Evakuierung in Mauritz

Großeinsatz in Münster: So lief die Bombenentschärfung

16.000 Menschen mussten am Sonntag ihre Häuser verlassen: Grund für die größte Evakuierungsmaßnahme der Stadt Münster waren fünf Verdachtsmomente im Erdreich. Der Tag im Überblick.

  • Münster erlebte am Sonntag einen Großeinsatz.
  • Zwei Bomben wurden im Erdreich gefunden.
  • Einige Personen versuchten sich der Evakuierung zu widersezten.

+++ Artikel zur Großevakuierung wegen der Bomben-Untersuchung in Münster aktualisieren +++

Update: 21. September. Es war die größte Evakuierung in der Geschichte Münsters: Am Sonntag (20. September) mussten 16.000 Menschen im Stadtteil Mauritz aus ihren Häusern und Wohnungen geholt werden. Vor wenigen Wochen waren in der Gegend fünf Verdachtspunkte bei Arbeiten gesichtet worden, die am Sonntag freigelegt und untersucht werden mussten.

Um 8 Uhr begann der Einsatz in Münster, nachdem zunächst die Straßen rund um Mauritz abgeriegelt wurden. Bei der Freilegung der Verdachtsmomente stellte sich dann heraus, dass es sich bei drei von ihnen lediglich um Bleche und andere Gegenstände handelte. An der Stiftsstraße sowie an der Anne-Frank-Schule befanden sich jedoch tatsächlich Bomben unter der Erde. Beide waren US-amerikanischen Ursprungs und wurden im Zweiten Weltkrieg über der Domstadt abgeworfen.

Die Entschärfung der beiden Weltkriegsbomben wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst durchgeführt und war bereits um 12.30 Uhr erledigt. „Ich möchte den mutigen Frauen und Männern vom Kampfmittelbeseitigungsdienst meinen tiefen Dank aussprechen“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe, der sich die Evakuierungsmaßnahme in Münster vor Ort angeschaut hatte. „So glücklich dieser Tag heute auch endet, so deutlich macht er aber auch, wie sehr uns die Folgen des Krieges auch nach über 70 Jahren noch belasten", fügte er noch an.

Knapp 100 Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes und anderer Hilfsorganisationen waren am Sonntag in Münster-Mauritz im Einsatz und hatten sich unter anderem um die Menschen in den sechs Notunterkünften gekümmert, die für diesen Tag eingerichtet worden waren. Einige Anwohner in Mauritz hatten sich zunächst gegen die Evakuierungsmaßnahmen gewehrt, jedoch handelte es sich dabei nur um Einzelfälle.

Besonders schwierig ereignete sich die Entschärfung der Bombe an der Anne-Frank-Schule in Münster. Der 250 Kilo schwere Blindgänger verfügte über eine doppelte Zünd-Struktur: Er hatte je einen Zünder an der Kopf- sowie an der Fußseite. Feuerwerkerin Barbara Bremmer nahm sich der Aufgabe an und entschärfte den Blindgänger nach kurzer Zeit.

Bomben in Münster gefunden: So lief die Entschärfung

Update: 20. September, 13.35 Uhr. Der Großeinsatz in Mauritz ist beendet. Wie die Stadt Münster mitteilt, konnten die beiden Bomben, die unter der Erde auf der Stiftsstraße sowie an der Anne-Frank-Schule lagen, vom Kampfmittelbeseitigungsdienst erfolgreich entschärft werden. Oberbürgermeister Markus Lewe dankte dem Team für die geleistete und rasche Arbeit.

Mittlerweile sind die Sperrstellen in Mauritz auch wieder freigegeben. Die Bewohner des Viertels können somit wieder zurück in ihre Häuser. Der Einsatz am Sonntag in Münster war die größte Evakuierungsmaßnahme in der Geschichte der Stadt. Ursprünglich hatte es in dem Viertel fünf Verdachtsmomente gegeben, von denen sich am Ende zwei als Bomben herausstellten.

