Eurobahn-Streik

Streik beigelegt: Eurobahn kehrt schrittweise zu regulärem Fahrplan zurück

Seit Mitte Dezember streikten Mitarbeiter der Eurobahn. (Symbolbild)
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Seit Mitte Dezember streikten Mitarbeiter der Eurobahn. (Symbolbild)

Wochenlang streikten Mitarbeiter bei Keolis – und viele Züge fielen aus. Nun kehren die Eurobahnen zum gewohnten Fahrplan zurück. 

  • Mitarbeiter der Eurobahn in NRW setzen Streik aus
  • Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Zugbetreiber sind beendet
  • Der unbefristete Streik führte zu Zugausfällen und Ersatzverkehr auch in Münster und der Region

Update: 23. Januar. Nachdem der Eurobahn-Betreiber Keolis im Streik-Fall eine Einigung mit seinen Mitarbeitern erzielen konnte, kämpften Pendler jedoch weiterhin mit Ausfällen und einem verminderten Platzangebot. Ab Donnerstag (23. Januar) plant Keolis, schrittweise zum alten Fahrplan der Eurobahn zurückzukehren. Aus einem anderen Grund fallen die Züge im Februar aus: Der Orkan "Sabine" wütete in Münster und Umgebung

So soll dann ein Großteil des Zugangebotes der Eurobahn im Hellweg- und Teutoburger-Wald-Netz wieder zur Verfügung stehen. Andere Teile des Angebots können vorerst nur schrittweise wieder eingeführt werden, wie Keolis in einer Pressemeldung berichtet. Da auch in der Eurobahn-Werkstatt in Hamm-Heesen die Arbeit niedergelegt worden war, könnten noch nicht alle Züge der Fahrzeugflotte wieder auf die Schienen gebracht werden.

Die Pläne der Eurobahn ab Donnerstag sehen folgendermaßen aus (Angaben ohne Gewähr):

RB 69/89

Folgendes Angebot wird schrittweise wieder eingeführt:

Sitzplatzangebot soll wieder erhöht werden

Wiedereinführung des Halbstundentaktes

Bedienung der Teilstrecke Paderborn – Warburg soll wieder bedient werden

RB 65

Halbstundentakt steht wieder zur Verfügung

Sitzplatzangebot soll schrittweise erhöht werden

RB 66

Verbindungen stehen wieder voll zur Verfügung

Busnotverkehr bleibt jedoch parallel bis Freitag (24. Januar) bestehen

Sitzplatzangebot bleibt vorerst noch eingeschränkt

RE 78

Verbindung zwischen Bielefeld und Minden wieder aufgenommen

Busnotverkehr bleibt jedoch parallel bis Freitag (24. Januar) bestehen

Für den Streckenabschnitt Minden – Nienburg gilt weiterhin Schienenersatzverkehr

Trotz Einigung: Noch immer Verzögerungen durch Streik bei der Eurobahn

Update: 10. Januar. Obwohl der Streik bei der Eurobahn bis zu einer endgültigen Einigung ausgesetzt wird, kommt es im Zugverkehr weiterhin zu Engpässen und Ausfällen. Das liegt daran, dass die Werkstätten des Betreibers Keolis während des Streiks still standen. Nun müssen die Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen, die in den vergangenen vier Wochen gewartet werden mussten, aufgeholt werden. Das kann noch bis Ostern dauern. 

Bis dahin sollen sich nach und nach Verbesserungen im täglichen Fahrbetrieb der Eurobahn zeigen. Die Ersatzfahrpläne bleiben zunächst jedoch auch nach dem Streik bestehen: So fährt die RE89 zwischen Münster und Paderborn weiterhin nur ein Mal in der Stunde.

Einigung erzielt! Streik bei Eurobahn beendet – vorerst

Update: 10. Januar. Wochenlang wurde bei der Eurobahn gestreikt – auch in Münster und der Region. Dieser wurde nun beigelegt. Wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mitteilt, wurde am Donnerstagabend (9. Januar) gemeinsam mit dem Zugbetreiber Keolis eine Einigung erzielt.

