Corona-Maßnahmen

Vorbild im Lockdown? So will Münster Lockerungen durchsetzen

Die kurze Phase, in denen die Menschen auch ohne Termin einkaufen konnten, ist vorbei. Doch die Stadt Münster plant jetzt einen neuen Weg in die Freiheit.

Münster – Es scheint noch ein langer Weg zu sein, bis wieder Normalität im Alltag der Menschen herrschen wird. Das Coronavirus hat Deutschland weiter fest im Griff, aufgrund steigender Infektionszahlen wurden die Corona-Regeln nun weiter verschärft. Zuletzt war das Einkaufen im Einzelhandel für kurze Zeit zumindest noch per „Click and Meet“ oder gar ganz ohne Termin möglich – mittlerweile geht auch das nicht mehr.

Um den Menschen ein Stück Freiheit wiederzugeben und den vom Lockdown besonders stark betroffenen Wirtschaftszweigen unter die Arme zu greifen, hat die Stadt Münster jetzt ein neues Modell vorgestellt. Geplant ist, den Menschen in der Domstadt den Zugang zu Geschäften, Kultureinrichtungen, Zoos und gegebenenfalls anderen Bereichen zu ermöglichen. Ein entsprechender Brief wurde am Mittwoch (24. März) an die NRW-Staatskanzlei geschickt.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Coronavirus: Münster als Modellstadt?

„Ich begrüße es sehr, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung in ausgewählten Modellkommunen gelockerte Corona-Beschränkungen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, ermöglichen will“, betont Markus Lewe, OB von Münster, in dem an Nathanael Liminski, Chef der NRW-Staatskanzlei, gerichteten Brief. Gute Testkonzepte, digitale Kontaktnachverfolgung und eine relativ niedrige inzidenz seien der Schlüssel für eine „verantwortungsvolle Öffnungsstrategie“, so der Oberbürgermeister.

Münster wolle daher gerne als Modellstadt dienen. Die Stadt am Aasee böte viele Faktoren, die für eine Umsetzung eines solchen Konzepts sprechen, betont Markus Lewe. Da sei zum einen die vergleichsweise niedrige 7-Tage-Inzidenz. Anfang des Jahres galt Münster als Vorbild im Kampf gegen das Coronavirus. Die Inzidenz lag zeitweise bei unter 15. Zuletzt stieg der Wert zwar deutlich an – liegt mit momentan 65,3 dennoch weit unter dem Bundesdurchschnitt.

Lockerungen trotz Coronavirus: So will Münster das Konzept durchsetzen

„Auch die intensivmedizinischen Reserven in den Krankenhäusern der Stadt liegen auf einem hohem Niveau“, heißt es. In Sachen Impfung steht die Domstadt ebenfalls gut da. 12,4 Prozent der Münsteraner haben bislang ihre Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Des Weiteren gäbe es in Münster mit der Verwendung der „Luca“-App ein weiteres Präventionsmittel. 21 Apotheken sowie 100 Hausärzte böten zudem Corona-Tests an. Doch wie soll das Konzept genau umgesetzt werden?

Einkaufen, Zoobesuche oder kulturelle Events – das alles will Münster mit einem neuen Konzept möglich machen. (Symbolbild)

Schlüssel zum Erfolg dieses einzigartigen Modells soll vor allem der Nachweis einer Infektionsfreiheit, zum Beispiel durch Corona-(Schnell)Tests, sowie ein Impfnachweis sein. Diese sollen den Menschen Zugang zu Geschäften in der Innenstadt und später auch zu anderen Einrichtungen ermöglichen. Strikte Hygieneregeln, Begrenzungen der Besucheranzahl sowie eine digitale Kontakterfassung kämen hinzu. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Münster eine der Städte würde, in der das Land zusammen mit der Stadt modellhaft innovative Wege testet und Erfahrungen sammelt“, hofft OB Markus Lewe, dass das Konzept in der Domstadt umgesetzt werden und als Vorbild für Deutschland im Kampf gegen die Pandemie dienen kann.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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