Entschärfung der Bomben in Münster hat begonnen

Update: 20. September, 11.45 Uhr. Die Untersuchung im Erdreich in Mauritz hat bereits den ersten Verdacht bestätigt: An der Stiftsstraße wurde eine 125-Kilo-Bombe gefunden, an der Anne-Frank-Schule liegt eine Bombe mit gar 250 Kilo Gewicht unter der Erde. Der Kampfmittelbeseititungsdienst hat mit der Entschärfung der beiden Blindgänger bereits begonnen.

Da einer der beiden Blindgänger in Münster-Mauritz doppelt gezündet ist, vermuten die Experten, dass die Entschärfung etwas länger andauern könnte. Erst wenn alle Bomben vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unschädlich gemacht wurden, können die Menschen wieder zurück in ihre Häuser.

Die beiden Bomben, die am Sonntag in Münster-Mauritz entschärft wurden. OB Markus Lewe (2.v.l.) dankte dem Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes.

Evakuierung in Münster hat begonnen

Update: 20. September, 10.20 Uhr. Über 990 Kräfte sind derzeit in Münster-Mauritz im Einsatz. Bis auf ein paar Evakuierungs-Verweigerer verläuft bislang alles problemlos. „Es ist eine der größten Evakuierungsmaßnahmen in der bundesdeutschen Geschichte“", betont Oberbürgermeister Markus Lewe. Er stellte zudem das beachtliche Engagement der Bürger sowie aller Einsatzkräfte heraus.

Im Laufe des Vormittags sollen die fünf Verdachtspunkte untersucht werden. Sollte festgestellt werden, dass diese noch scharf sind, müssen sie entschärft werden. Im Zweiten Weltkrieg trafen knapp 100 Luftangriffe die Stadt Münster. Nicht alle Bomben explodierten beim Aufprall, weswegen noch immer regelmäßig Bomben entschärft werden müssen. Was bei solch einem Aufprall passiert, erklärt Jörg Rosenkranz von der Feuerwehr Münster im Video.

Update: 20. September, 8.52 Uhr. Pünktlich um 8 Uhr begannen 180 Feuerwehrteams damit, die Menschen in Mauritz aus ihren Häusern und Wohnungen zu holen. Auch per Lautsprecherdurchsagen wurden die Bewohner dazu aufgerufen, sich nach draußen zu begeben. Am heutigen Tag sollen möglicherweise bis zu fünf Bomben entschärft werden, die sich im Erdreich in Münster befinden.

Bereits nach wenigen Minuten hat es den ersten Evakuierungs-Verweigerer gegeben, wie die Stadt Münster mitteilt. „Solche Weigerungen Einzelner sorgen für Verzögerungen, von denen Tausende betroffen sein können", heißt es dazu. Mittlerweile sind auch die ersten Einsatzbusse unterwegs, die die von der Evakuierung betroffenen Menschen in eine der sechs Notunterkünfte fährt. Der Verkehr rund um Mauritz läuft indes problemlos. Vor der Evakuierung hatte die Polizei jegliche Einfahrten in den Stadtteil abgesperrt.

Bis 11 Uhr ist die Evakuierungsmaßnahme in Münster angesetzt. Danach sollen die Verdachtspunkte überprüft und möglicherweise entschärft werden. Die Dauer der Entschärfung hängt immer vom Beschaffungsgrad des Blindgängers sowie der Art und Weise ab, wie die Bombe im Erdreich liegt.

Die Straßensperrungen sind in Mauritz vor der Evakuierung eingerichtet worden.

Evakuierung in Münster: Das müssen Sie wissen

Update: 18. September. Ab 8 Uhr wird in Mauritz am Sonntag (20. September) dicht gemacht: Autofahrer haben ab dem Zeitpunkt keinen Zugang mehr in das Viertel. Fahrten aus dem Stadtteil werden hingen weiterhin möglich sein, teilt die Stadt Münster mit. Für die Zeit der Evakuierung werden folgende Straßen gesperrt:

