Protest in der Innenstadt

Demo gegen Affenlabor in Münster: Aktivisten wollen Ausbau verhindern

In Muenster werden Tierversuche an Affen durchgefuehrt. (Symbolbild)
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In Münster werden Tierversuche an Affen durchgeführt. (Symbolbild)

Grausame Zustände deckte 2003 das ZDF-Format Frontal 21 in dem Tierversuchslabor in Münster auf: Dort werden an Affen Giftigkeitsprüfungen durchgeführt. Da nun ein weiterer Tierstall zur Anlage dazukommen soll, gehen Tierschützer auf die Barrikaden.

  • Protest gegen den Ausbau der Tierversuchsanlage in Münster
  • Dort werden Giftigkeitsprüfungen an Affen durchgeführt
  • Demo am Samstag (23. November) von 12 bis 15 Uhr in Münster

Münster – Es ist eines der größten Tierversuchslabore für Affen in ganz Europa und es liegt im Süden von Münster: In dem Labor der US-amerikanischen Firma Covance werden Versuche mit Gift durchgeführt. Jährlich sterben rund 2000 Tiere bei den Tests. Der Betreiber will nun seine Anlage ausbauen – und sorgt damit für heftigen Gegenwind.

Ausbau von Affenlabor in Münster: Demo am Samstag

Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" stellt sich gegen die Pläne von Covance für Münster und forderte die Bevölkerung dazu auf, sich der geplanten Demo gegen den Ausbau anzuschließen: "Ein neues Gebäude für Tierställe soll errichtet werden. Demnächst werden dort also noch mehr Affen leiden und sterben! Bitte zeigen Sie Protest und gehen mit uns auf die Straße", heißt es auf der Homepage des Vereins.

Zahlreiche lokale Organisationen, Gruppen und Vereine aus Münster unterstützen die Arbeitsgruppe der "Ärzte gegen Tierversuche", die die Demo ins Leben gerufen hat. Unter anderem sind Roots of Compassion, der Tierrechtstreff Münster, die Tierretter, Münster Vegan und Münster for Liberation. Auch eine Online-Petition gegen den Ausbau von Covance in Münster wurde ins Leben gerufen: Fast 60.000 Menschen haben bereits unterschrieben (Stand: 22. November). 

Erst vor wenigen Monaten kam es in der Innenstadt zu einer Protestaktion: Tierrechtsaktivisten von Peta grillten einen Plastikhund, um auf die Widersprüchlichkeit im Umgang mit Fleisch hinzuweisen. Auslöser war das Hundefleischfest in China.

Demo gegen Ausbau der Tierversuchsanlage in Münster: Ablauf und Route

Die Demo startet am Samstag (23. November) um 12 Uhr auf dem Stubengassenplatz in Münster. Von dort aus gehen die Protestler ab 12.30 Uhr durch die Innenstadt. Auf dem Weg sind Stopps mit Redebeiträgen und weiteren Aktionen geplant. Ziel ist dann wieder der Stubengassenplatz. Dort werden die Teilnehmer bis etwa 15 Uhr gegen den Ausbau des Tierversuchslabors in Münster protestieren. Die Route verläuft an folgenden Punkten in Münster:

  • Stubengassenplatz
  • Prinzipalmarkt/Rathaus (Redebeitrag)
  • am Aegidiimarkt vorbei 
  • Stadthaus 2 (Redebeitrag)
  • am Hauptbahnhof vorbei
  • Salzstaße (Redebeitrag)
  • Stubengassenplatz

Vor wenigen Wochen kam es wegen einer Protestaktion zu massiven Verkehrsbehinderungen: In Münster fuhren rund 950 Trecker wegen einer Bauerndemo durch die Stadt. Die Landwirte protestierten gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Nur zwei Tage nach der Demo gegen Covance ziehen erneut 150 Traktoren durch Münster zu Bauerndemos in Ostwestfalen.

Wenige Wochen später kam es zu weiteren Protesten: Wegen eines geplanten Atommülltransportes aus Gronau demonstrierten Umweltaktivisten in mehreren Städten in NRW und hielten Mahnwachen ab. Zudem wird bald wieder ein Zeichen gegen Hass gesetzt: Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" ruft zum Protest gegen die AfD in Münster aus. Die Partei wolle ihren Kreisparteitag im dortigen Rathaus abhalten.

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