Aktion vor der eigenen Haustür

Hitze macht Bäumen zu schaffen: Stadt Münster bittet um Hilfe

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Der Griff zur Gießkanne soll helfen: Die Stadt Münster wendet sich mit einem besonderen Anliegen an die Anwohner. (Symbolbild)

Unter den Temperaturen der letzten Wochen leiden nicht nur Menschen und Tiere – auch Bäumen macht die Hitze zu schaffen. Die Stadt Münster wendet sich nun an die Bürger. 

  • Aktion "Münster gießt" 
  • Start: Mittwoch (31. Juli), 19 Uhr
  • Bäume leiden unter Hitze

Münster – Zwischen 60 und 80 Liter Wasser braucht ein Laubbaum bei sommerlichen Temperaturen pro Woche – wenn das Thermometer über 30 Grad klettert, auch gerne mehr. Jedoch: "Nach dem Hitzesommer 2018 und den in diesem Jahr sehr trockenen Monaten Juni und Juli sind die Bäume stark gestresst", warnt die Stadt Münster. 

Um dem entgegenzuwirken, wurden bereits 350 sogenannte Wassersäcke an Bäumen in Münster angebracht. Diese geben ihren Inhalt nach und nach an die Wurzeln ab. 

Münster: Stadt bittet Bürger um Hilfe

Doch das reicht nicht, um alle Bäume im Stadtgebiet vor dem Austrocknen zu bewahren – deshalb ruft Umweltdezernent Matthias Peck nun die Aktion "Münster gießt" ins Leben. Dabei sollen Anwohner einen Baum in ihrer Straße regelmäßig bewässern.

Die Aktion startet offiziell am Mittwoch (31. Juli) um 19 Uhr – auch wenn sich bereits jetzt fühlen viele Anwohner in Münster für die Pflanzen in ihrer Straße verantwortlich fühlen. Ein bis zwei große Gießkannen pro Woche, so erklärt Peck, seien optimal für die meisten Bäume.

Hitze stresst Straßenbäume in Münster

"Bäume sind besonders in verdichteten Städten wichtige CO2-Speicher und Schattenspender, die für das Klima von großer Bedeutung sind", verdeutlicht die Stadt, die in Münster die Anzahl der Parkplätze pro Gebäude regulieren will. Bekommen sie zu wenig Wasser, können sie absterben – gerade jüngere Pflanzen, die noch kein tiefgehendes Wurzelwerk haben, sind gefährdet.

Dass die Natur die Hitze der vergangenen Wochen aus eigener Kraft wieder ausgleicht, ist eher unwahrscheinlich: Dafür bräuchte es drei bis vier Monate durchgängigen Regen, erklärt Peck. Deshalb soll mit dem Engagement der Bewohner bei Münster gießt der fehlende Niederschlag wettgemacht werden. 

Unmöglich wäre das Befüllen der Gießkanne vor wenigen Tagen gewesen: Wegen Leitungsarbeiten in Münster war ein ganzer Stadtteil stundenlang von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten

Bereits im Juni schlugen Versorger im Münsterland Alarm: In Vreden und Umgebung wurde das Trinkwasser knapp – der Betreiber bat die Bewohner, auf das Blumengießen zu verzichten. Im letzten Jahr eilte ein Konzern vielen austrocknenden Pflanzen zur Hilfe: Er spendete 55.000 Kubikmeter Wasser an verschiedene Gemeinden im Münsterland. 

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