  • Dortmund-Ems-Kanal bis zur Eisenbahnstraße: sämtliche Seitenstraßen der Wolbecker Straße in Richtung Warendorfer Straßen sind gesperrt
  • Bohlweg/Ostmarkstraße: sämtliche in Richtung Warendorfer Straße führenden Seitenstraßen sind gesperrt.
  • Warendorfer Straße: im Kreuzungsbereich Eisenbahnstraße/Freiherr-vom-Stein-Platz und im Kreuzungsbereich Warendorfer Straße/Schifffahrter Damm ist gesperrt
  • Parkplatz vor dem Bäcker, Drogeriemarkt, Lieferservice am Schifffahrter Damm/Warendorfer Straße: gesperrt und nicht erreichbar
  • Parkplatz zwischen Friedrichstraße und Eisenbahnstraße am Paul-Gerhardt-Haus: muss geräumt werden und ist nicht nutzbar
  • Friedrichstraße: nicht befahrbar.  
  • Propsteistraße, Niesertstraße, Kapitelstraße, Prozessionsweg, Admiral-Scheer-Straße, Otto-Weddigen-Straße und Gorch-Fock-Straße: nur über die Skagerrakstraße befahrbar  
  • Straße Zum Guten Hirten: hinter der Von-Manger-Straße gesperrt
  • Manfred-von-Richthofen-Straße: in Höhe der Kanalbrücke gesperrt

16.000 Menschen sind am Sonntag von der Evakuierung betroffen, die für die Überprüfung der fünf Verdachtspunkte notwendig sind. Darunter auch die Bewohner des Haus Maria Trost und des Konvents der Franziskanerinnen von Münster-St. Mauritz. Das St Franziskus-Hospital liegt ebenfalls im Evakuierungsbereich, muss jedoch nicht komplett geräumt werden. „So werden Patientinnen und Patienten, bei denen aus medizinischen Gründen keine Verlegung in andere Kliniken möglich ist, am Sonntag in diesen geschützten Bereichen untergebracht", heißt es Seitens der Stadt Münster.

Um sich auf den großen Tag vorzubereiten, wurde bereits im Vorfeld die Anzahl an Patienten im St. Franziskus-Hospital heruntergefahren und zum Teil ins Herz-Jesu-Krankenhaus nach Münster-Hiltrup verlegt. Oberbürgermeister Markus Lewe hat sich in den zurückliegenden Tagen ein Bild der Maßnahmen des Krankenhauses gemacht. „Das ist wirklich eine logistische Meisterleistung, die Sie hier vollbringen. Besonders freut mich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Franziskus-Hospitals dieser Herausforderung so offen und engagiert begegnen", bedankte sich Lewe für den Einsatz vor Ort.

Die Stadt Münster hat in den vergangenen Tagen zudem vermehrt Anfragen zum Verhalten bei einer Quarantäne-Verordnung während der Evakuierung bekommen. Wer sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat, sollte sich zunächst beim Gesundheitsamt melden. Sollte die Anfrage bis zum Tag der Evakuierung in Mauritz nicht bearbeitet werden können, erhält die Berufsfeuerwehr die Kontaktdaten der entsprechenden Person und bespricht mit ihr das weitere Vorgehen. Die Stadt Münster bietet am kommenden Sonntag auf ihrer Homepage zudem einen Live-Ticker an, auf dem sie über das aktuelle Geschehen in Mauritz informiert.

Oberbürgermeister Markus Lewe im Gespräch mit Mitarbeitern des St. Franziskus-Hospitals in Münster-Mauritz.

Großevakuierung in Münster: Vorbereitungen auf Hochtouren

Update: 17. September. Der Countdown läuft: Für die größte Evakuierung, die es in der Geschichte Münsters je gegeben hat, laufen seit Wochen die Vorbereitungen, die sich nun in der Endphase befinden. 16.000 Menschen, die im Evakuierungsbereich Mauritz leben, müssen ab 8 Uhr am kommenden Sonntag (20. September) ihre Wohnungen verlassen.

Im Evakuierungsbereich befinden sich unter anderem auch fünf Altenheime, ein Hospiz sowie das St. Franziskus-Hospital. Neben den 1000 Hilfskräften werden auch Hubschrauber und Drohnen zur Überprüfung des Gebietes in Münster eingesetzt. „Um die Bevölkerung und die Einrichtungen nicht mit mehreren Terminen zu belasten, bündeln wir die einzelnen Überprüfungen zu einer Großmaßnahme“, sagt Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs.

