir müssen Rücksicht nehmen aufeinander und wir müssen auch Respekt haben vor den Hygienemaßnahmen und -konzepten, die in der Kultur und auch in der Gastronomie aus meiner Sicht in großen Teilen sehr vorbildhaft vorgenommen wurden.

Markus Lewe, OB von Münster

Corona-Lage in Münster: Lewe betont Bedeutung von Kultur-Sektor

Wie bereits zuvor im Laufe der Pandemie kündigte Lewe pragmatische Lösungen für die Gastronomie in Münster an. Es seien bereits Ideen besprochen worden, wie man beispielsweise auch im Winter Außengastronomie betreiben könne. Zudem sei es wichtig, dass Kulturschaffende auch wieder Kultur anbieten könnten: „Über einen langen Zeitraum hinweg überhaupt nicht mehr tanzen zu können, nicht mehr singen zu können, nicht mehr Theater spielen zu können, das entspricht nicht der Berufung eines Kulturschaffenden.“

Für Markus Lewe sei im Beschlusspapier von Bund und Ländern die Bedeutung von Kultur zu kurz gekommen und habe wesentlich mehr Anerkennung verdient. „Ich glaube, dass hier eine höchste Anerkennung erforderlich ist“, betont der OB aus Münster.

Markus Lewe, OB von Münster, richtet einen Appell an die Bürger

Corona-Lage in Münster: OB Lewe richtet eindringlichen Appell an Bürger

Zuletzt sagte Markus Lewe im Gespräch mit den WN, dass er sich einen verantwortungsvollen Umgang mit der Corona-Pandemie von den Bürgern in Münster wünsche. „Verantwortungsvoll heißt nicht nur, sich an die Grundregeln halten: Alltagsmaske, Hygiene und Abstand. Sondern es heißt auch, Anerkennung und Respekt denen gegenüber zu zeigen, die sich gerade in dieser Zeit wieder in besonderer Weise einsetzen - ob das in den Krankenhäusern ist, in den Kitas, in den Schulen, im Einzelhandel.“

Zudem sei denen zu danken, die sich ehrenamtlich in Münster engagieren. Zum Beispiel in der Einkaufshilfe für Senioren, in der Obdachlosenhilfe oder wenn den Menschen Unterstützung gegeben wird, die in der Corona-Zeit weiter vereinsamen würden. „Ich glaube, dass eine Krise eine Chance ist, um deutlich zu machen, dass eine Stadt funktioniert. Nämlich dann, wenn man auch die Menschen am scheinbaren Rand der Gesellschaft mit in den Blick nimmt.“ In unseren News-Ticker informieren wir über die aktuelle Corona-Lage in Münster.

Bei der Pressekonferenz am Dienstag verkündeten Markus Lewe und Wolfgang Heuer zudem neue Corona-Regeln für den Wochenmarkt in Münster. Die neuen Regelungen betreffen vor allem Verzehrstände und die Entzerrung des Marktes.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel/dpa und picture alliance/Fabian Strauch/dpa (Fotomontage)

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