Coronavirus-Pandemie

Jugendliche feiern auf der Jüdefelder: CDU fordert Alkoholverbot

Dass noch immer eine Pandemie grassiert, scheinen viele Menschen mittlerweile vergessen zu haben. In Münster wird die Jüdefelderstraße trotz Coronavirus wieder zur Partymeile. Am Wochenende hatte das Ordnungsamt alle Hände voll zu tun.

  • In Münster wird draußen wieder gefeiert.
  • Zeitgleich steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter an.
  • Die CDU fordert ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum.

Münster – Die Zahlen, die das Robert-Koch-Institut seit einigen Tagen präsentiert, sind bedenklich: Die Zahl der Neuinfektionen durch das Coronavirus Sars-CoV-2 steigt wieder an. Alleine am Samstag wurden wieder 955 Neuinfektionen gemeldet, so viele wie lange nicht mehr.

Auch in Münster gibt es immer mehr Coronavirus-Fälle. Nachdem es zeitweise nur noch eine bestätigte Infektion in der Domstadt gegeben hatte, vermeldete die Stadt am vergangenen Freitag (31. Juli) 26 akute Erkrankungen durch Covid-19. Vor allem die Situation auf den Straßen am Wochenende gibt zu denken.

OrtMünster
Einwohner310.039 (2016)
BundeslandNordrhein Westfalen

Münster: Kritik am Verhalten der Menschen trotz Coronavirus-Pandemie

Die Jüdefelderstraße, seit jeher Partymeile für junge Studenten und feierwütige, wird auch in Corona-Zeiten wieder zur Anlaufstelle für viele Menschen. Daher hat das Ordnungsamt bereits in der vergangenen Woche verstärkte Präsenz gezeigt und die Einhaltung der Coronavirus-Regeln kontrolliert. „In vielen Städten gibt es inzwischen die Tendenz, bei schönem Wetter in großen Gruppen auf öffentlichen Plätzen zu feiern. Diese Beobachtung haben wir auch in Münster zuletzt an der Jüdefelderstraße gemacht. Leider lässt die Corona-Pandemie-Situation das noch immer nicht zu", erklärt Kirsenstabschef Wolfgang Heuer die Maßnahmen.

Viele Menschen auf engem Raum würden ein erhöhtes Infektionsrisiko bedeuten, so Heuer weiter. Eine zweite Welle, die das Land in einen erneuten Lockdown wie im März bringen könnte, wird von Experten schon seit Längerem befürchtet. Daher appelliert Wolfgang Heuer an die Bürger der Stadt Münster: „Wir können es uns nicht leisten, so zu tun, als hätten wir kein Corona-Problem mehr. Die zuletzt wieder gestiegenen Infektionszahlen sind Warnung genug.“ Zwei Kita-Gruppen in Münster mussten nach einem Ausbruch des Coronavirus in Quarantäne.

Feiern auf Jüdefelder arten aus: CDU Münster fordert Alkoholverbot in Coronavirus-Zeit

Am vergangenen Wochenende wurde wieder verstärkte Präsenz vom Ordnungsamt an der Jüdefelderstraße gezeigt. Erneut tummelten sich viele Menschen auf engstem Raum, auch vor Vandalismus schreckten die Feiernden nicht zurück. Sehr zum Unmut der angrenzenden Bewohner. Daher verstärkt die CDU Münster nun ihre Forderung nach einem begrenzten Alkoholverbot auf öffentlichem Raum während der Coronavirus-Pandemie.

„Es geht nicht, dass Anwohner, Wirte und Geschäfte permanent drangsaliert werden mit nächtlichem Dauerlärm, Müllbergen, Schmierereien und persönlichen Belästigungen bis zu Brandstiftungen. Die Verhältnisse in anderen Städten brauchen wir in Münster nicht. Mehr Sicherheit und weniger Alkohol helfen“, so die Forderung von CDU-Ratsherr Stefan Leschniok. Das geforderte Verbot ziele nicht auf das Feierabendbier am Aasee in Münster, der unter der kommenden Hitzeperiode leiden könnte, oder das Zusammensein in kleinen Gruppen. Die Erfahrungen des vergangenen Wochenendes wollen Stadt und Polizei gemeinsam auswerten und danach gegebenenfalls Maßnahmen treffen.

Erst vor wenigen Wochen hatte es in NRW und Münster weitere Lockerungen der Coronavirus-Vorschriften gegeben. Dies scheint für viele Menschen der Startschuss gewesen zu sein, sämtliche Vorschriften wieder über Bord zu werfen. In der Domstadt haben sich seit Beginn der Pandemie 768 Personen mit Sars-CoV-2 infiziert.

Münster: Jugendliche feiern auf der Jüdefelderstraße (Symbolbild).

Die Landesregierung hat nun weitere Maßnahmen ergriffen: An allen Schulen in NRW und Münster gilt wegen des Coronavirus die Maskenpflicht. Derweil wird es in der Westfalenmetropole im September wohl zu einem größeren Einsatz kommen. Wie sich herausstellte, liegen vermutlich an sechs Orten in Münster Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. 14.000 Menschen könnten von einer Evakuierung betroffen sein.

Im ganzen Land herrscht derzeit tropische Hitze: Aufgrund dessen wird an Schulen in NRW und Münster eine neue Regelung für Hitzefrei gefordert.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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