Coronavirus

„Können wir nicht akzeptieren“: Studentenpartys sorgen für steigende Inzidenzen in Münster

In Münster scheinen einige Menschen das Coronavirus nicht mehr ernst zu nehmen: Partys und nicht eingehaltene Quarantäne sorgen derzeit für steigende Zahlen. Das könnte drastische Folgen haben.

Münster – „Mütend“ hat das Zeug zum Unwort des Jahres. Es ist eine Mischung aus „wütend“ und „müde“ und beschreibt die Gemütslage vieler Deutscher nach monatelangem Lockdown. Zumindest corona-müde scheinen auch einige Menschen in Münster zu sein, anders lässt sich die Entwicklung der vergangenen Tage nicht erklären.

Die Zahlen steigen auch in der Domstadt weiter an. 463 Personen sind derzeit mit dem Coronavirus infiziert – die 7-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch (31. März) bei 69,5. Was die Stadt Münster besonders ärgert, ist der laxe Umgang einiger Menschen mit den Corona-Regeln. Besonders in diesen Wochen ist solches Handeln fatal, denn auch in der Stadt am Aasee breitet sich die hochansteckende britische Corona-Mutation rasant aus. Ausgerechnet jetzt registriert die Stadtverwaltung vermehrt Partys, die das Infektionsgeschehen vorantreiben.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Coronavirus in Münster: 80 Personen nach Studentenparty in Quarantäne

Zwei Gründe nennt die Stadt dafür, dass die Infektionszahlen immer weiter ansteigen. Da ist zum einen die Tatsache, dass Personen, die einen positiven Schnelltests vorgewiesen haben (und für die es in Münster 130 Anlaufstellen gibt), auf verschiedenen Kontaktwegen nicht mehr zu erreichen waren und nicht in Quarantäne gesetzt werden konnten. Daneben scheint das Partyvolk in der Studentenstadt wieder erwacht zu sein.

Einige Studenten der Uni Münster sowie Jugendliche handeln überdies allem Anschein nach bewusst gegen die geltende Corona-Verordnung. Von Partys ohne Abstands- und Hygieneregeln ist die Rede. In einem Studentenheim wurden jüngst sechs Partygäste im Nachhinein als infiziert gemeldet. Über 80 Personen – darunter auch direkte Kontakte – mussten anschließend in Quarantäne gesetzt werden. Das Problem ist nicht neu: Bereits vergangenen Sommer wurden in Münster große Corona-Partys gefeiert.

Münster: Verstoß gegen Corona-Regeln kann drastische Folgen haben

„Offenkundig geht die Schere zwischen Verständnis und Verhalten einzelner Personengruppen aktuell weit auseinander – das können wir nicht akzeptieren“, sagt Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs, über das Verhalten einiger Bürger der Stadt. In der vergangenen Krisensitzung wurde über mögliche Konsequenzen für die feierwütigen Personen diskutiert. Eine Lösung gibt es bislang noch nicht. Das Fehlverhalten der Menschen aus Münster könnte jedoch anderweitig für drastische Konsequenzen sorgen.

„Je häufiger die hinlänglich bekannten Regeln gebrochen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Verschärfung derselben“, betont Wolfgang Heuer. Wer keine Ausgangssperre in Münster oder eine ausgeweitete Maskenpflicht sowie schwer erkrankte Familienmitglieder riskieren möchte, der müsse sich an die Corona-Regeln halten. „Zum Wohle aller Münsteranerinnen und Münsteraner“, so der Krisenstabsleiter.

Auch Studentenpartys sorgen derzeit dafür, dass die Infektionszahlen in Münster steigen (Symbolbild).

Dringender Appell an Menschen in Münster

Die Lage sei derzeit eine andere als noch im vergangenen Frühling. Die Corona-Mutation verschärft die Infektionsgefahr vor allem auch im öffentlichen Raum. Von daher sei es umso wichtiger, in stark frequentierten Bereichen der Stadt, wie am Aasee, am Kanal oder am Hafengelände, auf die Abstands-Regeln zu achten. Hier registrierte die Stadt Münster in den vergangenen Tagen immer wieder Verstöße gegen die Corona-Verordnung. „Wir alle verstehen, dass man bei steigenden Temperaturen und Sonnenschein etwas lockerer wird – dies erscheint angesichts der aktuellen Situation jedoch nicht angemessen. Ich appelliere deshalb an die individuelle Verantwortung und hoffe, dass wir in den schwierigen nächsten Wochen noch einmal alle an einem Strang ziehen können“, lautet der dringende Appell an die Bürger der Stadt.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder / dpa

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