Der Zugang nach Mauritz wird am Tag der Großevakuierung ab 8 Uhr gesperrt. Niemand soll von diesem Zeitpunkt an mehr in das Evakuierungsgebiet hereinkommen können. 180 Feuerwehrmänner und -frauen werden dann von Tür zu Tür gehen und helfen, wenn nötig, Bedürftigen beim Verlassen ihrer Wohnung. Die Einrichtungen in Münster-Mauritz regeln ihre Evakuierung indes eigenständig.

Wie die Stadt Münster mitteilt, muss das St. Franziskus-Hospital nur einen Teil seines Gebäudes räumen. Nach einer gutachterlichen Bewertung wurde festgelegt, dass der Rest der Klinik auch während der Evakuierung weiter genutzt werden darf. „Die Auswirkungen des Krieges sind noch 75 Jahre danach spürbar“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe, der sich derzeit noch mitten im Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters in Münster befindet. Lewe betonte zudem, dass es nun wichtig sei, „dass alle Hand in Hand zusammenarbeiten“.

In diesem Bereich wird am Sonntag in Münster evakuiert.

Evakuierung in Münster: Stadt richtet Hotline ein

Update: 16. September. In vier Tagen beginnt die größte Evakuierungsmaßnahme, die die Stadt Münster bislang erlebt hat. 16.000 Menschen werden ab 8 Uhr ihre Häuser verlassen und „sich auf einen Sonntag außerhalb ihres Stadtviertels vorbereiten“ müssen, wie die Stadt vorab mitteilt. Bis 10 Uhr soll die Evakuierung abgeschlossen und danach die Überprüfung der fünf Verdachtspunkte beginnen.

Am Sonntag werden knapp 1000 Hilfskräfte der Polizei, Feuerwehr, Stadtwerke, des Technischen Hilfswerks und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes vor Ort sein. Die Stadt Münster wird zudem für Bewohner, die während der Untersuchung der möglichen Bomben keinen Unterschlupf finden, mehrere eine Notunerkunft einrichten.

Wer Fragen rund um die bevorstehende Evakuierung in Mauritz hat, kann sich an die der Stadt Münster wenden. Unter der Rufnummer 0251/4 92 83 88 werden bereits am Freitag und Samstag (18. und 19. September) von 8 bis 16 Uhr sowie am Sonntag (20. September) von 7 bis 16 Uhr Fragen der Bürger beantwortet. Auch per E-Mail (Evakuierung-Mauritz@stadt-muenster.de) können Fragen eingereicht werden.

Großevakuierung in Münster: Diese Straßen werden gesperrt

Update: 15. September. Wegen der Großevakuierung am Sonntag (20. September) wird nicht nur der Bus-, sondern auch der Pkw-Verkehr erheblich eingeschränkt. An diesem Tag sollen sechs Bomben-Verdachtspunkte überprüft werden. Wie die Stadt Münster ankündigt, kann an diesem Tag der Stadtteil Mauritz ab 8 Uhr nicht mehr angefahren werden. Es seien nur noch Fahrten aus dem Stadtteil heraus möglich. Auch die Wohnmobile, die sich auf einem Stellplatz am Ostbad befinden, müssen weiterziehen. Es werden Umleitungen eingerichtet, wie die Stadt ankündigt.

Der gesperrte Bereich kann bei der Großevakuierung in Münster am 20. September über folgende Straßen in beide Fahrtrichtungen umfahren werden: Wolbecker Straße, Eisenbahnstraße und die Straßenzüge Bohlweg/Ostmarkstraße/Schifffahrter Damm/Warendorfer Straße. Wir berichten weiter.

