Münster

Über 100 Teenager feiern Corona-Party am Kanal – und niemand greift ein

Die Corona-Schutzverordnung schien sie kaum zu interessieren: Samstagnacht feierten über 100 Jugendliche am Kanal in Münster. Das Ordnungsamt bekam davon nichts mit.

  • Am Albersloher Weg in Münster feierten zahlreiche Jugendliche.
  • Die Corona-Regeln wurden dabei nicht eingehalten.
  • Es war wohl nicht das erste Mal, dass dort gefeiert wird.

Münster – Mitten in Münster, etwas abseits der Innenstadt, feierten in der Nacht zu Sonntag (23. August) mehr als 100 junge Menschen ausgelassen am Albersloher Weg in der Nähe des Kanals. Die Verordnungen, die derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie gelten, wurden dabei grob missachtet.

OrtMünster
Einwohner310.039 (2016)
BundeslandNRW


In NRW steht in diesem Jahr die Kommunalwahl 2020 auf dem Programm: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besuchte am Montagabend (31. August) die Stadt Münster, machte deutlich, dass er in der Corona-Pandemie kein Spaßverderber sein wolle und fand deutliche Worte bezüglich eines zweiten großen Lockdowns.  

Corona-Party in Münster: Ordnungsamt wusste von nichts

Über den Vorfall berichtete die WN am Tag danach. Demnach soll eine Menschenmenge zu Techno-Beats und dichtgedrängt sowie ohne Mundschutz miteinander gefeiert haben. Die Feiernden konnten ihr Treiben in dieser Nacht nahe der Kanalbrücke in Münster ungehindert fortführen – weder Polizei, noch Ordnungsamt wurden informiert.

Wie Hendrik Weyermann vom Ordnungsamt Münster auf Anfrage von msl24.de bestätigt, habe es von den Bürgern der Stadt keine Beschwerdeanrufe gegeben. Zudem sei das Ordnungsamt samstagnachts kaum besetzt, sodass ein Eingreifen ihrerseits schwer gewesen wäre.

Unbeschwert Hochzeit feiern? Mit Corona-Infektion keine gute Idee, wie sich im Kreis Groß-Gerau zeigt.

Münster: Ordnungsamt will nun verstärkt kontrollieren

In der Stadt hatte es in den vergangenen Wochen wieder einen Anstieg der Neuinfektionen gegeben. Nachdem zwischenzeitlich nur noch eine Person an Covid-19 erkrankt war, vermeldete die Stadt Münster in der vergangenen Woche 73 Coronavirus-Fälle. Bis zum vergangenen Freitag (21. August) sank die Zahl der akut Infizierten wieder auf 44. Die Corona-Schutzverordnung gilt dennoch weiterhin.

Wie ein Besucher der Corona-Party am Kanal in Münster gegenüber der WN bestätigte, sei es dort in den vergangenen Wochen immer wieder zu größeren Feiern gekommen. Das Ordnungsamt der Stadt werde nun ein besonderes Auge auf das Gebiet nahe der Kanalbrücke am Albersloher Weg haben und kündigte dort ab sofort verstärkte Kontrollen an. „Jetzt wissen wir's ja", so Weyermann. Gut möglich also, dass der Partytreff an der Kanalbrücke fürs Erste ausgedient hat.

Im Kreis Steinfurt wurde eine Ordnungsamt-Mitarbeiterin neulich tätlich angegriffen: Weil sich eine Frau in Rheine weigerte, ihren Mundschutz zu tragen, schlug sie auf die Beamtin ein. Wegen positiver Corona-Fälle musste vergangene Woche erneut eine Kita in Münster geschlossen werden. Zuvor wurden zwei Kita-Gruppen in Quarantäne gesetzt.

Der Trend ist positiv: Die Anzahl Coronavirus-Infektionen geht in Münster wieder zurück. Dennoch warnt die Stadt davor, die Regeln zu missachten. Die Bundesregierung berät über weitere Maßnahmen: So wird es wegen des Coronavirus auch in Münster keine Großveranstaltungen in diesem Jahr mehr geben.

Ein weiteres Fest droht derweil ins Wasser zu fallen: Wegen des Coronavirus steht der Weihnachtsmarkt in Münster auf der Kippe.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder / dpa / picture alliance

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