Erneut Vorfall in Münster

Fremde wollen Schülerin in Bulli locken – Polizei zieht Konsequenzen

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Kinder sind in der jüngsten Vergangenheit vermehrt von Fremden angesprochen worden. Jetzt gab es erneut einen Vorfall an einer Schule in Münster.

Immer wieder kam es an Schulen und Kitas in Münster zu Vorfällen, die Besorgnis erregten: Kinder wurden angesprochen, beobachtet oder zum Mitkommen aufgefordert. Nun soll es erneut zu einem Zwischenfall gekommen sein – und die Polizei reagiert.

Wieder Vorfall an einer Schule in Münster?

Update: 11. Januar. Erst vor wenigen Wochen häuften sich in Münster die Meldungen über beunruhigende Vorfälle an Schulen und Kitas: Immer wieder sollen Fremde Kinder angesprochen haben. Die Polizei warnte vor Panik und diversen Falschmeldungen, die in diesem Zusammenhang kursierten. Nun gibt es erneut eine Meldung über einen Vorfall an einer Schule.

Am Mittwoch (10. Januar) soll eine Schülerin der Primus-Schule in Berg Fidel nach Unterrichtsende von zwei Personen angesprochen worden sein. Die beiden Unbekannten hätten das Mädchen aus einem weißen Bulli heraus angesprochen – und sie mitnehmen wollen. Das Mädchen sei daraufhin weggelaufen. Die Eltern erstatteten Anzeige, wie die Polizei Münster auf Nachfrage von msl24.de bestätigt.

Die Schülerin sei in der siebten Klasse. Bekannt wurde der Vorfall durch einen Brief, den der Schulleiter Dr. Reinhard Stähling an die Eltern verschickt haben soll, die er darum bat, ihre Kinder für das Thema "zu sensibilisieren", wie die WN berichtet.

Die Schülerin aus Münster sei an der Primus-Schule von zwei Fremden angesprochen worden sein.

Angeblich Mädchen an Schule in Münster angesprochen: Polizei reagiert

Als Reaktion auf den Zwischenfall werden nun vermehrt Polizeistreifen vor Schulen eingesetzt, ebenso Beamte in zivil. Man nehme den Vorfall sehr ernst – doch gleichzeitig wolle man Panik vermeiden: "Wir möchten nicht, dass eine Hysterie entsteht", sagt Angela Lüttmann, Pressesprecherin der Polizei. Der Vorfall an der Primus-Schule sei außerdem nicht strafbar. Hinweise auf die beiden Personen in dem weißen Bulli gebe es bisher keine.

Berechtigte Sorge? Vorfälle an Kitas und Schulen in Münster beunruhigen Eltern

Erstmeldung: 18. Dezember. Münster – Zahlreiche Elternbriefe kursieren momentan in den sozialen Medien. Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Doch gerade die erhöhte Aufmerksamkeit um das Thema kann zum Problem werden.

An Kitas und an Schulen gab es zuletzt vermehrte Vorfälle, bei denen Kinder von Fremden angesprochen oder beobachtet wurden. Teilweise stellten sich diese Situationen als harmlos heraus – manchmal aber auch nicht. "Man muss auch dazu sagen, dass es sich lediglich um Meldungen handelt, keine Anzeigen", gibt Vanessa Arlt, Pressesprecherin der Polizei Münster, aus Nachfrage von msl24 zu bedenken. 

Polizei Münster rät: Keine Panik verbreiten

Seit Mitte November häufen sich die Meldungen in Münster. Liegt es tatsächlich daran, dass solche Fälle öfter vorkommen? "Das Thema ist in den Medien gerade sehr präsent. Dadurch sind viele Eltern momentan extrem sensibilisiert", so Arlt.

Natürlich sei es wichtig, dass bei Verdacht die Polizei informiert werde. Doch, so betont die Pressesprecherin, dürfe keine Panik verbreitet werden. Gerade von Hörensagen solle man sich nicht beeinflussen lassen. "Es gibt keine erkennbaren Zusammenhänge zwischen den bisher gemeldeten Fällen."

Panikmache? Falschmeldungen zu Vorfällen in Münster

Bei Facebook wird die Sache in diesen Tagen heiß diskutiert. Manche Elternbriefe lassen die Vermutung zu, dass es sich um Panikmache handeln könne. In einer Mitteilung der münsterischen Kita am Inselbogen heißt es, ein Mann habe versucht, ein Mädchen der Mutter zu entreißen. 

Aus den Ermittlungen der Polizei Münster geht jedoch hervor, dass der Mann ihr nur über den Kopf gestrichen hat. "Es sind derzeit auch viele Falschmeldungen im Umlauf", so Arlt. "Kein Kommentar" heißt es derweil aus der Kita am Inselbogen auf die Nachfrage von msl24.de.

Zwischen den Vorfällen in Münster gab es laut Polizei bislang keine erkennbaren Zusammenhänge.

Beunruhigende Vorfälle in Münster: Das rät der Kinderschutzbund

Was können Eltern tun, um ihre Kinder vor solchen Situationen zu schützen? Christoph Knack, Berater beim Kinderschutzbund Münster, rät: "Grundsätzlich sollten Eltern in unaufgeregter Form mit ihren Kindern über das Thema sprechen. Viele haben davon schon etwas mitbekommen." 

Auch bei den akuten Fällen in Münster sollen Eltern sachlich mit ihren Kindern darüber reden. "Die zentrale Botschaft sollte sein: Fremde Menschen dürfen dich nicht ansprechen. Du hast auch die Erlaubnis, unhöflich zu sein. Bleib nicht stehen, geh einfach weiter." Auch bekannte Zufluchtsorte, etwa ein Bäcker auf dem Schulweg, können helfen, die Angst zu nehmen. 

Ein Bericht aus dem Kreis Ostwestfalen-Lippe zeigt, wie schnell sich solche Meldungen verselbstständigen können: Kinder hatten erzählt, dass vor der Schule ein schwarzer Bulli stand, aus dem heraus Männer die Schüler ansprachen. Diese Aussage stellte sich jedoch als falsch heraus. 

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