Das Verhandlungsergebnis zwischen beiden Parteien wurde seitens der Gewerkschaft als "akzeptabel" bezeichnet. In den Verhandlungen konnte man sich unter anderem auf eine Steigerung der Tabellenentgelte um 2,6 Prozent sowie eine Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge für die Eurobahn-Mitarbeiter einigen.

"Wir werden dieses Ergebnis nun unseren Kolleginnen und Kollegen bei Keolis/eurobahn vorlegen und erneut zur Urabstimmung aufrufen, sagte der EVG-Vorsitzende Torsten Westphal. Sollte das Ergebnis bei den Mitarbeitern die nötige Mehrheit finden, wäre der Tarifkonflikt damit beendet. Bis zum Ergebnis der Urabstimmung werden die Streiks bei der Eurobahn – auch in Münster und der Region – ausgesetzt. 

Streik bei Eurobahn geht weiter

Update: 7. Januar. Die Sondierungsgespräche zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und der Geschäftsführung des Zugbetreiber Keolis ging am Montag (6. Januar) weiter. Vier Stunden lang wurde miteinander verhandelt – ein Ergebnis kam dabei noch nicht raus. Bei der Eurobahn wird weiter gestreikt.

Wie geht es weiter? Beide Parteien werden sich am kommenden Donnerstag (9. Januar) erneut an einen Tisch setzen und verhandeln. Die Inhalte der Sondierungsgespräche werden daraufhin der Öffentlichkeit vorgetragen. "Leider wird die EVG keine Streikpause vornehmen, was wir insbesondere für unsere Fahrgäste sehr bedauern“, sagt Anne Mathieu Geschäftsführerin Keolis Deutschland zum Eurobahn-Streik. Reisende der Eurobahn können sich den aktuellen Fahrplan weiterhin online ansehen.

Münster: Gewerkschaft kritisiert Angebot des Eurobahn-Betreibers Keolis

Erstmeldung: 3. Januar. Münster – Seit rund drei Wochen müssen sich Fahrgäste der Eurobahn in NRW auf Einschränkungen einstellen: Wegen Streiks können einige Verbindungen vom Zugbetreiber Keolis nicht mehr ausreichend bedient werden. Die Folge: Manche Bahnverbindungen wurden bereits ganz eingestellt.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG fordert von Keolis verbesserte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Die Forderungen umfassen unter anderem 42 Tage Urlaub im Jahr sowie eine Tariferhöhung für alle Beschäftigten, die durch die Anwendung des EVG-Tarifvertrages durchgesetzt werden soll. Bisherige Gespräche führten jedoch nicht zu einer Einigung zwischen der Gewerkschaft und dem Eurobahn-Betreiber

Zuletzt hatte Keolis der Gewerkschaft am 30. Dezember ein Angebot vorgelegt – doch dieses beurteilten sie als "Mogelpackung". Der EVG-Vorsitzende Torsten Westphal warf dem Zugbetreiber eine "Täuschung der Öffentlichkeit" vor: "Es ist schon reichlich unverfroren, in einer Pressemeldung zu behaupten, man habe ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, obwohl dieses 'neue' Angebot materiell schlechter ist, als das bisherige", kritisierte Westphal den Eurobahn-Betreiber. 

Münster/NRW: Streik bei Eurobahn – Keolis verteidigt eigenes Angebot an EVG

Der geschäftsführende Vorstand sowie die Tarifkommission der Gewerkschaft EVG teilten die Einschätzung Westphals. Eurobahn-Betreiber Keolis dagegen sehe das eigene Angebot als "ein deutlich verbessertes" an, wie es in der Presseerklärung des Unternehmens heißt. Man sei damit "der EVG sehr weit entgegengekommen".

In den vergangenen Jahren war Keolis mehrfach in die Kritik geraten. 2018 prüfte zum Beispiel der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) die Kündigung des Vertrags mit dem Betreiber der Eurobahn, unter anderem wegen der vielen Verspätungen und des schlechten Zustandes, in dem sich viele Züge laut dem NWL befänden. 

