Vorfall in Münster-Handorf

"Faschistische Rituale": Rechte marschieren mit Fackeln über Friedhof

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Etwa 50 Rechte zogen mit Fackeln über einen Friedhof in Münster.

Fackeln und Reichsflaggen in Münster? Rechte zogen im November über einen Friedhof im Münsterland. Jetzt wurde der Fall publik.

Münster – Auf dem Waldfriedhof Lauheide sollen sich vor wenigen Wochen laut einem Internetbericht archaisch anmutende Szenen abgespielt haben: Am 18. November seien dort in der Dunkelheit einige Menschen mit Fackeln in den Händen zwischen den Grabsteinen entlang gelaufen.

Was genau soll sich an jenem Abend auf dem Waldfriedhof in Münster abgespielt haben? Die Partei "Die Rechte" soll dort anlässlich des Volkstrauertages eine Art Mahnwache organisiert haben: Mit Fackelzug und einem anschließenden Redebeitrag sollte an die toten Wehrmachtssoldaten erinnert werden, die auf diesem Friedhof begraben sind.

"Heldengedenken" der Rechten auf Friedhof in Münster

Die Rechte selbst berichtet von der Veranstaltung auf ihrer Homepage – doch dort wird als Ort nur "Münsterland" angegeben. Ihren Aufmarsch bezeichneten die Organisatoren als "Heldengedenken" – und als eine Art Gegenveranstaltung. Denn traditionell wird in Deutschland aller Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Doch diese Art des Erinnerns bezeichnet die Partei auf ihrer Homepage als "unehrenhaft".

Dort veröffentlichte "Die Rechte", die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, Fotos vom Fackelmarsch. Deutlich zu erkennen sind darauf einige Reichsflaggen. Auf der Facebookseite des "Nationalen Medien Kollektivs" wurden weitere Bilder veröffentlicht, die Szenen des Treffens zeigen.

Bilder: 2000 Münsteraner demonstrieren gegen Rassismus

demo münster chemnitz rassismus ausschreitung demonstration afd rechter hass
 © Sohrab Dabir/msl24.de
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Linke prangern Aufmarsch von Neonazis in Münster an

Auf dem Blog "Münsterland rechtsaußen" wurde am Freitag (25. Januar) auf den Fackelzug der Rechten aufmerksam gemacht und auf dem Waldfriedhof in Lauheide verortet. Die Organisatoren des Gedenkmarsches hätten zwar schon im November öffentlich davon berichtet, jedoch auch damals nicht den Ort genannt. 

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass Rechte auf dem Waldfriedhof in Münster "an faschistische Rituale angelehnte Inszenierung" abgehalten hätten, heißt es in dem Blog weiter. Auch die NPD sei dort vor Jahren schon einmal aufmarschiert.

Auf dem Waldfriedhof Lauheide in Münster-Handorf organisierte die Partei Die Rechte einen Fackelmarsch.

Anzeige wegen Sachbeschädigung nach Aufmarsch der Rechten in Münster

Auf dem Friedhof in Münster kam es damals zu Beschädigungen – mutmaßlich verursacht durch einige der Fackelträger: Der Gedenkstein, an dem die Anwesenden einen Kranz niedergelegt haben sollen, wies Brandspuren auf. Auch ein Strauch sei beschnitten worden. 

Das Grünflächenamt erstattete damals Anzeige wegen Sachbeschädigung. Dies bestätigte Lydia Pokriefke, Pressesprecherin der Polizei in Münster, auf Nachfrage von msl24.de. In dem Fall werde jedoch aktuell nicht weiter ermittelt.

Täter neben Opfern: Ehrenmal für NS-Eliteeinheit auf Friedhof in Münster kritisiert

894 Gräber befinden sich auf dem Ehrenfriedhof in Münster. Unter den Toten sind neben den im Zweiten Krieg gefallenen Soldaten auch zivile Opfer der Bombardements in der Domstadt sowie Zwangsarbeiter aus den Niederlanden, Belgien und den Balkanstaaten. 

Doch auch das Ehrenmal für die NS-Eliteeinheit "Hammerdivision" sowie die Gräber von NSDAP-Kommissar Fritz Schmidt und General Gerhard Glokke finden sich dort. Täter lägen neben Opfern – dies kritisierte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in einem offenen Brief – nur wenige Tage vor dem besagten Fackelmarsch. Die Stadt Münster will die historischen Hintergründe der Gräber aufarbeiten.

In Münster demonstrieren immer wieder zahlreiche Menschen gegen Rechte Gewalt und Rassismus – so auch nach den Krawallen in Chemnitz: 2000 Münsteraner gingen gegen rechte Hass auf die Straße.

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