Dubioser Zettel in Briefkästen gefunden

Aufruhr in Münsters Wohnheimen: Islamfeindliche Flugblätter verteilt

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In einem Studentenwohnheim an der Bismarckallee wurden am Wochenende islamfeindliche Flugblätter verteilt.

Verduzte Gesichter gab es am Wochenende in Münsteraner Wohnheimen: In ihren Briefkästen fanden die Studenten dubiose Flyer. Darin wird gegen den Islam gehetzt und mit merkwürdigen Vorschlägen aufgerufen, sich zu vermehren.

Münster – "Zurück an den Wickeltisch. Verteidige unsere Heimat gegen finstere Pläne." Was klingt wie ein Eintrag aus einem Tagebuch eines Sektenführers, fanden Studenten in Münster am vergangenen Wochenende in ihrem Briefkasten wieder. In mehreren Studentenwohnheimen, unter anderem an der Bismarckallee und am Rudolf-Harbig-Weg,wurden jeweils 100 bis 150 Flugblätter verteilt. Darin wird gegen eine multikulturelle Gesellschaft gehetzt und Deutsche dazu aufgerufen, sich zu vermehren.

Rechte Flugblätter in Münster: Verfasser hetzen gegen Islam

Die Flyer tragen den Titel "Nachwuchsmangel". Dieser habe laut Flugblatt vier Ursachen: Die Pille ("Todesdroge"), Single-Egoisten, falsche Erziehung (Mädchen würden nicht früh genug auf ihre "Mutteraufgaben" vorbereitet) sowie "blinde Islamverehrung". Das Ergebnis sei "tödlicher, deutscher Nachwuchsmangel". Die Verfasser des Textes, die laut eigener Aussage ihr Leben Jesus Christus und der Bibel widmen, poltern im Folgenden mit merkwürdigen Aussagen gegen den Islam und eine multikulturelle Gesellschaft.

Mit zum Teil sehr merkwürdigen Aussagen wird in dem Flugblatt für Verhmehrung geworben und gegen den Islam gehetzt.

Die Bundesregierung vertusche nämlich diesen "Nachwuchsmangel" mit "Multi-Kulti-Gefasel und heimlichem Menschenimport." Ihre Lösung? Kinder kriegen. Frauen sollten "ihr Handy weglegen" und "zurück an den Wickeltisch" gehen. Natürlich sei eine Fortpflanzung nur mit deutschen Männern gestattet.

Bewohner in Münsteraner Wohnheim verärgert über Flugblätter

In dem betroffenen Studentenheim, in denen viele Studenten mit Migrationshintergrund leben, war man angesichts des menschenfeindlichen Flugblatts ziemlich verärgert. "Da unser Wohnheim Studierende mit Wurzeln in der ganzen Welt beheimatet, sind wir natürlich wütend, weil solche Flyer Menschen, vor allem MuslimInnen, das Gefühl gibt, sie gehören nicht hier her", betonte ein Bewohner gegenüber msl24.de. Einige der Flyer seien direkt wieder im Müll gelandet. 

Auf der Rückseite des Flugblatts, in dem einige Bibelpassagen als Leselektüre ans Herz gelegt werden, wird unter anderem der Kopp-Verlag erwähnt, der für seine verschwörungstheoretischen Veröffentlichungen bekannt ist. Ob dieser in Verbindung mit dem Flugblatt aus Münster steht, ist jedoch nicht bekannt. 

Auch in Westerkappeln ermittelt nun der Staatsschutz: Unbekannte hatten ein Hakenkreuz an ein Gebäude gesprüht.

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