Kaum Parkplätze für Fahrräder

Der Kampf gegen die zugestellten Gehwege in Münster

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Chaos auf den Gehwegen: Fahrradfahrer stellen ihre Leezen in Münster häufig auf Gehwegen ab, weil ihnen der (Park-)Platz fehlt (Symbolbild).

So weit das Auge reicht: Fahrräder werden in Münster nahezu überall abgestellt – auch auf Gehwegen. Doch das soll sich ändern und schon im Herbst könnten erste Veränderungen geplant werden.

Münster – "Abgestellte Fahrräder sind im Stadtbild allgegenwärtig", erklärt die Stadtverwaltung der Westfalenmetropole und beschreibt damit einen alltägliches Problem: Der Bedarf an Parkplätzen für Leezen ist groß, die Möglichkeiten jedoch gering. 

Schuld sind die dichte Bebauung und die schmalen Straßenquerschnitte in Münster. Dadurch werden die Fahrräder meist "wild" geparkt – und das führt zu Problemen: "Einerseits können Radfahrende ihre Fahrräder nicht sicher abstellen, andererseits blockieren sie häufig den Gehweg", so die Stadtverwaltung.

Gefährliche Situationen durch "Wildparker" in Münster

Doch für Menschen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen werden die Gehwege dadurch oft nicht mehr benutzbar: Sie müssen auf die Fahrbahn ausweichen und bringen sich in gefährliche Situationen, so die Stadt Münster. Dabei steht in den "Zehn Pflichten für Radfahrer" in Münster sogar, dass nur der Radweg zu benutzen ist.

Nun soll eine Lösung her: "Um die aktuelle Situation rund um das Fahrradparken systematisch zu erfassen und daraus Planungsvorschläge zu entwickeln, kooperiert das städtische Amt für Mobilität und Tiefbau mit dem Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Münster", berichtet die Stadtverwaltung.

Ergebnisse für Fahrrad-Park-Konzept in Münster im Herbst erwartet

Dazu wurden vier Bereich in Münster ausgewählt, in denen die Daten erhoben werden sollen: die Innenstadt sowie drei innenstadtnahe Wohnquartiere im Bereich des Kreuz-, Hansa- und Erphoviertels. Dort soll nun der Bestand an Fahrradständern sowie an "wild" abgestellten Fahrrädern erfasst werden. 

Anschließend erarbeiten die Beteiligten des Projekts Verbesserungsvorschläge für das Fahrradparken in der Domstadt. "Mit ersten Ergebnissen ist im Herbst zu rechnen", berichtet die Stadt. Bis dahin könnte auch entschieden sein, ob den Fahrradfahrern in Münster mehr Raum eingeräumt wird – denn die SPD hat eine Forderung gestellt, mit der sie bislang alleine dasteht.

Fahrräder gehören zu Münster: Obwohl die Westfalenmetropole ihren Titel als Fahrradhauptstadt verloren hat, ist die Leeze weiterhin das beliebteste Verkehrsmittel. Regelmäßig findet deshalb auch die Fietsenbörse in Münster statt, bei der neue und gebrauchte Drahtesel verkauft werden. Künftig soll die Promenade nicht die einzige ausgebaute Straße für Fahrräder sein: Die Stadt Münster will den Weg am Kanal für Radler ausbauen – und das auf einer Strecke von 27 Kilometern. 

Laut Statistik wird in der Domstadt alle 98 Minuten ein Fahrrad geklaut – die Polizei Münster will mit einer Aktion aber gegen den Diebstahl angehen

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