Streik bei Eurobahn geht weiter: Diese Linien sind betroffen

Vor allem Verbindungen in OWL waren in den vergangenen Wochen vom Streik bei der Eurobahn betroffen. Doch auch im Münsterland gibt es Auswirkungen: Auf der Strecke von Münster nach Paderborn kam es am Donnerstag (2. Januar) zu Ausfällen und dadurch zu vermindertem Platzangebot. Auf der Strecke zwischen Münster und Osnabrück wurden die Züge der Linie RB 66 sogar komplett eingestellt. Diese Änderungen im Fahrplan der Eurobahn gelten in NRW bis Sonntag (5. Januar)*:

RB 59 "Hellweg-Bahn"

Dortmund - Unna - Soest

fährt statt halbstündig nur noch jede Stunde

RB 66 "Teuto-Bahn"

Münster - Osnabrück

entfällt komplett

es wurde ein Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen eingerichtet

Fahrgäste können auf den RE 2 ausweichen

RE 78 "Porta-Express"

Bielefeld - Minden - Nienburg

fährt nur von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, 23.30 bis 3 Uhr nachts

Fahrgäste können auf die Linien RE 6 und RE 70 ausweichen

Ab dem 6. Januar (Montag) wird es dann weitere Einschränkungen im Zugverkehr der Eurobahn geben. Auf der Strecke der Linie RB 89 zwischen Münster und Paderborn wird nur noch stündlich ein Zug eingesetzt, ebenso auf der Strecke zwischen Münster und Rheine (RB 65). Folgende Fahrplanänderungen gelten ab Montag und bis auf unbestimmte Zeit*:

RB 59 "Hellweg-Bahn"

Dortmund - Unna - Soest

fährt von Montag bis Freitag statt halbstündig nur noch jede Stunde

RB 65 "Ems-Bahn"

Münster - Rheine

fährt von Montag bis Freitag statt halbstündig nur noch jede Stunde

Fahrgäste können auf die Linien RE 7 und RE 15 ausweichen

RB 66 "Teuto-Bahn"

Münster - Osnabrück

entfällt weiterhin komplett

es wurde ein Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen eingerichtet

Fahrgäste können auf den RE 2 ausweichen

RE 78 "Porta-Express"

Bielefeld - Minden - Nienburg

fährt nur von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, 23.30 bis 3 Uhr nachts

Fahrgäste können auf die Linien RE 6 und RE 70 ausweichen

zwischen Minden und Nienburg wurde ein Schienenersatzverkehr mit Schnellbussen eingerichtet

RB 89 "Ems-Börde-Bahn"

Münster - Paderborn

fährt statt halbstündig nur noch jede Stunde

fährt nicht zwischen Paderborn und Warburg, dort wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet

Fahrgäste können auf die Linie RE 11/RRX ausweichen

Fahrgäste in Münster müssen sich schon seit dem vergangenen November auf Einschränkungen im Zugverkehr einstellen: Bei der Eurobahn wurde auf der Strecke zwischen Münster und Dortmund für die Linie RB 50 ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Grund dafür sind Bauarbeiten auf der Strecke. Die Einschränkungen werden rund sieben Monate andauern.

Münster/NRW: Ende des Streiks bei der Eurobahn nicht in Sicht

Der Streik war Anfang Dezember in einer Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder mit einer großen Mehrheit von 94 Prozent der Stimmen beschlossen worden – und das unbefristet. Es ist also nicht abzusehen, wie lange die Ausfälle bei der Eurobahn auch in Münster und Umgebung noch andauern werden. Westphal warnt ebenfalls: "Je länger dieser Konflikt noch andauert, umso drastischer werden die Auswirkungen sein."

Diese Auswirkungen wurden für viele Fahrgäste der Eurobahn in Münster und NRW spürbar und werden nun erst einmal bis Sonntag (5. Januar) weiter andauern. Am darauffolgenden Montag (6. Januar) sollen die Verhandlungen zwischen Keolis und Eurobahn weitergeführt werden.

*Angaben ohne Gewähr

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