Update: 11. September. Der Ausnahmezustand herrscht am 20. September in Münster: An diesem Tag sollen 16.000 Bewohner des Mauritzviertels ihre Wohnungen verlassen. Für die Menschen, die keine Aufenthaltsmöglichkeit außerhalb des Sperrgebietes haben, werden Notunterkünfte eingerichtet. Diese befinden sich an den folgenden Orten:

  • Pascal Gymnasium (Uppenkampstiege 17)
  • Stadtwerke Münster (Hafenplatz 1)
  • Hansa-Berufskolleg (Hansaring 80)
  • LWL-Landeshaus (Freiherr-vom-Stein-Platz 1)
  • Ratsgymnasium (Bohlweg 7-11)
  • Deutsche Rentenversicherung (Gartenstraße 194)

Busse fahren im Sperrgebiet in Münster ab 7.30 Uhr am Sonntag nicht mehr. Anwohner können einen Shuttle zu den weiter entfernten Notunterkünften in Anspruch nehmen. Die Abfahrtzeiten sind 8, 8.45 und 9.30 Uhr. Dafür können folgende Haltestellen in Mauritz genutzt werden:

UnterkunftHaltestelle
Deutsche Rentenversicherung Zumsandestraße
Hansa-Berufskolleg (Bussteig D)
StadtwerkeHohenzollernring (Bussteig D)
St.Franziskus-Hospital (Richtung Wolbecker Straße)
PascalgymnasiumSt.Franziskus-Hospital (RIchtung Warendorfer Straße)
Manfred-von-Richthofen-Straße (stadteinwärts)
Albertstraße

Wer welche Unterkunft in Münsteraufsucht, ist nicht zugeteilt. Die Anwohner im Mauritzviertel werden dazu angehalten, die nächstgelegene Einrichtung aufzusuchen. Sollte es in einer Unterkunft zu voll werden, soll ein Shuttle die Anwohner umverteilen. In den Räumlichkeiten sind die geltenden Corona-Regeln einzuhalten.

Menschen, die sich bei der Evakuierung in Münster in eine Notunterkunft begeben, sollten an alle Gegenstände ihres täglichen Bedarfs denken. Medikamente, Bücher und Spielzeug sowie Frühstück sollten selbst mitgebracht werden. Ab dem Mittag wird Essen ausgegeben. Hunde und andere Haustiere sind in den Einrichtungen nicht erlaubt. Alten- und Krankenpflegeleistungen können zudem nicht erbracht werden.

Münster: Vorbereitung auf Großevakuierung laufen

Update: 10. September. Sechs Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg könnten im Mauritzviertel im Boden verborgen liegen. Für die Überprüfung in Münster werden am 20. September 16.000 Menschen aus dem ganzen Viertel evakuiert. Einer dieser Verdachtsstellen ist an der Anne-Frank-Berufsschule. Dort wird in Vorbereitung auf den Einsatz bereits jetzt ein tiefes Loch ausgehoben.

Für die Freilegung der Verdachtsstelle muss das Grundwasser abgesenkt werden, wie die Stadt Münster berichtet. Deshalb ist hier eine besondere Vorbereitung von Nöten. Derweil werden auch die Notunterkünfte vorbereitet, die den Anwohnern am Tag der Evakuierung zur Verfügung gestellt werden. Dort wird strikt auf die Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen geachtet.

In Vorbereitung auf die große Evakuierung am 20. September wird ein tiefes Loch an der Anne-Frank-Berufsschule ausgehoben.

Münster: Explosion am Kanal unterstreicht Wichtigkeit der Evakuierung im September

Update: 9. September. Am Hessenweg am Kanal in Münster ereignete sich am Dienstagnachmittag (8. September) eine Explosion. Bei Fräsarbeiten auf einer Baustelle detonierte eine 75 Kilo schwere Fliegerbombe. Es soll zuvor nicht bekannt gewesen sein, dass die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg dort im Boden lag. Menschen wurden bei der Bomben-Explosion am Kanal in Münster nicht verletzt, jedoch entstand ein Sachschaden in unbekannter Höhe.

