Münster

Hygienevorschriften missachtet? Stadt schließt Friseursalon nach mehreren Infektionen

Einer der größten Friseursalons in Münster wurde geschlossen. Grund: Mehrere Mitarbeiter haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt wird das Hygienekonzept des Betriebs überprüft.

Münster – Sechs Beschäftigte eines der größten Friseurbetriebe in Münster haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das Geschäft am Hafen wurde nun von der Stadt vorsorglich geschlossen. Wie der Betreiber des Salons mitteilt, sei keiner der Infizierten schwer erkrankt.

Der erste positive Befund wurde bei einem Mitarbeiter aus dem Kreis Warendorf am 3. November festgestellt. Wie die WN berichten, soll es sich bei dem betroffenen Betrieb um den Friseursalon „Cabelo“ handeln. Am heutigen Mittwoch (11. November) wurden auf der Facebook-Seite des Geschäfts aus Münster die Öffnungszeiten geändert.

OrtMünster
Einwohner315.293
BundeslandNRW

Münster: 14 Mitarbeiter des Friseursalons in Quarantäne

Die Stadt Münster ermittelt derzeit, ob in dem Friseurladen gegen die gängigen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde. Zwei Tage nach dem Bekanntwerden des ersten positiven Coronavirus-Befunds habe sich ein weiterer Mitarbeiter angesteckt, heißt es. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sei die Situation im Salon seitens der Betreiber gegenüber den Gesundheitsamt anders dargestellt worden als von den infizierten Mitarbeitern.

Zum Verstoß gegen die Hygienevorschriften sei es zumindest nicht beim Kundenkontakt gekommen, da alle zurückverfolgten Personen als „Kontaktpersonen der Kategorie II“ eingestuft wurden – also ein nur geringes Infektionsrisiko bei ihnen herrscht. Neben den sechs betroffenen Mitarbeitern befinden sich auch 14 weitere Arbeitskollegen derzeit in Quarantäne. Insgesamt beschäftigt der Betrieb aus Münster 30 Personen.

Ein Friseursalon in Münster musste schließen. (Symbolbild)

Coronavirus in Münster: Zahlen weiterhin hoch

Friseursalons sind im Zuge des jüngsten Lockdowns von einer generellen Schließung verschont geblieben. Gegen die Schließung von Restaurants und Kneipen hatte jedoch eine Betreiberin aus dem Rheinland beim OVG Münster geklagt. Das Gericht sah die Maßnahme jedoch als rechtens und verhältnismäßig an, da es unter anderem die sozialen Kontakte verringere.

Die Lage in der Domstadt bleibt weiter angespannt. Zwar sank die 7-Tages-Inzidenz kürzlich unter 100, die Zahl der Coronavirus-Infizierten ist in Münster mit 542 dennoch weiterhin groß. Zuletzt verstarb ein weiterer Covid-19-Patient nach seiner Erkrankung in einem Krankenhaus. Eine nun angekündigte Maßnahme, um die Infektionszahlen auch in der anstehenden Weihnachtszeit gering zu halten, sind verlängerte Weihnachtsferien in NRW. Dies kündigte die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf eine Medien-Anfrage hin an.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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