Prozessauftakt in Münster

Frauen wollten sich in Luft sprengen: Tochter spricht vor Gericht

Sie wollten sich selbst töten und sprengten deswegen ihr Haus in die Luft. Gegen zwei Frauen begann nun der Prozess in Münster. Dort äußerte sich eine der Angeklagten. 

  • In Münster hat ein Prozess gegen zwei Frauen begonnen.
  • Sie sprengten vergangenes Jahr ihr Haus in die Luft.
  • Fünf Personen wurden dabei verletzt.

Münster – Am 18. September vergangenen Jahres kam es zu einem außergewöhnlichen Großeinsatz in der Domstadt. Ein Haus im Stadtteil Kinderhaus explodierte. Es stellte sich heraus, dass sich Mutter und Tochter, die in dem Gebäude wohnten, auf diese Weise umbringen wollten.

Durch die Explosion wollten die beiden Frauen einer geplanten Zwangsräumung des Hauses umgehen. Bei dem Einsatz in Münster wurden neben den Beschuldigten auch drei Polizeibeamte verletzt, die sich auf dem Gelände befanden, als das Gebäude in Luft gesprengt wurde. Jetzt begann der Prozess am Landgericht Münster.

Prozess in Münster: Angeklagte wollten niemanden verletzen

Wegen versuchten Mordes sowie Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und Tierquälerei stehen die 67-Jährige und ihre Tochter (38) seit Freitag (13. März) in Münster vor Gericht. Die 38-Jährige räumte ein, dass der Grund für die Explosion des Hauses der geplante gemeinsame Selbstmord* gewesen sei.

Gerichtspressesprecher Steffen Vahlhaus bestätigte zudem auf Anfrage, dass die beiden Angeklagten keine weiteren Menschen haben verletzen wollen. Bevor die Frauen das Haus in Münster in die Luft sprengten, holten sie noch ihre beiden Pferde ins Gebäude. Die Tiere kamen bei dem Feuer ums Leben.

Bildergalerie zur Explosion in Münster: Haus in Flammen – fünf Verletzte

Explosion in einem Haus
 © dpa / Bernd Thissen
Explosion in einem Haus
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Explosion in einem Haus
Explosion in einem Haus © dpa / Bernd Thissen
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Explosion in einem Haus
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Explosion in einem Haus
Explosion in einem Haus © dpa / Bernd Thissen

Landgericht Münster trifft Vorkehrungen wegen Coronavirus

Der Plan sei gewesen, so die 38-Jährige, gemeinsam mit den beiden Pferden zu sterben. Die Mutter schloss sich den Angaben ihrer Tochter an. Der Prozess am Landgericht, das aufgrund des Coronavirus in Münster einige Vorkehrungen im Saal getroffen und unter anderem die Plätze für die anwesenden Zuschauer reduziert hatte, wird am 23. März fortgesetzt.

*Der Pressekodex sieht vor, dass über Suizide oder Suizidversuche zurückhaltend berichtet wird. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Grund für die Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Daher halten wir uns mit Details über den Vorfall zurück.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge . Unter der kostenlosen Hotline 0800/1 11 01 11 oder 0800/1 11 02 22 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Ergänzend können Sie das Angebot der Krisenhilfe Münster (0251/51 90 05) in Anspruch nehmen und dort bis zu zehn kostenlose persönliche Beratungstermine vereinbaren.

Ebenfalls begonnen hat vor einigen Wochen ein Prozess gegen einen 52-Jährigen. Er soll seine eigene Tante aus Habgier ermordet haben. Am zweiten Prozesstag in Münster sagte nun die Enkelin der Getöteten aus.

Rubriklistenbild: © dpa / Bernd Thissen

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