6800 Puten betroffen

Geflügelpest in Münster? Stadt prüft Verdachtsfall

Anfang der Woche wurde im Kreis Warendorf ein Fall von Geflügelpest bestätigt. Jetzt könnte es auch die Stadt Münster getroffen haben.

Münster – Ist in Münster die Geflügelpest ausgebrochen? Dieser Frage geht derzeit das Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt nach. Im Ortsteil Handorf, der im Nordosten der Domstadt liegt, hat es einen Verdachtsfall gegeben. Darüber berichtet die Stadtverwaltung am Dienstag (23. März).

„Betroffen ist ein Putenmastbestand mit einer Bestandsgröße von 6800 Puten“, teilt die Stadt Münster mit. Eine abschließende Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut, ob in dem Bestand tatsächlich die Geflügelpest ausgebrochen ist, steht noch aus. Dennoch hat das Krisenteam des Veterinäramtes bereits Kontakt zu anderen Geflügelhaltern im Stadtgebiet aufgenommen.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Geflügelpest in Münster? Stadt spricht Stallpflicht aus

Für die übrigen Putenbestände in Münster wurde aufgrund des Verdachtsfalls in Handorf eine sofortige Stallpflicht ausgesprochen. In Kürze ist dazu eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt sowie des Landes NRW zu erwarten. „Danach ist mit einer Stallpflicht für alle Geflügelbestände im gesamten Stadtgebiet zu rechnen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Die Geflügelpest, auch Aviäre Influenza (AI) genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die ihren Reservoirwirt im wilden Wasservogel hat. Die Viren können in zwei verschiedenen Varianten (gering/hochpathogen) sowie verschiedenen Subtypen (H1-16 in Kombination mit N1-9) auftreten. Geringpathogene aviäre Influenzaviren der Subtypen H1 bis H5 verursachen keine oder nur milde Krankheitssymptome bei Hausgeflügel wie Enten und Gänsen. Sie können jedoch zu einer hochpathogenen Variante mutieren – in diesem Fall spricht man klinisch von einer Geflügelpest. Ähnlich verhält es sich bei den Coronavirus-Mutationen, die ebenfalls gefährlicher als ihr Urtyp sein können.

Münster: Geflügelpest auf Menschen übertragbar

Für Hausgeflügel ist die Geflügelpest hochansteckend und verläuft meist mit starken Krankheitssymptomen. Die Influenza A-Viren können auch auf den Menschen übertragen werden und Erkrankungen hervorrufen. In diesem Fall wird von einer Vogelgrippe gesprochen. „Die Übertragung von Vogelinfluenzaviren vom Tier auf den Menschen ist jedoch nicht sehr ansteckend“, teilt die Stadt Münster mit. Sollte es denoch zu einer Übertragung kommen, kann dies schwere Krankheitsverläufe aufrufen.

Die Stadt Münster prüft einen Geflügelpest-Verdachtsfall. (Symbolbild)

Derweil kämpft die Stadt Münster dieser Tage auch gegen das Coronavirus. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen mit Sars-CoV-2 hat das Land NRW nun die Notbremse gezogen – somit gelten ab kommender Woche schärfere Maßnahmen im beölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands.

Rubriklistenbild: © dpa

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