Start-Up aus Münster

Schwere Vorwürfe gegen Flaschenpost: Werden Mitarbeiter unter Druck gesetzt?

Einige Schlagzeilen produzierte das Münsteraner Unternehmen Flaschenpost in den vergangenen Tagen: Der Getränkelieferant wurde von Dr. Oetker aufgekauft. Doch im Zuge des Deals werden kritische Stimmen laut.

Münster – Eine Milliarde Euro – so viel war dem Unternehmens-Riesen Dr. Oetker aus Bielefeld die Übernahme von Flaschenpost wert. Vergangene Woche wurde der Mega-Deal zwischen beiden Parteien bekannt gegeben. Doch die kritischen Stimmen am Getränkelieferanten aus Münster werden immer lauter.

Bei einigen der insgesamt 400 Mitarbeitern des Unternehmens aus Münster soll trotz der Übernahme von Dr. Oetker keine Feierlaune herrschen. Gegenüber dem SWR berichten Mitarbeiter von Flaschenpost über schlechte Arbeitsbedingungen und geringer Bezahlung. Zudem wird angeprangert, dass das Start-Up aus der Domstadt seit Jahren die Installation eines Betriebsrates verhindert.

OrtMünster
Einwohner315.293
BundeslandNRW

Flaschenpost aus Münster: Schlechte Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter?

„Die Braut sollte hübsch gemacht werden“, wird ein Flaschenpost-Mitarbeiter zur Übernahme von Dr. Oetker vom SWR zitiert. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) setzt ihre Hoffnung in die Übernahme seitens des Bielefelder Unternehmens, um zukünftig bessere Arbeitsbedingungen beim Start-Up aus Münster zu erreichen. „Wenn der möglicherweise milliardenschwere Deal abgeschlossen ist, fordern wir den Oetker-Konzern auf, mit der NGG einen Tarifvertrag für die Beschäftigten von Flaschenpost abzuschließen“, wird Freddy Adjan, stellvertretender Gewerkschaftsvorsitzender, in einer Pressemitteilung zitiert.

Scharfe Kritik richtet sich indes in Richtung der jetzigen Unternehmensspitze des Getränkelieferanten aus Münster. „Die derzeitigen Eigentümer von Flaschenpost seien bisher dadurch aufgefallen, die Betriebskosten auf dem Rücken der Beschäftigten zu minimieren. Die prekären Arbeitsbedingungen – beispielsweise waren die Lieferwagen im Hochsommer ohne Klimaanlagen unterwegs – und die schlechte Bezahlung wurden immer wieder öffentlich angeprangert“, heißt es Seitens der Gewerkschaft weiter.

Die Arbeitsbedingungen bei Flaschenpost stehen in der Kritik. (Symbolbild)

Kritik an Flaschenpost: Start-Up aus Münster weist Vorwürfe zurück

Anfang des Jahres hatte Flaschenpost an seinem Standort in Düsseldorf gegen eine Betriebsrats-Gründung geklagt. Nach Recherchen des SWR hätten Mitarbeiter des Unternehmens aus Münster zudem unbezahlte Überstunden leisten müssen und nicht pünktlich Feierabend machen dürfen. Weiterhin sei Arbeitern schnell gekündigt worden, die unverschuldet wegen Krankheit fehlten.

Flaschenpost reagierte auf die Vorwürfe und teilte mit, dass diese nicht repräsentativ für das gesamte Stimmungsbild im Unternehmen seien. Zudem wolle man die Gehälter im Bereich Logistik erhöhen. Dem Vorwurf der unbezahlten Überstunden für die Mitarbeiter wurde vom Start-Up aus Münster widersprochen.

Rubriklistenbild: © Flaschenpost SE

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