Prozessauftakt

Vergewaltigte er seine Ehefrau? 55-Jähriger vor Gericht

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Vorwurf der Vergewaltigung: Ein Mann muss sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Zweimal soll ein 55-Jähriger seine Ehefrau vergewaltigt haben – er leugnet die Taten jedoch. Nun steht der Mann in Münster vor Gericht.

  • Ein Prozess um eine mögliche Vergewaltigung ist in Münster gestartet
  • Die 40-Jährige Nebenklägerin beschuldigt ihren Ehemann der Tat
  • Das Paar hatte sich zuvor bereits auseinandergelebt

Münster – Ihre Liebesgeschichte klingt, als sei sie einem Roman entsprungen: Sie lernten sich am Strand kennen. Sie verkaufte dort Luftballons, er war im Urlaub. Die beiden verliebten sich und heirateten. Doch dann nimmt die Geschichte eine drastische Wendung: Rund zehn Jahre später stehen sie vor Gericht. Eine 40-Jährige beschuldigt ihren 55 Jahre alten Ehemann, sie vergewaltigt zu haben. 

Prozess in Münster: Ehepaar erzählt unterschiedliche Versionen

Der Prozess am Landgericht in Münster begann am Montag (13. Januar). Das Ehepaar aus Senden hat die zur Diskussion stehenden Situationen offenbar unterschiedlich wahrgenommen. Zweimal sei die 40-Jährige an dem Abend von ihrem Mann missbraucht worden. Sie habe deutlich gemacht, dass sie keinen Sex wolle. Eine ähnliche Situation musste kürzlich eine weitere Frau durchleben: Die Mutter aus Greven wurde von ihrem eigenen Ehemann im Urlaub missbraucht

Der Angeklagte schildert jedoch vor dem Gericht in Münster eine andere Version: Seine Frau habe am betreffenden Abend keine Einwände gegen den Geschlechtsverkehr erhoben. Welcher der beiden Erzählweisen der Richter Glauben schenkt, konnte am ersten Verhandlungstag noch nicht geklärt werden. 

Vergewaltigungsvorwurf vor Gericht in Münster: Paar lebte sich auseinander

Übereinstimmend ist jedoch der Bericht vom Verlauf der Beziehung: Die Ehe sei glücklich gewesen – bis vor etwa zwei Jahren. Da habe seine Frau sich stark verändert, sei plötzlich verschlossen gewesen und war selten Zuhause, wie der Angeklagte beim Prozess in Münster erzählt. 

Ein neuer Kleidungsstil und viel Bargeld ließen den 55-Jährigen annehmen, dass seine Angetraute sich inzwischen prostituiere. Wie der Angeklagte aus Senden vor dem Gericht in Münster zugab, überwachte er  die 40-Jährige mithilfe von Apps, dies half jedoch nicht mehr beim Retten der Ehe. Das Paar hatte sich nach Streitigkeiten über den Hausbau auseinandergelebt. 

Prozess am Landgericht in Münster noch nicht beendet

Die Frau erzählt hingegen davon, dass sie tagelang von Zuhause fernblieb, weil sie sich in der Beziehung nicht mehr wohlgefühlt habe. Stattdessen sei sie zum Sport gegangen oder habe ihre Freunde besucht. Als es im Februar 2019 zu der zweifachen Vergewaltigung im gemeinsamen Haus kam, war für die 40-jährige Nebenklägerin, die keinen Antrag auf Schmerzensgeld gestellt hat, die Ehe schon längst zerstört. Der Prozess in Münster wird fortgeführt. 

In einem ähnlichen Prozess kam es vor wenigen Monaten zu einer Verurteilung: Nachdem ein Mann aus Warendorf seine Ex-Frau vergewaltigt hatte, wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Ein anderer Prozess startete kürzlich gegen einen Studenten: Dem Mann aus Münster wird vorgeworfen, mehrere Kinder in einem Feriencamp missbraucht zu haben. Er soll die Jungen später auch zur Aufnahme von freizügigen Fotos gedrängt haben. 

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