Neues System in Cafés

Kampf dem Müll: Münsteraner führen Pfand auf Kaffeebecher ein

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Mindestens 500 Mal kann der Pfandbecher verwendet werden. 

Für die Umwelt: Eine Initiative in Münster setzt sich dafür ein, dass weniger Wegwerfbecher gebraucht werden. Schon 20 Cafés nehmen an dem neuen System teil. 

Münster – 320.000 Einwegbecher landen laut Angaben der Deutschen Umwelthilfe hierzulande täglich im Müll. Der Ressourcenverbrauch zur Herstellung der Pappbecher steht dabei in keinem Verhältnis zu ihrer Nutzungsdauer. 

Eine Initiative aus Münster will nun gegensteuern – zumindest in der Domstadt. Viele Kaffeetrinker nutzen bereits ihre eigenen Mehrwegbecher. Häufig belohnen Betriebe dieses Verhalten: Das Getränk wird um einige Cent günstiger. 

Münster: Pfandbecher in über 20 Cafés

Doch was, wenn der Becher Zuhause vergessen wird? Dafür hat "Münster für Mehrweg" nun die Lösung: Sie haben seit Anfang des Jahres den Pfandbecher in der Westfalenmetropole eingeführt. Bereits 20 Cafés und Marktstände bieten diese Alternative zum eigenen Mehrwegbecher an: 

Café

Adresse

Kaffeegießerei

Hansaring 14

Coffee 4 You

Hansaring 69

Tante August

Augustastraße 20

La Petite Boulangerie

Neubrückenstraße 32

Teilchen & Beschleuniger

Wolbecker Straße 55

Nachtisch 

Kanalstraße 30

Drei Klang Café

Wolbecker Straße 36

Café Fam

Frauenstraße 14

Pension Schmidt

Alter Steinweg 37

Wolle & Moritz 

Kaffeestand auf dem Wochenmarkt (Domplatz)

Roestbar

Rothenburg 17 

Drubbel 1

Nordstraße 2

Bohlweg 68a

Martinistraße 2

Marktcafé

Domplatz 6 

Cibaria Vollkornbäckerei

Bremer Straße 56

Der Bäcker und die Kaffeetante

Bäckergasse 6

Herr Sonnenschein

Königsstraße 43

Café Gasolin 

Aegidiistraße 45

Der Becher, der von der Firma "Cupforcup" gestellt wird, ist von den Münsteranern für einen Euro Pfand zu erhalten. Das Gefäß ist zudem mikrowellen- und spülmaschinenfest und zu 100 Prozent recyclebar. Mindestens 500 Mal kann der in Deutschland hergestellte Becher wiederverwendet werden. 

Macht sich für Mehrweg-Becher stark: Die Initiative "Münster für Mehrweg".

Eine weitere Option ist das Pfandglas für Heißgetränke, das die lokale Initiative "Cup return" in Zusammenarbeit mit Westfalenfleiß Münster herstellt. Diese gibt es unter anderem bei Supremo (Bernhard-Ernst-Straße 21) und ExKaffee (Hansaring 25). 

Münster für Mehrweg: Pfandsystem soll vergrößert werden

Zur Initiative "Münster für Mehrweg" gehören unter anderem die Abfallwirtschaftsbetriebe, der Zusammenschluss der Marktbeschicker und das Handelsforum NRW. Gemeinsam setzen die Teilnehmer sich dafür ein, dass sich weitere Betriebe dem Pfandsystem anschließen, damit die Rückgabe der Kaffeebecher für die Münsteraner komfortabler wird. 

Damit die Pfandgläser und -becher tatsächlichen einen ökologischen Vorteil bieten, müssen die Behältnisse allerdings schnell wieder in den Pfandkreislauf zurückgegeben und möglichst oft genutzt werden, erklärt Dorothee Wißen vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Bislang komme die Initiative allerdings bei Cafés und Münsteranern gut an: "Wir begrüßen die rasche Entwicklung des Pfandsystems für Mehrwegbecher", so Wißen. 

Für das Jahr 2018 hat die AWM ihre Zahlen vorgelegt: Demnach wurden in Münster pro Kopf 421 Kilo Müll produziert. Ein neuer Tiefstwert.

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