In diesem Zusammenhang machte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer noch einmal klar, von welcher Bedeutung die Untersuchung der Verdachtspunkte am 20. September in Münster sind, die eine immense Evakuierung mit sich bringt: Die Explosion bestätigt allerdings eindringlich die Gefährlichkeit von verborgenen Kampfmitteln. Die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen bei der geplanten Entschärfung von möglichen Blindgängern am 20. September im Stadtteil Mauritz erhalten durch die Explosion am Hessenweg eine unerwartete Aktualität“, sagt Heuer laut einer Pressemeldung der Stadt Münster.

Wegen Großevakuierung in Münster: Ostbad wird geschlossen

Update: 8. September. Wenn in Münster ein ganzes Viertel geräumt wird, gibt es tagsüber zahlreiche Einschränkungen für die Anwohner. So wird am 20. September auch das Ostbad geschlossen sein. Das Schwimmbad liegt innerhalb des Radius, der wegen der möglichen Entschärfung eines oder mehrerer Blindgänger evakuiert wird. Am betreffenden Sonntag stehen Badegästen stattdessen die Hallenbäder Mitte, Hiltrup und Kinderhaus zur Verfügung. Wegen des Coronavirus gibt es in allen Bädern in Münster eine Obergrenze an Besuchern. Reservierungen können nicht vorgenommen werden.

Stadt Münster
Einwohner310.039
BundeslandNordrhein-Westfalen

Münster: Großevakuierung wird für Verkehrschaos sorgen – so groß ist der Radius

Update: 7. September. In rund zwei Wochen, am 20. September (Sonntag), soll es in Münster zu einer großen Evakuierung kommen. An diesem Tag werden fünf Verdachtspunkte im Stadtteil Mauritz auf Blindgänger im Erdreich überprüft. Dafür müssen 16.000 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Eine Explosion am Kanal in Münster hat wenige Tage zuvor einen Großeinsatz der Feuerwehr verursacht. Die Ursache war zunächst noch unklar, daher rückte der Kampfmittelräumdienst an.

Nun wurden weitere Details zu dem Vorhaben veröffentlicht: Die Evakuierung in Münster soll um 8 Uhr morgens beginnen. Innerhalb von zwei Stunden soll der gesamte Bereich bereits geräumt sein. Die Anwohner werden mittels Radio, der Warnapp "Nina" sowie mithilfe von Lautsprecherfahrzeugen im Viertel informiert.

Bevor die Überprüfung in Münster und somit auch eine mögliche Entschärfung beginnen können, kontrollieren Polizei und Feuerwehr, ob die Wohnungen im Viertel tatsächlich geräumt wurden. 1000 Kräfte von verschiedenen Behörden und Einrichtungen werden sich um den Großeinsatz kümmern.

Für Bewohner, die während der Evakuierung nicht anderswo unterkommen können, werden mehrere Notunterkünfte in Münster eingerichtet. Dort müssen die Corona-Regeln beachtet werden: Die Einrichtungen dürfen nur mit Abstand betreten und der nötige Sicherheitsabstand muss eingehalten werden.

Bewohner des Mauritzviertels, die herausfinden wollen, ob sie von der Evakuierung in Münster betroffen sind, können dies online tun: Auf einer Karte zur Evakuierung lässt sich die eigene Adresse überprüfen. Der Radius schließt mehrere Hauptverkehrsstraßen ein: Ein Teil der Warendorfer Straße wird gesperrt, ebenso die Wolbecker Straße und ein längerer Abschnitt des Rings. Auch auf den Zugverkehr wird der Großeinsatz Auswirkungen haben: Die Gleise, die vom Hauptbahnhof Münster in Richtung Norden führen, liegen ebenfalls innerhalb des Radius.

Termin für Evakuierung in Münster steht fest

Update: 19. August. Der Termin für die große Evakuierung in Münster steht inzwischen fest. In rund einem Monat, am 20. September (Sonntag), soll es soweit sein. Ganze 16.000 Menschen werden ihre Wohnungen an diesem Tag verlassen müssen. In der Sperrzone liegen zudem das St.-Franziskus-Hospital, das Klarastift das Haus Maria Trost sowie das Kloster der Franziskanerinnen.

