Lockerungen

Inzidenz-Wirrwarr: Außengastronomie in Münster muss geschlossen bleiben

Nachdem Karl Josef Laumann die Öffnung der Außengastronomie in Aussicht gestellt hatte, ruderte er kurz darauf zurück. Doch in Münster gibt es trotzdem Grund zur Hoffnung.

+++ Mittlerweile wurden in Münster erste Corona-Modellprojekte beschlossen, die unter anderem einen „digitalen Biergarten“ vorsehen. Zudem wurden für ganz NRW Lockerungen für Gastro, Tourismus und Messen noch im Mai verkündet. +++

Münster – Nach dem Auftritt des NRW-Gesundheitsministers Karl Josef Laumann (CDU) zur Eröffnung der Impf-Prio-Gruppe 3 dürfte kurzzeitig Aufregung unter den Gastronomen geherrscht haben: Bei seinem Pressetermin am 5. Mai hatte Laumann noch verkündet, dass Kommunen, die stabil unter einer Inzidenz von 100 liegen, unter anderem die Außengastronomie öffnen dürften. Doch das war falsch.

Stadt:Münster
Einwohner:313.000
Bundesland:NRW

Doch keine Gastro-Öffnungen in Münster – Laumann korrigiert Inzidenz-Angabe

Es handelte sich um einen Fehler, den Laumann bei der Verkündung der Corona-Regeln unterlaufen war. Er hatte angekündigt, dass Kommunen mit einer zweistelligen 7-Tage-Inzidenz Lockerungen durchführen könnten, unter die auch die Öffnung der Außengastronomie falle. Am Donnerstag ruderte der CDU-Mann jedoch zurück: Eigenständige Lockerungen könnten Kommunen erst ab einer stabilen Inzidenz von unter 50 durchführen. „Die Gastronomie könnte erst ab unter 50 und nicht schon ab unter 100 öffnen“, sagte der 63-Jährige. Das bedeutet auch für die Gastronomen in Münster, dass nun weiterhin Ausharren und Durchhalten angesagt ist.

Die Diskussion um Öffnungen von Gastronomie und Tourismus nimmt auch in NRW an Fahrt auf, seit Bundesländer wie Bayern und Niedersachsen diese Woche vorpreschten. Dort wird Urlaub bereits um Pfingsten wieder möglich sein, auch Biergärten, Restaurants und Cafés dürfen draußen Kunden bedienen, wenn die Inzidenz der Kommune unter 100 liegt. Der Hotel- und Gaststätten-Verband NRW forderte daraufhin die Landesregierung auf, ebenfalls erste Öffnungsschritte in die Wege zu leiten („Wir sind jetzt an der Reihe!“). Auch in Münster sind bereits Lockerungen geplant.

Inzidenz in Münster sinkt weiter – Öffnung von Gastronomie rückt näher

Statt als Modellregion zu öffnen, plant die Stadt Münster die Durchführung von Modellprojekten. Was genau die Bürger dabei erwartet, ist noch nicht bekannt – darüber solle „kurzfristig“ entschieden werden, kündigte Krisenstabschef Wolfgang Heuer an. Unter anderem ist ein Spiel von Preußen Münster vor Publikum im Gespräch. Zuvor dürfen sich jedoch Geimpfte und Genesene freuen, die vermutlich ab Sonntag mit ersten Lockerungen auch in Münster rechnen dürfen. Diese können auch Auswirkungen auf Ungeimpfte haben.

Seit Monaten ist auch die Gastronomie in Münster dicht. Ändert sich das womöglich bald? (Symbolbild)

Die Inzidenz-Entwicklung in Münster lässt jedenfalls hoffen, dass eine Rückkehr zu einer Art Normalität samt Öffnung der Gastronomie nicht mehr allzu fern liegt. Am Donnerstag lag die Inzidenz bei 71,4, eine Woche zuvor lag sie noch bei 91. Zudem gilt die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW in der aktuellen Fassung nur noch bis zum 14. Mai – eine neue Verabschiedung steht also an. Möglicherweise sieht diese in einer Anpassung weitere Lockerungen und Öffnungen für das gesamte Bundesland vor, wie auch Krisenstabschef Heuer vermutet. Vielleicht liegt zumindest in Münster das nächste Kaltgetränk im Biergarten also doch nicht in allzu ferner Zukunft.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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