Fünf Verdachtspunkte sollen an diesem Sonntag im Mauritzviertel auf mögliche Fliegerbomben im Erdreich überprüft werden. Sollten bei der Untersuchung in Münster tatsächlich Blindgänger gefunden werden, könnte der Radius der Evakuierung sich noch einmal vergrößern. Das hängt dann von der Größe der Bombe ab.

Großevakuierung in Münster: 14.000 Menschen müssen ihre Wohnung verlassen

Erstmeldung: 31. Juli. Münster – Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg sind in der Domstadt nichts Ungewöhnliches. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Blindgänger an der Pötterhoek-Grundschule im Stadtteil St. Mauritz entschärft. Im September steht nun eine Überprüfung an, die aufgrund ihrer Größe einiger Planung bedarf.

Münster: 14.000 Menschen müssen für mögliche Bombenentschärfung evakuiert werden

Im Auftrag der Stadtverwaltung waren in den letzten Wochen einige Verdachtspunkte in Münster gefunden worden, an denen möglicherweise noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten. In einer großen Überprüfungsaktion sollen diese Stellen gleichzeitig freigelegt werden. Dazu werden mindestens 14.000 Menschen an einem Sonntag im September evakuiert werden müssen.

Unter anderem liegt das St.-Franziskus-Hospital in dem Radius, der in Münster wegen den möglichen Bomben geräumt werden muss. Ein Teil des Krankenhauses muss für die Überprüfung evakuiert werden. Auch die Altenpflegeeinrichtung Klarastift, das Haus Maria Trost sowie das Mutterhaus der Franziskanerinnen sind betroffen.

Große Evakuierung in Münster geplant – sechs mögliche Bomben werden überprüft

Da die Überprüfung im September von gewaltigem Ausmaß ist, wurde ein Krisenstab eingerichtet. Die Leitung hat Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer inne. Der konkrete Termin steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass die Wahlsonntage ausgeschlossen sind, wie die WN berichten. Immer wieder werden in Münster Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Warum das so ist, erklärt ein Experte im Gespräch mit msl24.de.

Für die Überprüfung und die mögliche Entschärfung etwaiger Blindgänger in Münster werden vorübergehend Sprengschutzaufbauten aufgestellt. Außerdem muss der Verkehr im Viertel umgeleitet werden, Aufenthaltsmöglichkeiten für die Evakuierten müssen eingerichtet und Patienten aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verlegt werden.

An diesen Punkten in Münster wird auf mögliche Blindgänger überprüft.

Münster: Evakuierung könnte wegen des Coronavirus verschoben werden

„Hinzu kommt das Risiko, dass die geplante Großevakuierung durch eine mögliche Verschärfung der Corona-Lage erschwert werden kann“, sagt Ordnungsdezernent Heuer. Derzeit sei jedoch noch nicht geplant, dass mit der Evakuierung verschärfte Schutzmaßnahmen einhergehen. Falls die Infektionszahlen in Münster jedoch bis zum September drastisch ansteigen, müsse die Kampfmittelmaßnahme unter Umständen verschoben werden.

Sollte der Verdacht an den zu überprüfenden Stellen sich bestätigen, rechnen die Experten mit Weltkriegsbomben im 250- bis 500-Kilogramm-Bereich. Dafür ist ein Sperrradius von 500 Metern einzurichten. Da die sechs Verdachtspunkte alle im Stadtteil Mauritz liegen, kann durch die Großaktion ein mehrmaliges Evakuieren des Bereichs vermieden werden. Die Stadt will die betroffenen Anwohner in den nächsten Wochen weiter informieren. Alle Updates zu der Entschärfung in Münster lesen Sie auch hier bei msl24.de.

Zu einer kuriosen Szene während einer Entschärfung kam es kürzlich im Münsterland: Ein Mann aus Coesfeld brachte ein Militärgeschoss aus seinem Besitz zu den Kräften vom Kampfmittelräumdienst. Er bat die Experten darum, es zu entschärfen. Für Ärger sorgen indes Feiernde auf der Jüdefelder: Die CDU Münster fordert daher während der Coronavirus-Pandemie ein Alkoholverbot in öffentlichen Räumen.

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